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Behinderte Kinder werden von internationaler Hilfe vergessen

Hier lebt eine syrische Flüchtlingsfamilie
Hier lebt eine syrische Flüchtlingsfamilie
Foto: Handicap International

MüNCHEN (KOBINET) UNICEF hat heute seinen UNICEF Weltkinderreport 2013 veröffentlicht. Schwerpunkt dieses Berichts ist die internationale Situation von Kindern mit Behinderung. Danach zeigt eine von Handicap International und HelpAge im Februar 2012 veröffentlichte Studie, dass weniger als 0,5% der internationalen humanitären Hilfe Menschen mit Behinderung zugute kommt. Behinderte Kinder, die besonderen Schutz brauchen, werden am häufigsten von dieser Hilfe ausgelassen.

Bei humanitären Krisen, so wird berichtet, seien Menschen mit Behinderung aufgrund ihrer Mobilität oftmals mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, etwa beim Zugang zu den wichtigsten Hilfeleistungen. "Es ist daher essentiell, dass die Akteure der humanitären Hilfe sicherstellen, dass ihre zur Verfügung gestellten Mittel diesen spezifischen Bedürfnissen entgegenkommen, durch eine gezielte und angepasste Unterstützung", betont Handicap International.

Nach Angaben von UNICEF sind weltweit 93 Millionen Kinder unter 14 Jahren von einer Behinderung betroffen. Da die Daten aber häufig unvollständig seien, lege diese Schätzung vermutlich unter der tatsächlichen Anzahl. Der Weltkinderreport 2013 beinhaltet Empfehlungen, um die weltweite Exklusion von Kindern mit Behinderung zu beenden. So fordert UNICEF die Staaten auf, die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung zu unterzeichnen und durchzusetzen.

Der Bericht zeigt auf, dass Kinder mit Behinderung häufiger von sozialer und schulischer Exklusion sowie von Armut und Gewalt betroffen sind. Dies ist laut Handicap International umso Besorgnis erregender, da sich die Situation in den ärmsten Ländern noch verschlechtert, besonders, wenn Kinder mit Behinderung mit bewaffneten Konflikten, explosiven Kriegsresten oder Naturkatastrophen konfrontiert sind.

"In den Entwicklungsländern haben fast 90% der behinderten Kinder keinen Zugang zu der benötigten Hilfe“, erklärt Ludovic Bourbé, technischer Direktor bei Handicap International. "Diese Situation ist inakzeptabel. Der UNICEF-Report zeigt die größten Mängel bei der Betreuung von Kindern mit Behinderungen in Entwicklungsländern sehr gut auf. Aber mit den aktuell noch unzureichenden Finanzierungen ist es schwierig, die Situation zu verbessern.“ Handicap International setzt sich im Einklang mit den Empfehlungen von UNICEF in 61 Ländern insbesondere für Kinder mit Behinderungen ein. 

 

MüNCHEN (KOBINET) Kategorien Nachrichten

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sajz689