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Gehmaschinen stark im Kommen

Titel von RehaTreff 3/2013
Titel von RehaTreff 3/2013
Foto: RehaTreff

ETTLINGEN (KOBINET) Exoskelett – Geburtsstunde einer Wundermaschine? Dieser Frage geht das Magazin RehaTreff in seinem heute erschienenen neuesten Heft nach. Den Titel dieser Ausgabe ziert jedoch ein Foto, das symbolhafter nicht für die Inklusion stehen könnte, so die Ankündigung der Redaktion: Drei junge Frauen, eng umschlungen zu einer Einheit, deren Halt der Rollstuhl ist. Zu sehen gab es diese Szene beim Mixed-abled Tanzfestival in Leipzig. Tänzer mit ganz unterschiedlicher Körperlichkeit wurden hier im Tanz zu einer Einheit. Der Rollstuhl war dabei eher Nebensache. 

In jüngster Zeit häufen sich jedoch Medienberichte über Gelähmte, die nach Jahren im Rollstuhl erstmals wieder aufrecht durchs Leben schreiten. Möglich machen dies so genannte Exoskelette. Diese Gehmaschinen sind stark im Kommen. Zwischenzeitlich sind erste Exoskelette in Kliniken im Einsatz, vereinzelt wagen bereits Privatkäufer die Investition. Die Fähigkeit zum aufrechten Gang ist eine hochemotionale Angelegenheit. Für viele Rollstuhlfahrer hat der Wunsch, den Mitmenschen wieder auf Augenhöhe begegnen zu können, einen hohen Stellenwert. Doch vom Wunschtraum, endlich wieder Laufen zu können, sind Gelähmte auch im Exoskelett bei realistischer Betrachtung weit entfernt. Sie werden allenfalls gegangen, und diesen Vorgang mit Gehen zu umschreiben, braucht schon ein gewisses Maß an Wohlwollen. Kritiker sagen da, dass sie doch im Rollstuhl viel schneller und eleganter von A nach B kommen.

Eine kontroverse Diskussion über den Nutzen der Exoskelette ist entbrannt. Mögliche positive Auswirkungen des Exoskeletts auf Herz und Kreislauf, Blasen- und Darmfunktion sowie Knochendichte werden inzwischen auch von Klinikärzten zunächst noch vermutet, da es bisher kaum verlässliche Studien dazu gibt. Und es gibt ihn, den Traum, dass die noch sehr auffällige Maschinerie irgendwann viel leichter, ausgereifter und unauffälliger wird. RehaTreff-Autor und Rollstuhlfahrer Werner Pohl träumt ihn, diesen Traum von der Geburtsstunde einer Wundermaschine.