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Generationenfreundliches Einkaufen hilft im Alltag

Stefan Grüttner
Stefan Grüttner
Foto: Sozialministerium Hessen

KASSEL (KOBINET) Anlässlich der Tagung "Generationenfreundliches Einkaufen" im Kasseler Rathaus betonte der hessische Sozialminister Stefan Grüttner, dass es ein "zentrales Anliegen der Hessischen Landesregierung" sei, "Seniorinnen und Senioren bei einem eigeständigen und selbstbestimmten Leben bestmöglich zu unterstützen".

Das Zertifikat Generationenfreundliches Einkaufen sei ein Baustein unter vielen Angeboten der Landesregierung von Hessen, mit denen „wir Familien in all ihren unterschiedlichen Lebenslagen und Bedürfnissen abholen und vor allen Dingen im Alltag ideale Hilfestellungen bieten möchten“, erläuterte Stefan Grüttner. „Ältere Menschen von heute wollen aktiv leben und sozial eingebunden sein. Sie wollen auch bei altersbedingten Beeinträchtigungen so weit und so lange wie möglich selbstbestimmt leben, sich selbst versorgen und unabhängig bleiben. Mit der Seniorenpolitischen Initiative und dem Generationenfreundlichen Einkaufen unterstützen wir die Menschen darin.“

Generationenfreundliches Einkaufen bedeute für alle Generationen, insbesondere aber für ältere Menschen, ganz praktisch eine Erleichterung beim Einkaufen, bei der eigenen Versorgung, bei einer selbstständigen Lebensführung – dies auch bei zunehmender Einschränkung. Geschäfte, unabhängig davon, ob es sich um ein kleineres Einzelhandelsgeschäft oder ein großes Zentrum handelt, die sich um das Zertifikat „Generationenfreundliches Einkaufen“ bewerben, müssten beispielsweise einen barrierearmen Zugang zum Geschäft, eine gute Ausleuchtung, gut lesbare Preise, Sitzgelegenheiten zum Ausruhen oder breite Gänge vorweisen, die für Gehhilfe und Kinderwagen gleichermaßen geeignet sind, erklärte Grüttner das Konzept. Aber auch der Service und die unterstützende, kundenfreundliche Beratung seien Kriterien der Prüfung, bevor ein Geschäft das Zertifikat erhalte.

Neben der Gestaltung der Geschäfte spielten aber auch die Bedingungen in Stadt und Gemeinde eine wichtige Rolle. „Die Erreichbarkeit von Geschäften ist ebenso wichtig wie die senioren- und generationenfreundliche Ausstattung der Geschäfte selbst. Manche Händler bieten inzwischen Lieferdienste an, damit schwere Einkauftaschen nicht allein getragen werden müssen. Vielfach haben sich auch Kommunen auf den Weg gemacht. So haben beispielsweise die Städte Eppstein und Kirchheim einen Bürgerbus eingerichtet, der Fahrgäste gegen geringes Entgelt nach telefonischer Anforderung an einer vereinbarten Stelle abholt und zum gewünschten Ziel fährt“, so Stefan Grüttner. In einigen Gemeinden hätten sich darüber hinaus inzwischen Nachbarschaftsinitiativen oder Vereine gegründet, in denen sich Menschen aller Generationen ehrenamtlich engagieren, um sich gegenseitig zu unterstützen. Dies könnten beispielsweise Fahrdienste sein, aber auch Besuchsdienste oder alltägliche Hilfen – oft generationenübergreifend. „So begleiten beispielsweise Jüngere die Älteren zum Arzt oder zur Behörde, ältere Menschen betreuen als ‚Leihgroßeltern‘ Kinder, es werden Einkäufe erledigt oder Rasen gemäht. Es werden aber auch gemeinsam Ausflüge unternommen. Das heißt über die konkrete Hilfe hinaus wird hier das Miteinander, der soziale Zusammenhalt, gepflegt: Das, was für unsere Gesellschaft so wichtig ist“, so der Minister abschließend.

Hintergrundinformationen

Das Qualitätskennzeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ zeichnet Unternehmen aus, die sich an den Bedürfnissen, Erwartungen und Wünschen der Kundinnen und Kunden orientieren und sich den Herausforderungen des demographischen Wandels bewusst stellen. Allein in Hessen haben sich inzwischen mehr als 400 Unternehmen der Initiative angeschlossen. Gemäß Studien des Max Planck Instituts für Demographie erhöht sich unsere Lebenserwartung um durchschnittlich 2-3 Monate pro Lebensjahr. In gut 20 Jahren wird in der Bundesrepublik Deutschland fast ein Drittel der Bevölkerung 65 Jahre und älter sein. In Hessen leben schon heute 1,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger in dieser Lebensphase.

Die Tagung „Generationenfreundliches Einkaufen“, die gestern im Rahmen des Hessentages im Rathaus in Kassel stattfindet, ist zugleich Teil der Seniorenpolitischen Initiative der Hessischen Landesregierung, die zum Ziel hat, die Situation älterer Menschen stärker in den Blick zu nehmen und Impulse für neue Konzepte zu geben.