Menu Close

Netzwerk fordert bessere Gewaltschutz-Zugänge für Frauen mit Behinderungen

Frau mit blondem langen Haaren und einer roten Jacke sitzt an einem langen Tisch auf dessen Gegenseite weitere Personen zu erkennen sind
Netzwerk-Sprecherin Claudia Seipelt-Holtmann beim Austausch im Ministerium zur Umsetzung des Gewalthilfegesetzes
Foto: NetzwerkBuero

DÜSSELDORF (kobinet)

Rund 61 Prozent der landesgeförderten Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen melden Bedarf an einem barrierefreien Umbau. Das zeigt die im Oktober vorgestellte Kienbaum-Ausgangsanalyse zur Gewalthilfe. Auch fehlende Möglichkeiten zur aufsuchenden Beratung und fehlendes Fachwissen erschweren Frauen mit Behinderungen den Zugang zu Hilfe. Anlässlich der Anhörung am 5. November im Ausschuss für Gleichstellung und Frauen des Landtags NRW fordert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW, dass Gewalthilfe für betroffene Frauen und Mädchen funktionieren muss. "Gewalt-Hilfe muss für Frauen und Mädchen mit Behinderungen funktionieren!", betont Claudia Seipelt-Holtmann, Sprecherin des Netzwerks Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW.

Das bundesweite Gewalthilfegesetz sieht ab 2032 einen Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung vor. In NRW werden aktuell die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die weitere Entwicklung der Hilfsangebote vorbereitet. Die zentrale Forderung des Netzwerks: Frauen und Mädchen mit Behinderungen müssen Schutz- und Beratungsangebote kennen, erreichen und tatsächlich nutzen können.

Dafür braucht es mehr als barrierefreie Gebäude, erklärt das Netzwerk: verständliche Informationen, passende Beratung, aufsuchende Angebote und Fachwissen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Gewalthilfe, Eingliederungshilfe, Selbstvertretung und weiteren Anlaufstellen muss gestärkt und verlässlich finanziert werden. Zudem müssen Frauen mit Behinderungen und ihre Selbstvertretung weiterhin an der Planung beteiligt sein.

Am 9. November veranstalten das NetzwerkBüro NRW und das Netzwerk Gewaltschutz inklusiv das Fach- und Vernetzungstreffen "Inklusiven Gewaltschutz verbessern" in Düsseldorf und online. Auf dem Programm stehen ein Menschenrechtsimpuls, Gespräche mit Landtagsabgeordneten und konkrete Erfahrungen aus der Praxis. Die Traumaambulanz Düsseldorf stellt vor, wie Barrieren abgebaut wurden. Weitere Beispiele zeigen, wie neue Angebote entstehen und wie die Zusammenarbeit vor Ort gelingt. Auch die Erfahrungen und Fragen der Teilnehmerinnen sowie Hilfen für die Vernetzung haben ihren Platz.

Das Treffen knüpft an den digitalen Austausch "NRW vernetzt sich!" von 2024 an. Die aktuellen Ergebnisse sollen in weitere politische Gespräche und die Netzwerkarbeit einfließen – etwa bei der Entwicklungsplanung zur Gewalthilfe und bei der Umsetzung der Istanbul-Konvention im Land und in den Kommunen.

Lesermeinungen

Bitte beachten Sie unsere Regeln in der Netiquette, unsere Nutzungsbestimmungen und unsere Datenschutzhinweise.

Sie müssen angemeldet sein, um eine Lesermeinung verfassen zu können. Sie können sich mit einem bereits existierenden Disqus-, Facebook-, Google-, Twitter-, Microsoft- oder Youtube-Account schnell und einfach anmelden. Oder Sie registrieren sich bei uns, dazu können Sie folgende Anleitung lesen: Link
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Lesermeinungen
Neueste
Älteste
0
Wir würden gerne Ihre Meinung lesen, schreiben Sie einen Leserbrief!x