Berlin (kobinet)
Viele Menschen sind lange krank.
Manche Menschen haben eine Behinderung.
Eine Behinderung bedeutet:
Etwas ist für einen Menschen schwerer.
Zum Beispiel:
Sehen, hören, laufen oder verstehen.
Diese Menschen haben oft Probleme.
Die Probleme sind im Gesundheits-System.
Das Gesundheits-System umfasst:
Arzt-Praxen, Kranken-Häuser und Hilfen.
Dort bekommen kranke Menschen Hilfe.
Sie bekommen nicht die gleiche Hilfe.
Wie andere Menschen.
Deshalb haben 19 Vereine einen Text geschrieben.
Der Text heißt Erklärung.
Eine Erklärung ist ein Text.
Der Text sagt:
Warum etwas wichtig ist.
Oder wie etwas funktioniert.
Diese Vereine helfen kranken Menschen.
Sie helfen auch Menschen mit Behinderungen.
Ein Verein heißt:
Deutscher Blinden- und Sehbehinderten-Verband.
Das ist ein Verein für blinde Menschen.
Und für Menschen, die schlecht sehen.
Die Erklärung heißt:
Gesundheit ist ein Menschen-Recht.
Ein Menschen-Recht bedeutet:
Alle Menschen sollen das Gleiche dürfen.
Das Gesundheits-System soll sich mehr kümmern.
Um kranke Menschen.
Und um Menschen mit Behinderungen.
In der Erklärung steht:
Seit 40 Jahren gibt es eine Gruppe.
40 Jahre sind eine lange Zeit.
Die Gruppe heißt:
Forum für chronisch kranke und behinderte Menschen.
Chronisch krank bedeutet:
Ein Mensch ist lange krank.
Oder für immer krank.
Die Gruppe gehört zum Paritätischen.
Der Paritätische ist ein großer Verein.
Er hilft vielen anderen Vereinen.
Die Gruppe setzt sich ein.
Für die Rechte von kranken Menschen.
Und für behinderte Menschen.
Die Gruppe will eine Gesellschaft für alle.
Gesellschaft bedeutet:
Alle Menschen leben zusammen.
In einem Land.
Jeder Mensch soll gleich behandelt werden.
Das Gesundheits-System soll achten.
Auf die Bedürfnisse von kranken Menschen.
Bedürfnisse sind Dinge, die ein Mensch braucht.
Gesundheit ist ein Menschen-Recht.
Das steht in einem Vertrag.
Der Vertrag heißt:
UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Viele Länder haben den Vertrag unterschrieben.
In dem Vertrag steht:
Menschen mit Behinderungen haben Rechte.
Die Rechte sind für alle gleich.
In Deutschland gibt es ein gutes Gesundheits-System.
Aber nicht alle bekommen die gleiche Hilfe.
Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland ist lange krank.
Fast 10 von 100 Menschen haben eine Behinderung.
Für diese Menschen gibt es oft Hindernisse.
Hindernisse sind Dinge im Weg.
Sie machen etwas schwer.
Oder unmöglich.
Diese Hindernisse sollen weg.
1. Gleiche Hilfe für alle
Alle Menschen sollen die gleiche Hilfe bekommen.
Hilfe bedeutet:
Unterstützung für kranke Menschen.
Das Geld für die Hilfe soll fair sein.
Alle Menschen sollen in eine Versicherung zahlen.
Eine Versicherung ist eine Kranken-Kasse.
Man zahlt Geld ein.
Dann hilft die Kasse später.
Auch Menschen mit wenig Geld sollen mitmachen.
Menschen mit Krankheiten zahlen oft mehr.
Menschen mit Behinderungen zahlen oft mehr.
Die Gruppe will das ändern.
2. Keine Hindernisse mehr
Alle Menschen sollen zum Arzt gehen können.
Auch Menschen mit Behinderungen.
Arzt-Praxen sollen barriere-frei sein.
Kranken-Häuser sollen barriere-frei sein.
Reha-Zentren sollen barriere-frei sein.
Barriere-frei bedeutet:
Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können alles nutzen.
Reha-Zentren sind Orte.
Dort bekommen Menschen Hilfe.
Sie werden wieder gesund.
Oder stärker.
Zum Beispiel soll es Rampen geben.
Rampen sind schräge Flächen.
Für Rollstuhl-Fahrer.
Rollstuhl-Fahrer benutzen einen Rollstuhl.
Es soll Informationen in Leichter Sprache geben.
Es soll mehr barriere-freie Angebote geben.
3. Selbst entscheiden
Jeder Mensch soll selbst entscheiden.
Welche Hilfe er braucht.
Niemand soll für einen Menschen entscheiden.
Der Mensch soll selbst bestimmen.
4. Hilfe soll sicher sein
Menschen mit Behinderungen brauchen oft Hilfe.
Diese Hilfe soll es immer geben.
Die Hilfe soll nie aufhören.
Wenn ein Mensch aus dem Krankenhaus kommt:
Dann soll die Hilfe weitergehen.
Die Einrichtungen sollen besser zusammenarbeiten.
Einrichtungen sind Orte für Hilfe.
5. Erfahrungen nutzen
Menschen mit Krankheiten wissen selbst:
Was sie brauchen.
Menschen mit Behinderungen wissen selbst:
Was sie brauchen.
Betroffene sind Menschen.
Sie erleben ein Problem selbst.
Ihre Erfahrungen sollen in Gesetze.
Auch Vereine von Betroffenen sollen mitreden.
Das ist wichtig für die Gesundheits-Politik.
Gesundheits-Politik bedeutet:
Politiker machen Regeln.
Für Ärzte und Kranken-Häuser.
6. Bessere Ausbildung für Helfer
Ärzte sollen mehr lernen.
Über Behinderungen.
Pflege-Kräfte sollen mehr lernen.
Über Behinderungen.
Pflege-Kräfte helfen kranken Menschen.
Sie sollen besser verstehen:
Was Menschen mit Behinderungen brauchen.
Auch Menschen mit Zeugnissen aus anderen Ländern sollen arbeiten dürfen.
Zeugnisse zeigen:
Jemand hat eine Ausbildung.
So gibt es mehr Fach-Kräfte.
Fach-Kräfte sind gut ausgebildet.
Sie können gut helfen.
Die Gruppe fordert die Politik auf:
Die Forderungen sollen umgesetzt werden.
Gesundheit ist ein Menschen-Recht.
Die Vereine kennen die Probleme.
Sie wissen, was kranke Menschen brauchen.
Sie wissen, was behinderte Menschen brauchen.
Die Vereine wollen helfen.
Bei der Gestaltung.
Gestaltung bedeutet:
Man macht etwas besser.
Die Vereine helfen bei Fragen.
Diese Vereine haben die Erklärung unterschrieben:
- ABiD e. V. – Allgemeiner Behinderten-Verband Deutschland
- Anthropoi Selbsthilfe
- Autismus Deutschland e. V.
- Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V.
- Bundesverband Kehlkopf- und Kopf-Hals-Tumore e. V.
- Bundesverband Niere e. V.
- VEID – Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister
- Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e. V.
- Deutsche Diabetes Föderation
- DGM – Deutsche Gesellschaft für Muskel-Kranke e. V.
- Deutsche Ilco
- DLH – Deutsche Leukämie & Lymphom-Hilfe
- DMSH – Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft
- Deutsche Rheuma Liga
- Deutscher Psoriasis Bund e. V.
- DSB – Deutscher Schwerhörigen-Bund e. V.
- Deutscher Blinden- und Sehbehinderten-Verband e. V. (DBSV)
- FSH Bundesverband e. V. – Frauenselbsthilfe Krebs
- Sozialverband VdK Deutschland e. V.
e. V. bedeutet: Eingetragener Verein.
Mehr Informationen gibt es hier:
Dieser Text ist in Leichter Sprache.
Er folgt den Regeln der DIN SPEC 33429.
Foto: ht
Berlin (kobinet)
Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung stoßen im deutschen Gesundheitswesen auf Barrieren und haben keinen gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Versorgung. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen im Paritätischen hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deshalb gemeinsam mit weiteren 18 Organisationen eine Erklärung mit dem Titel "Gesundheit ist Menschenrecht - für ein Gesundheitswesen, das chronisch kranke und behinderte Menschen ins Zentrum stellt".
In der Erklärung heißt es:
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen bekräftigen wir unser gemeinsames Engagement für eine vielfältige, inklusive und solidarische Gesellschaft. Seit 1986 bringt das Forum die Perspektiven chronisch kranker und behinderter Menschen in die gesundheitspolitischen Debatten ein und setzt sich für ihre Rechte und gleichberechtigte Teilhabe ein. Als Teil des Paritätischen stehen wir für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und soziale Gerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund fordern wir ein Gesundheitswesen, das die Bedürfnisse chronisch kranker und behinderter Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt und Gesundheit als Menschenrecht verwirklicht. Das deutsche Gesundheitssystem gilt als leistungsfähig - doch längst nicht alle Menschen profitieren davon gleichermaßen. Rund 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben mit einer chronischen Erkrankung, knapp 10 Prozent mit einer anerkannten Behinderung. Für sie bestehen im Gesundheitswesen strukturelle Barrieren, die den gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Versorgung erschweren oder verhindern. Wir wollen ein Gesundheitswesen, das gleichberechtigte Teilhabe für alle ermöglicht, so wie es unter anderem auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorschreibt. Gleichberechtigte Teilhabe ist kein Randthema, sondern Ausdruck eines menschenrechtsbasierten Sozialstaats. Deshalb fordern wir:
Solidarische Finanzierung sicherstellen
Die Finanzierungslasten der Gesundheitsversorgung müssen gerecht verteilt werden. Ein einheitliches, solidarisches Versicherungssystem, in das alle Bürgerinnen und Bürger mit allen Einkommensarten einbezogen werden, trägt dazu bei, die bestehende Benachteiligung von Menschen mit chronischer Erkrankung oder Behinderung abzubauen. Gerade sie sind überdurchschnittlich häufig von Zuzahlungen, Eigenanteilen und Beitragsschulden betroffen.
Zugang und Barrierefreiheit gewährleisten
Die freie Arztwahl und das Recht auf eine benachteiligungsfreie Gesundheitsversorgung einschließlich (medizinischer) Rehabilitation muss auch faktisch gelten. Praxen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Beratungsstellen müssen baulich, kommunikativ, digital und hinsichtlich des Behandlungskonzepts barrierefrei zugänglich sein. Vorhandene Zugangshürden sind abzubauen und bislang fehlende Angebotsstrukturen sind aufzubauen.
Selbstbestimmung schützen
Entscheidungen über die eigene Versorgung müssen selbstbestimmt getroffen werden können, unabhängig von Fremdbestimmung oder gesellschaftlichen Normen.
Assistenz und Versorgungskontinuität ausbauen
Assistenzleistungen müssen bedarfsgerecht ausgebaut und gesetzlich abgesichert werden. Versorgungslücken beim Übergang zwischen ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung müssen durch bessere Vernetzung der Einrichtungen und durch entsprechende gesetzliche oder untergesetzliche Richtlinien der Selbstverwaltung geschlossen werden.
Erfahrungsexpertise einbeziehen
Die (Diskriminierungs-)Erfahrungen chronisch kranker und behinderter Menschen sowie die Expertise der Selbsthilfe müssen frühzeitig und verbindlich in Gesetzgebungsverfahren sowie in Selbstverwaltungs-Gremien in Bund und Ländern gleichwertig einfließen. Betroffenenbeteiligung ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung guter Gesundheitspolitik.
Qualifiziertes Personal und Diversitätskompetenz stärken
Fachkräfte im Gesundheitswesen brauchen bessere Arbeitsbedingungen und Fortbildungen zu Diversitätskompetenz und zu Auswirkungen von körperlichen, seelischen, geistigen und Sinnesbeeinträchtigungen, um eine sensible und fachlich fundierte Versorgung chronisch kranker und behinderter Menschen sicherzustellen. Auch die beschleunigte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse spielt für eine zuverlässige Versorgung eine wichtige Rolle.
Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, diese Grundsätze als handlungsleitende Maximen der anstehenden Gesundheitsreformen heranzuziehen. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Die im Forum zusammengeschlossenen Organisationen verfügen über eine breite fachliche Expertise und bringen die Erfahrungen von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen unmittelbar in die gesundheitspolitische Debatte ein. Dieses Wissen verstehen wir als wertvollen Beitrag für zukunftsfähige Reformen. Wir bringen diese Expertise weiterhin aktiv in die Gestaltung eines inklusiven und solidarischen Gesundheitswesens ein und stehen den politisch Verantwortlichen als verlässliche Gesprächspartner zur Verfügung.
Unterzeichnet von:
ABiD e. V - Allgemeiner Behindertenverband Deutschland e. V.
Anthropoi Selbsthilfe - Bundesvereinigung Selbsthilfe im anthroposophischen Sozialwesen e. V.
Autismus Deutschland e. V.
Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V.
Bundesverband Kehlkopf- und Kop-Hals-Tumore e. V.
Bundesverband Niere e. V.
VEID - Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e. V.
Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e. V.
Deutsche Diabetes Föderation
DGM - Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V.
Deutsche Ilco
DLH - Deutsche Leukämie & Lymphom-Hilfe
DMSH - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.
Deutsche Rheuma Liga
Deutscher Psoriasis Bund e. V.
DSB - Deutscher Schwerhörigenbund e. V.
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
FSH Bundesverband e. V. - Frauenselbsthilfe Krebs
Sozialverband VdK Deutschland e. V.
Foto: ht
Berlin (kobinet)
Menschen mit einer chronischen Erkrankung oder einer Behinderung stoßen im deutschen Gesundheitswesen auf Barrieren und haben keinen gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Versorgung. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen im Paritätischen hat der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) deshalb gemeinsam mit weiteren 18 Organisationen eine Erklärung mit dem Titel "Gesundheit ist Menschenrecht - für ein Gesundheitswesen, das chronisch kranke und behinderte Menschen ins Zentrum stellt".
In der Erklärung heißt es:
Anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Forums chronisch kranker und behinderter Menschen bekräftigen wir unser gemeinsames Engagement für eine vielfältige, inklusive und solidarische Gesellschaft. Seit 1986 bringt das Forum die Perspektiven chronisch kranker und behinderter Menschen in die gesundheitspolitischen Debatten ein und setzt sich für ihre Rechte und gleichberechtigte Teilhabe ein. Als Teil des Paritätischen stehen wir für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und soziale Gerechtigkeit. Vor diesem Hintergrund fordern wir ein Gesundheitswesen, das die Bedürfnisse chronisch kranker und behinderter Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt und Gesundheit als Menschenrecht verwirklicht. Das deutsche Gesundheitssystem gilt als leistungsfähig - doch längst nicht alle Menschen profitieren davon gleichermaßen. Rund 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben mit einer chronischen Erkrankung, knapp 10 Prozent mit einer anerkannten Behinderung. Für sie bestehen im Gesundheitswesen strukturelle Barrieren, die den gleichberechtigten Zugang zu einer angemessenen Versorgung erschweren oder verhindern. Wir wollen ein Gesundheitswesen, das gleichberechtigte Teilhabe für alle ermöglicht, so wie es unter anderem auch die UN-Behindertenrechtskonvention vorschreibt. Gleichberechtigte Teilhabe ist kein Randthema, sondern Ausdruck eines menschenrechtsbasierten Sozialstaats. Deshalb fordern wir:
Solidarische Finanzierung sicherstellen
Die Finanzierungslasten der Gesundheitsversorgung müssen gerecht verteilt werden. Ein einheitliches, solidarisches Versicherungssystem, in das alle Bürgerinnen und Bürger mit allen Einkommensarten einbezogen werden, trägt dazu bei, die bestehende Benachteiligung von Menschen mit chronischer Erkrankung oder Behinderung abzubauen. Gerade sie sind überdurchschnittlich häufig von Zuzahlungen, Eigenanteilen und Beitragsschulden betroffen.
Zugang und Barrierefreiheit gewährleisten
Die freie Arztwahl und das Recht auf eine benachteiligungsfreie Gesundheitsversorgung einschließlich (medizinischer) Rehabilitation muss auch faktisch gelten. Praxen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Beratungsstellen müssen baulich, kommunikativ, digital und hinsichtlich des Behandlungskonzepts barrierefrei zugänglich sein. Vorhandene Zugangshürden sind abzubauen und bislang fehlende Angebotsstrukturen sind aufzubauen.
Selbstbestimmung schützen
Entscheidungen über die eigene Versorgung müssen selbstbestimmt getroffen werden können, unabhängig von Fremdbestimmung oder gesellschaftlichen Normen.
Assistenz und Versorgungskontinuität ausbauen
Assistenzleistungen müssen bedarfsgerecht ausgebaut und gesetzlich abgesichert werden. Versorgungslücken beim Übergang zwischen ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung müssen durch bessere Vernetzung der Einrichtungen und durch entsprechende gesetzliche oder untergesetzliche Richtlinien der Selbstverwaltung geschlossen werden.
Erfahrungsexpertise einbeziehen
Die (Diskriminierungs-)Erfahrungen chronisch kranker und behinderter Menschen sowie die Expertise der Selbsthilfe müssen frühzeitig und verbindlich in Gesetzgebungsverfahren sowie in Selbstverwaltungs-Gremien in Bund und Ländern gleichwertig einfließen. Betroffenenbeteiligung ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung guter Gesundheitspolitik.
Qualifiziertes Personal und Diversitätskompetenz stärken
Fachkräfte im Gesundheitswesen brauchen bessere Arbeitsbedingungen und Fortbildungen zu Diversitätskompetenz und zu Auswirkungen von körperlichen, seelischen, geistigen und Sinnesbeeinträchtigungen, um eine sensible und fachlich fundierte Versorgung chronisch kranker und behinderter Menschen sicherzustellen. Auch die beschleunigte Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse spielt für eine zuverlässige Versorgung eine wichtige Rolle.
Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, diese Grundsätze als handlungsleitende Maximen der anstehenden Gesundheitsreformen heranzuziehen. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Die im Forum zusammengeschlossenen Organisationen verfügen über eine breite fachliche Expertise und bringen die Erfahrungen von Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen unmittelbar in die gesundheitspolitische Debatte ein. Dieses Wissen verstehen wir als wertvollen Beitrag für zukunftsfähige Reformen. Wir bringen diese Expertise weiterhin aktiv in die Gestaltung eines inklusiven und solidarischen Gesundheitswesens ein und stehen den politisch Verantwortlichen als verlässliche Gesprächspartner zur Verfügung.
Unterzeichnet von:
ABiD e. V - Allgemeiner Behindertenverband Deutschland e. V.
Anthropoi Selbsthilfe - Bundesvereinigung Selbsthilfe im anthroposophischen Sozialwesen e. V.
Autismus Deutschland e. V.
Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V.
Bundesverband Kehlkopf- und Kop-Hals-Tumore e. V.
Bundesverband Niere e. V.
VEID - Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e. V.
Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e. V.
Deutsche Diabetes Föderation
DGM - Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V.
Deutsche Ilco
DLH - Deutsche Leukämie & Lymphom-Hilfe
DMSH - Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e. V.
Deutsche Rheuma Liga
Deutscher Psoriasis Bund e. V.
DSB - Deutscher Schwerhörigenbund e. V.
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV)
FSH Bundesverband e. V. - Frauenselbsthilfe Krebs
Sozialverband VdK Deutschland e. V.





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