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Unrecht gegen Gehörlose an Schulen aufklären und entschädigen

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet)

Anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Gebärdensprache am 23. September 2026 hat der behindertenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Sören Pellmann, auf das historische Unrecht gegen gehörlose Kinder an deutschen Schulen hingewiesen. Über Jahrzehnte sei Gehörlosen die Gebärdensprache verboten und ihre Anwendung mit Strafen und Schikanen unterbunden worden, erklärte Sören Pellmann. Stattdessen seien die Kinder gezwungen worden, Lautsprache durch Lippenlesen und Sprechen zu lernen. Dies sei ein direkter Eingriff in das Recht auf die eigene Sprache und Identität gewesen.

Die Deutsche Gebärdensprache sei erst 2002 rechtlich als eigenständige Sprache anerkannt worden, so Pellmann. Viel zu lange sei sie auch im Bildungsbereich nicht als vollwertige Sprache behandelt worden. Ganze Jahrgänge tauber Schülerinnen und Schüler seien dadurch in ihren Bildungschancen benachteiligt worden. Die Folgen dieses strukturellen Unrechts wirkten bis heute nach: deutlich schlechtere Chancen auf einen guten Schulabschluss, damit auch auf dem Arbeitsmarkt, niedrigere Renten und oft psychische Erkrankungen.

Sören Pellmann betonte, das Unrecht müsse endlich sichtbar gemacht werden. Mit einem Antrag im Bundestag fordere die Linke eine lückenlose Aufklärung und Anerkennung des Geschehenen sowie eine Entschädigung für die Opfer. Staat und Gesellschaft müssten Verantwortung übernehmen für diese bis heute nachwirkende Politik der Gewalt und des Wegsehens.

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