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Frauenhäuser: 50 Jahre Aufbauarbeit, 50 Jahre Mangel

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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich des 50. Jahrestages der Eröffnung des ersten Frauenhauses in der Bundesrepublik Deutschland am 1. November 2026 äußert sich Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, zu den anhaltenden Defiziten. "Fünf Jahrzehnte Frauenhäuser sind fünf Jahrzehnte Arbeit von Frauen für Frauen. Zum Jubiläum gehört aber auch eine bittere Erkenntnis: Der Erfolg der Frauenhausbewegung ist kein Selbstläufer, sondern musste von Frauen auch gegen Widerstände erkämpft werden", so Rock.

Die Geschichte der Frauenhäuser sei bis heute eine Geschichte des Mangels, erklärte Rock. Es fehle an Plätzen, an gesicherter Finanzierung und an Gesetzen, die Frauen wirklich schützen. Noch immer fehlten knapp 12.000 Frauenhausplätze, und die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt erreiche immer wieder neue Höchststände.

Gesetze zum Schutz von Frauen müssten so geschrieben sein, dass Betroffene ihre Rechte ohne Umwege durchsetzen könnten, betonte Rock. Der Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung, den das Gewalthilfegesetz verspricht, gelte erst ab 2032. "Für eine Frau, die heute Schutz sucht, ist das eine ferne Zukunft. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Rechtsanspruch vorzuziehen und Frauen damit endlich ein echtes Schutzversprechen zu geben", so Rock.

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