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Berufliche Rehabilitation braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Bild eines Arbeiters an einer Werkbank mit Handwerkzeug und Maschinenteilen
Bild eines Arbeiters an einer Werkbank mit Handwerkzeug und Maschinenteilen
Foto: tanrıca In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet)

Die 28 Berufsförderungswerke (BFW) mit rund 100 Standorten verzeichnen eine steigende Nachfrage nach beruflicher Rehabilitation, bedingt durch den demografischen Wandel und veränderte Anforderungen der Arbeitswelt. Besonders bei psychischen oder chronischen Erkrankungen benötigen immer mehr Menschen Unterstützung für einen beruflichen Neustart. Wie der Bundesverband Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) mitteilt, gelingt über 78 Prozent der Absolventinnen und Absolventen nach ihrer Rehabilitation der Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

"Wir machen diese Arbeit mit großer Begeisterung, unsere Fachkräfte sind teilweise sehr lange tätig, weil sie die Arbeit so schätzen, die Menschen einen Neustart ermöglicht", sagte die Vorstandsvorsitzende des BV BFW, Dr. Susanne Gebauer. Gleichzeitig stünden die Einrichtungen vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen, betonte sie. Als tarifgebundene Einrichtungen wendeten alle 28 BFW Tarifverträge des öffentlichen Dienstes oder vergleichbare kirchliche Arbeitsrechtsregelungen an. "Gute Arbeit kostet Geld", so Dr. Gebauer.

Hinzu kommen Investitionsbedarfe für die Modernisierung der Infrastruktur, etwa zur Anpassung der Gebäude an den Klimawandel, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Sicherung attraktiver Lern- und Arbeitsbedingungen. Die Finanzierung der Einrichtungen erfolge grundsätzlich über die vereinbarten Kostensätze, da zusätzliche Fördermöglichkeiten für notwendige Investitionen in die berufliche Rehabilitation bisher nicht zur Verfügung stünden. "Deshalb müssen die Einrichtungen auch künftig in der Lage sein, notwendige Investitionen über ihre Finanzierung abzubilden. Wer erfolgreiche berufliche Rehabilitation will, muss auch für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. Dazu gehören qualifiziertes Personal, moderne Lernumgebungen und zukunftsfähige Gebäude", betonte Dr. Gebauer.

Die BFW entwickeln ihre Angebote kontinuierlich weiter, etwa durch digitale Lernformen und neue Qualifizierungsangebote im Bereich Künstliche Intelligenz. Aktuell werde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Entwicklung eines barrierefreien KI-Agenten für die berufliche Rehabilitation vorbereitet. Zudem würden Mitarbeitende der Einrichtungen im Rahmen eines gemeinsamen Digitalisierungscurriculums für die Anforderungen des europäischen AI Acts qualifiziert.

"Die BFW werden auch künftig alles daransetzen, Menschen erfolgreich auf ihrem Weg zurück in Arbeit zu begleiten. Dafür benötigen sie eine Finanzierung, die steigenden Bedarfen, tarifgerechten Arbeitsbedingungen sowie den notwendigen Investitionen in Personal, Digitalisierung und Infrastruktur Rechnung trägt", sagte Dr. Gebauer.

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