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Schulbegleitung in Hamburg: Breites Bündnis aus GEW und SoVD übergab mehr als 88.000 Unterschriften

Bild von der Unterschriftenübergabe
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Foto: change.org

Hamburg (kobinet)

"Meilenstein in der Debatte um Hamburgs Schulbegleitung: Erstmals empfing am 15. September 2026, Schulsenatorin Ksenija Bekeris die Petitionsstarterin Nicole Singh persönlich und nahm die mehr als 88.000 Unterschriften der Change.org-Petition 'Keine Kürzungen bei Schulbegleitung in Hamburg' entgegen. Begleitet wurde Singh von einem breiten Bündnis mit u.a. der GEW Hamburg, dem SoVD Hamburg und dem Kreiselternrat der Sonderschulen (KER SO). Im Anschluss fand ein fachlicher Austausch zwischen Bekeris, der Petitionsstarterin und Fachverbänden statt. Dabei las Singh emotionale Briefe betroffener Eltern vor, die an die Senatorin appellieren, die Kürzungen zurückzunehmen." So heißt es in einer von der Petitionsplattform Change.org verbreiteten Presseinformation.

Erst vor kurzem hatte das Hamburger Abendblatt berichtet, wie ein Kind mit Förderbedarf unbemerkt das Schulgelände verließ, weil die Schulbegleitung fehlte. Der Vorfall löste einen Polizeieinsatz aus. Die Change.org-Petition von Nicole Singh ist damit aktueller denn je.

Nicole Singh, Schulbegleiterin und Petitionsstarterin betonte: "Heute habe ich Frau Bekeris in die Augen geschaut und ihr gesagt, was für die Kinder Hamburgs auf dem Spiel steht: ihr Recht auf einen erfolgreichen Schulbesuch. Ein freundliches Gespräch ist der richtige Anfang – doch jetzt erwarten wir konkrete Zusagen."

Das Treffen wurde von einem breiten Bündnis gestützt:

Sven Quiring, Vorsitzender GEW Landesverband Hamburg erklärte: "Wer bei der Schulbegleitung den Rotstift ansetzt, spart direkt an den Bildungschancen und der Teilhabe von Kindern und Jugendlichen. Der Hamburger Senat darf Inklusion nicht zum Sparmodell machen. Schulen brauchen verlässliche Unterstützung und ausreichend qualifiziertes Personal statt Kürzungen, die am Ende Schüler*innen, Beschäftigte und Familien ausbaden müssen."

Dr. Sally Peters, Vorstand (Sprecherin) des SoVD-Landesverband Hamburg betonte: "Schule und Bildung sind die besten Chancen auf eine gute Zukunft – für alle Kinder in Hamburg. Wenn die Stadt jetzt die gute und bewährte Unterstützung durch die Schulbegleiter:innen entziehen will, wirft das die Inklusion im schulischen Umfeld ganz deutlich zurück."

Marietheres Spallek und Kerstin Ecke des Kreiselternrats der speziellen Sonderschulen und ReBBZen Hamburgs (KER SO) sagten: "Knapp 89.000 Menschen haben mit ihrer Unterschrift deutlich gemacht: bei der Schulbegleitung geht es nicht um eine zusätzliche Komfortleistung, sondern um die Voraussetzung dafür, dass Kinder mit Behinderung sicher und gleichberechtigt am Schulalltag teilnehmen können. Die Vorfälle der vergangenen Wochen zeigen, dass die Warnungen von Eltern und Schulen berechtigt waren. Jetzt muss die Schulbehörde handeln – bedarfsgerecht, unbürokratisch und am einzelnen Kind orientiert."

Zudem nahmen an dem Treffen Iris Nowak von Autismus Hamburg, Tobias Wolff vom FASD-Fachzentrum Hamburg sowie mehrere Vertretende der Elternkammer Hamburg teil.

Emotionale Briefe betroffener Eltern: "Wie eine Krücke, die man wegnimmt"

Bei dem Treffen mit Senatorin Bekeris las Nicole Singh Auszüge aus Briefen betroffener Eltern vor. Sie erzählen von Kindern wie Yeva, für die Schulbegleitung bedeutet, "dass jemand da ist, der merkt, wenn eine Situation zu viel wird". Eine Mutter warnt: "Wenn man einem Kind, das gerade gelernt hat, sicherer zu laufen, plötzlich die Krücke wegnimmt, wird es dadurch nicht selbstständiger." Eine andere Mutter schreibt: "Wir haben das Vertrauen in die politische Führung dieses Bereichs verloren." Die Briefe schildern plötzlich gekündigte Schulbegleitungen und Familien am Limit – und richten einen eindringlichen Appell an die Senatorin, die Kinder Hamburgs nicht im Stich zu lassen.

Schulbegleitung und Change.org-Petition bleiben ein Thema in Hamburg

Mehr als 4.000 Kinder in Hamburg brauchen eine Schulbegleitung. Doch ab diesem Schuljahr soll eine Begleitperson mehrere Kinder gleichzeitig betreuen. Schulbegleiterin Singh fordert in ihrer Petition auf Change.org individuelle 1:1-Unterstützung dort, wo es notwendig sei, Kombinationsmaßnahmen nur dort einzusetzen, wo sie dem tatsächlichen Bedarf der Kinder gerecht würden und eine verlässliche Finanzierung der Schulbegleitung, die mit dem tatsächlichen Bedarf mitwächst.

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