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Weltkindertag: VdK warnt vor Rückschritt bei inklusiver Kinder- und Jugendhilfe

Portrait von Verena Bentele
Portrait von Verena Bentele
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet)

Anlässlich des Weltkindertags, der heute am 20. September 2026, begangen wird, fordert der Sozialverband VdK Nachbesserungen am Regierungsentwurf zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Der Entwurf weiche vom Ziel ab, für alle Kinder mit und ohne Behinderung eine gemeinsame Anlaufstelle zu schaffen. Stattdessen sei eine neue Schulunterstützung für Kinder mit Behinderung nur für einen Teil der Betroffenen vorgesehen, was die bestehende Ungleichbehandlung verschärfe.

VdK-Präsidentin Verena Bentele kritisiert: "Die Politik muss zeigen, dass sie es mit dem Wohl und der Teilhabe aller Kinder ernst meint – auch mit Kindern mit Behinderungen. Der Regierungsentwurf bleibt dahinter zurück. Statt eines verbindlichen Fahrplans für die inklusive Lösung schafft er neue Unsicherheit für Familien und Kommunen."

Der Entwurf enthält eine Experimentierklausel, die es Kommunen bis 2032 ermöglicht, freiwillig zu testen, ob eine einheitliche Anlaufstelle für alle Kinder mit Behinderung funktioniert. Eine bundesweite Verpflichtung ist nicht vorgesehen. Zudem fehlen eine festgelegte Frist für die flächendeckende Einführung sowie eine Anschlussregelung für die Zeit nach der Erprobungsphase. "Statt eines verbindlichen Fahrplans bekommen wir eine Experimentierklausel ohne Anschlussregelung. Das ist kein Reformschritt, das ist ein Rückschritt", so Bentele. "Kommunen sollen jahrelang erproben, ohne dass feststeht, wie es anschließend weitergeht. Für Familien bedeutet das: Die Unsicherheit über Zuständigkeiten und Unterstützung bleibt bestehen."

Kritik übt der VdK auch an der geplanten infrastrukturellen Bildungsassistenz, einer neuen, unbürokratischen Unterstützung für Kinder mit Behinderung in der Schule. Dieses Angebot soll jedoch nur Kindern mit einer seelischen Behinderung zugutekommen. Bentele: "Es ist nicht hinnehmbar, dass hier nach der Art der Behinderung unterschieden wird. Kinder mit Behinderungen brauchen unabhängig von ihrer Beeinträchtigung Zugang zu Unterstützung und Teilhabe. Wenn selbst neue Instrumente am Ziel der Inklusion vorbeigehen, muss man sich fragen, wohin die Reform eigentlich steuert. Es darf keine Kinder erster und zweiter Klasse geben."

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