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Frauen mit Behinderungen nutzen Landeshaus NRW für politische Forderungen

Blick von schräg oben in einen Beratungssaal m it in Reihen stehenden Tischen an denen Frauen sitzen
Frauen des Netzwerks auf den Plätzen im Landeshaus Münster
Foto: Nena Aichholzer

MÜNSTER (kobinet)

Trotz Erkältungswelle, Streckensperrungen und Sturmschäden kamen am 24. Oktober fast 30 Frauen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen aus ganz Nordrhein-Westfalen im Landeshaus in Münster zusammen. Im Sitzungssaal der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe nutzten sie das Redepult und die Mikrofone, um eigene politische Anliegen vorzutragen. Unter dem Motto "Wir machen politische Räume zu unseren!" erprobten die Teilnehmerinnen, wie es sich anfühlt, in einem großen politischen Gremium selbst das Wort zu ergreifen. Ein Höhepunkt des Plenums war das offene Mikrofon am Redepult. Viele Frauen nutzten die Möglichkeit, in bis zu drei Minuten ihre Themen zu benennen. Dazu gehörten Forderungen nach mehr Aktivität vor der anstehenden Landtagswahl, mehr Respekt in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, fehlende barrierefreie frauenärztliche Praxen in NRW sowie die Idee, Barrieren in den eigenen Stadtvierteln sichtbar zu machen und abzubauen.

Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos, die aufgrund von Bahnproblemen nur digital teilnahm, betonte, dass Frauen mit Behinderungen und ihre Anliegen noch immer als Nebensache behandelt werden. Caterina David aus dem Vorstand der LAG Selbsthilfe NRW, dem Rechtsträger des NetzwerkBüros, unterstrich die Bedeutung gemeinsamer und gut hörbarer Vertretung der Themen behinderter Frauen.

Auch die aktuellen Spardiskussionen rund um die Eingliederungshilfe wurden thematisiert. Einige Teilnehmerinnen berichteten von angedrohten Einschränkungen ihrer Unterstützung. Die Frauen forderten daher breitere Bündnisse und wirksamere gemeinsame Aktionen. Das NetzwerkBüro wird mit den Frauen beraten, wie ihre Ideen umgesetzt werden können.

Das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW vertritt seit 1995 die Interessen von Frauen und Mädchen in den Bereichen Inklusion und Gleichstellung. Seit 30 Jahren wird es durch das vom Land finanzierte NetzwerkBüro mit Sitz in Münster unterstützt. Das Plenum machte erneut deutlich: Frauen mit Behinderungen wollen nicht nur angehört werden – sie wollen politische Entscheidungen mitgestalten. "Das ist auch unser Raum!", so der Tenor der Veranstaltung.

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