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„Ich bestimme. Ich begleite. Bis zuletzt!“ – mehr als 100 Teilnehmende beim Fachtag in Lingen

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Foto: ht

Lingen (kobinet)

Wie können Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt über ihre letzte Lebensphase ent-scheiden? Wie können sie andere Menschen beim Sterben begleiten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der inklusive Fachtag "Ich bestimme. Ich begleite. Bis zuletzt!" am 28. Oktober 2026 im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen. Die Veranstaltung war mit mehr als 100 Teilnehmenden ausgebucht und machte deutlich: Der Wunsch nach Selbstbestimmung und guter Begleitung am Lebensende betrifft alle Menschen. Zielgruppen waren Bewohnerinnen und Bewohner, Fachpersonen und Ehrenamtliche aus der Eingliederungshilfe sowie weitere interessierte Menschen mit und ohne Behinderungen. Im Mittelpunkt des Fachtages standen die Themen Selbstbestimmung, Teilhabe und eine würdige hospizlich-palliative Be-gleitung am Lebensende.

Prof. Dr. Sabine Schäper und Jenni Walther von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen gaben interessante Einblicke in das Projekt HospInk, welches sich nicht nur mit der Frage, wie Menschen mit Behinderungen am Lebensende gut begleitet werden, beschäftigt. Vielmehr stand auch im Mittelpunkt, welche Rolle sie selbst in der Begleitung anderer Menschen übernehmen können. Diese Perspektive wurde im anschließenden Workshop der Referentinnen gemeinsam mit den Teilnehmenden weiter vertieft.

In den Workshops ging es unter anderem um die gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (GVP) und um die Frage, wie eigene Wünsche und Vorstellungen dazu festgehalten und berücksichtigt werden können. Für Fachpersonen standen die Umsetzung der gesundheitlichen Versorgungsplanung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, gelingende Kommunikation sowie die Zusammenarbeit mit ambulanten Hospizdiensten und weiteren Partnerinnen und Partnern der Hospiz- und Palliativversorgung auf dem Programm. Auch die Themen Sterben, Abschied und Begleitung wurden auf unterschiedliche Weise zugänglich gemacht. Angebote in Leichter Sprache sowie kreative Zugänge ermöglichten verschiedene Formen der Auseinandersetzung und des Austauschs.

"Der Fachtag machte deutlich, dass Selbstbestimmung bis zum Lebensende für alle Menschen wichtig ist", betont Annetraud Grote, die niedersächsische Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen. "Um Menschen mit Behinderungen bedarfsorientiert belgeiten zu können, braucht es Wissen, geeignete Strukturen und vor allem Menschen, die genau zuhören, um gemeinsam individuelle Wünsche umzusetzen."

Gefördert wurde der Fachtag durch die Aktion Mensch, den Landkreis Emsland sowie den Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen e. V. (HPVN). Der Fachtag wurde durch den Palliativstützpunkt Nördliches Emsland und den Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen e. V. (LSHPN) durchgeführt.

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