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Sozialkürzungsdebatten verunsichern – fünf unbekannte Hilfsangebote

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Foto: Aktion Mensch e. V.

BONN (kobinet)

Die aktuellen Debatten über Einsparungen im Sozialbereich verunsichern Menschen mit Behinderung, Familien und pflegende Angehörige. Gleichzeitig bleiben zahlreiche Unterstützungsangebote ungenutzt, wie eine Studie der Aktion Mensch zeigt. Der Grund: Viele Betroffene kennen die Leistungen nicht oder scheuen den bürokratischen Aufwand bei der Beantragung. Dabei hilft der barrierefreie Familienratgeber der Aktion Mensch. Er bietet Informationen zu staatlichen Hilfsangeboten in Einfacher und teils Leichter Sprache und deckt Themen wie Schule, Beruf, Freizeit, Barrierefreiheit, Rechte, Wohnen, Beratung sowie Kranken- und Pflegeversicherung ab.

Die Aktion Mensch macht auf fünf wenig bekannte Unterstützungsangebote aufmerksam:

1. **Leistungen für Bildung und Teilhabe**: Familien mit geringem Einkommen können damit Schulbedarf, Lernförderung, Fahrtkosten, Mittagessen in Ganztagsschulen oder Kitas, Musikunterricht, Sportvereinbeiträge sowie Eintrittsgelder für Kulturveranstaltungen finanzieren.

2. **Kinderzuschlag**: Zusätzlich zum Kindergeld können Familien mit geringem Einkommen pro Kind monatlich bis zu 297 Euro (Stand 2026) erhalten.

3. **Wohngeld**: Menschen mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Wohngeld. Aktuell haben in Deutschland rund zwei Millionen Haushalte Anspruch darauf. Menschen mit Schwerbehinderung können zudem einen Freibetrag von 1.800 Euro pro Jahr von ihrem Jahres-Brutto-Einkommen abziehen, was zu einem höheren Wohngeld führen kann.

4. **Soziale Absicherung für pflegende Angehörige**: Pflegepersonen haben Anspruch auf Sozialleistungen wie Beiträge zur Renten-, Unfall- oder Arbeitslosenversicherung, die von der Pflegekasse übernommen werden.

5. **Leistungen der Pflegeversicherung**: Pflegebedürftige können Leistungen für Pflege zu Hause oder im Pflegeheim, Pflegehilfsmittel oder Kosten für barrierefreie Umbauten des Wohnraums erhalten.

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch, betont: "Aktuelle Diskussionen um Kürzungen verunsichern Menschen mit Behinderung und Familien. Gleichzeitig sehen wir, dass wichtige Unterstützungsleistungen nicht genutzt werden – entweder, weil sie zu wenig bekannt oder zu kompliziert in der Beantragung sind. Wer auf Hilfe angewiesen ist, braucht Klarheit statt Bürokratie. Deshalb müssen Informationen verständlich sein und Leistungen die Menschen tatsächlich erreichen."

Zusätzlich bietet die Aktion Mensch mit dem Wegweiser Inklusion auf YouTube ein Informationsangebot zu Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Für Vereine, Initiativen und soziale Organisationen gibt es zudem drei neue Förderangebote: "Junge Menschen stärken", "Sport und Kultur vor Ort" sowie "Arbeitsplätze in Inklusionsunternehmen und Zuverdienstbetrieben".

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