Berlin (kobinet)
Die Interessen-Vertretung Selbst-Bestimmt Leben in Deutschland heißt kurz ISL.
Eine Interessen-Vertretung setzt sich für bestimmte Menschen ein.
Sie sorgt dafür, dass diese Menschen gehört werden.
Die ISL vertritt behinderte Menschen in Deutschland.
Am 10. und 11. September 2026 traf sich die ISL in Berlin.
Das war die Mitglieder-Versammlung der ISL.
Bei einer Mitglieder-Versammlung kommen alle Mitglieder zusammen.
Sie besprechen wichtige Dinge.
Die Mitglieder sprachen über wichtige Themen.
Die ISL hat ein neues Mitglied bekommen.
Das neue Mitglied heißt JuMemB.
JuMemB ist ein Verband für junge Menschen mit Behinderungen.
Ein Verband ist eine Gruppe von Menschen oder Vereinen.
Sie haben ein gemeinsames Ziel und arbeiten zusammen.
Alle Mitglieder der ISL haben JuMemB aufgenommen.
Alle haben Ja gesagt.
Das war einstimmig.
Einstimmig bedeutet: Niemand hat Nein gesagt.
JuMemB ist die erste bundes-weite Selbst-Vertretung junger behinderter Menschen.
Bundes-weit bedeutet: in ganz Deutschland.
Bei der Selbst-Vertretung sprechen Menschen für sich selbst.
Sie sagen, was sie brauchen und wollen.
Junge behinderte Menschen hatten keine eigene Vertretung.
Das wollten einige Menschen ändern.
Im Februar 2022 trafen sich rund 15 Personen zum ersten Mal.
Jetzt sind es 27 aktive Menschen.
Im März 2026 gründete sich der Verein.
Die Mitglieder wählten Lilith, Lukas und Theresa in den Vor-Stand.
Der Vor-Stand leitet den Verein.
Die Menschen im Vor-Stand treffen wichtige Entscheidungen.
JuMemB vertritt junge Menschen von 12 bis 27 Jahren.
Die Mitglieder-Versammlung wählte auch einen Beirat.
Ein Beirat ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen beraten ein Projekt oder eine Organisation.
Justus Lauer wurde als Beirat für Jugend-Behinderten-Politik benannt.
Jugend-Behinderten-Politik bedeutet: Der Staat macht Regeln für junge Menschen mit Behinderung.
Diese Regeln sollen das Leben junger behinderter Menschen besser machen.
Junge Menschen mit Behinderungen brauchen eine eigene Stimme.
Das zeigte ein Streit über ein neues Gesetz.
Es ging um die Reform der Kinder- und Jugend-Hilfe.
Kinder- und Jugend-Hilfe bedeutet: Der Staat hilft Kindern und Jugendlichen.
Die Hilfe ist zum Beispiel bei Problemen in der Familie.
Der Staat hat das Gesetz in der Sommer-Pause beschlossen.
Das Gesetz heißt Struktur-Reform-Gesetz.
Das Struktur-Reform-Gesetz ändert, wie der Staat Kinder und Jugendliche unterstützt.
Die Verbände hatten Stellungnahmen geschrieben.
Eine Stellungnahme ist eine schriftliche Meinung zu einem Thema.
Niemand hat die Stellungnahmen beachtet.
Bis 2036 sollen jedes Jahr 2,7 Milliarden Euro gespart werden.
Gleichzeitig brauchen aber immer mehr Menschen Hilfe.
Das Gesetz plant: Assistenz in Schulen wird geteilt.
Assistenz bedeutet: Eine Person hilft einem behinderten Menschen im Alltag.
Assistenz soll sich mehrere Menschen teilen.
Das nennt man Poolen.
Poolen bedeutet: Mehrere Kinder teilen sich eine Hilfs-Person.
Die Hilfe wird dabei zusammengelegt.
Das Gesetz sagt: Werk-Stätten sind inklusive Orte.
Werk-Stätten sind besondere Orte zum Arbeiten für Menschen mit Behinderung.
Inklusiv bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die ISL findet das falsch.
Werk-Stätten sind keine inklusiven Orte.
Die ISL warnt: Das Gesetz ist gefährlich.
Die ISL befürchtet: Wichtige Rechte behinderter Menschen gehen verloren.
Assistenz soll wieder geteilt werden.
Individuelle Assistenz bedeutet: Jeder Mensch bekommt die Hilfe, die er braucht.
Individuelle Assistenz soll nicht mehr für jeden möglich sein.
Die ISL wurde nicht eingeladen.
Es ging um den Start der zweiten Reform-Stufe.
Später hat jemand der ISL eine Beteiligung zugesagt.
Beteiligung bedeutet: Die ISL darf mitmachen und mitreden.
Die ISL kritisiert: Das kam zu spät.
Auch bei der Eingliederungs-Hilfe gibt es Probleme.
Eingliederungs-Hilfe ist Geld und Unterstützung vom Staat.
Sie hilft behinderten Menschen, am Leben teil-zunehmen.
Zum Beispiel beim Wohnen oder bei der Arbeit.
Bund, Länder und Kommunen haben miteinander gesprochen.
Im Herbst will die Regierung ein neues Gesetz vorlegen.
Das Gesetz soll noch in diesem Jahr beschlossen werden.
Das neue Gesetz heißt Rechts-Vereinfachungs-Gesetz.
Das Rechts-Vereinfachungs-Gesetz soll viele Regeln einfacher machen.
Es soll weniger Bürokratie geben.
Bürokratie bedeutet: viele Regeln und Formulare.
Die ISL warnt: Das Gesetz ist gefährlich.
Die ISL befürchtet: Wichtige Rechte behinderter Menschen gehen verloren.
Assistenz soll wieder geteilt werden.
Individuelle Assistenz soll nicht mehr für jeden möglich sein.
Beim Bundes-Teilhabe-Gesetz gab es einen Beteiligungs-Prozess.
Das Bundes-Teilhabe-Gesetz ist ein Gesetz in Deutschland.
Das Gesetz hilft Menschen mit Behinderung.
Beteiligungs-Prozess bedeutet: Alle konnten mitmachen und mitreden.
Beim neuen Gesetz soll das nicht so sein.
Die ISL kritisiert das sehr scharf.
Mehrere Zentren für Selbst-Bestimmtes Leben haben Geld-Probleme.
Das Zentrum in Köln hat ein großes Problem.
Die Stadt Köln will keine Förderung mehr zahlen.
Förderung bedeutet: Jemand bekommt Geld für eine Aufgabe.
Das Geld kommt zum Beispiel vom Staat oder der Stadt.
Das soll in 2027 und 2028 so sein.
Rund 37.000 Menschen haben eine Petition dagegen unterschrieben.
Eine Petition ist eine Liste mit vielen Unterschriften.
Menschen unterschreiben, wenn sie gegen etwas sind.
Sie schicken die Liste an die Politik oder die Stadt.
Die ISL-Mitglieder suchen gemeinsam nach Geld-Lösungen.
Viele Menschen und Organisationen haben Angst um ihre Zukunft.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention heißt kurz UN-BRK.
Die UN-BRK ist ein Vertrag.
Viele Länder der Welt haben diesen Vertrag unterschrieben.
Der Vertrag schützt die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Auch Deutschland muss sich daran halten.
Die Rechte behinderter Menschen müssen geschützt bleiben.
Auf der Mitglieder-Versammlung wurden auch neue Personen für den Vor-Stand gewählt.
Der Vor-Stand leitet den Verein.
Juliane Harms ist neu im Vor-Stand.
Sie kommt vom bifos.
bifos ist ein Bildungs- und Forschungs-Institut für selbst-bestimmtes Leben Behinderter.
Das bifos forscht und bildet zum Thema Behinderung aus.
Uwe Frevert und Jenny Bießmann bleiben im Vor-Stand.
Die Mitglieder haben die beiden in ihren Ämtern bestätigt.
In den erweiterten Vor-Stand wurden 2 Personen gewählt.
Heiner Popken kommt vom Zentrum für selbst-bestimmtes Leben Nord.
Florian Sanden kommt vom ENIL.
ENIL ist das Europäische Netz-Werk für Selbst-Bestimmtes Leben.
Das ENIL verbindet Organisationen in ganz Europa.
Foto: ISL
Berlin (kobinet)
Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat am 10. und 11. September 2026 in Berlin ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Einstimmig aufgenommen wurde JuMemB, der Verband junger Menschen mit Behinderungen. Damit hat die Selbstvertretung behinderter Menschen in Deutschland erstmals eine bundesweite Vertretung, die von jungen behinderten Menschen selbst getragen wird. JuMemB ging aus der Frage hervor, warum es für Kinder und Jugendliche keine eigene bundesweite Selbstvertretung gibt. Aus einem ersten Treffen im Februar 2022 mit rund 15 Personen sind inzwischen 27 Aktive geworden; im März 2026 gründete sich der Verein und wählte Lilith, Lukas und Theresa in den Vorstand. Vertreten werden junge Menschen von zwölf bis 27 Jahren. Die Mitgliederversammlung benannte Justus Lauer zugleich als Beirat für Jugend-Behindertenpolitik.
Dass junge Menschen mit Behinderungen eine eigene Stimme brauchen, zeigte die Debatte zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Das Strukturreformgesetz wurde in der Sommerpause verabschiedet, ohne dass die Stellungnahmen der Verbände berücksichtigt wurden. Bis 2036 sollen jährlich 2,7 Milliarden Euro eingespart werden, während die Fallzahlen steigen. Das Poolen von Assistenz in Schulen soll zum Standard werden und im Entwurf wurden Werkstätten als inklusiver Ort bezeichnet. Zum Start der zweiten Reformstufe war die ISL nicht eingeladen; eine Beteiligung wurde jedoch nachträglich zugesagt, kritisiert die ISL.
Ähnlich ist die Lage in der Eingliederungshilfe. Nach einem Dialogprozess von Bund, Ländern und Kommunen soll im Herbst ein Rechtsvereinfachungsgesetz vorgelegt und noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen werden. Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus droht der Paradigmenwechsel des Bundesteilhabegesetzes zurückgenommen zu werden: Poolen soll zum Standard werden, individuelle Assistenz nicht mehr der Regelfall sein. Einen Beteiligungsprozess wie beim Bundesteilhabegesetz wird es nicht geben, was bei der ISL auf scharfe Kritik stößt.
Mehrere Zentren für Selbstbestimmtes Leben berichteten von akuten Kürzungen. Dem Zentrum in Köln droht die vollständige Streichung der kommunalen Förderung für 2027 und 2028; eine Petition dagegen hat rund 37.000 Unterschriften. Die Mitgliederversammlung verabredete einen gemeinsamen Austausch zu Finanzierung und Eigenmitteln.
Viele Menschen und Organisationen fürchten um ihre Existenz. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist geltendes Menschenrecht, an die muss sich auch die Bundesrepublik Deutschland halten. Die bisherigen Errungenschaften für die Teilhabe behinderter Menschen müssen erhalten bleiben. Auf der Mitgliederversammlung stand auch die Vorstandswahl an: Neu hinzugekommen ist Juliane Harms vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Uwe Frevert von Selbstbestimmt Leben in Nordhessen und Jenny Bießmann von aktiv und selbstbestimmt in Berlin wurden in ihren Ämtern bestätigt. In den erweiterten Vorstand wählte die Mitgliederversammlung Heiner Popken vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben Nord und Florian Sanden vom European Network on Independent Living (ENIL), wie es in der Presseinformation der ISL zu ihrer Mitgliederversammlung heißt.
Foto: ISL
Berlin (kobinet)
Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat am 10. und 11. September 2026 in Berlin ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Einstimmig aufgenommen wurde JuMemB, der Verband junger Menschen mit Behinderungen. Damit hat die Selbstvertretung behinderter Menschen in Deutschland erstmals eine bundesweite Vertretung, die von jungen behinderten Menschen selbst getragen wird. JuMemB ging aus der Frage hervor, warum es für Kinder und Jugendliche keine eigene bundesweite Selbstvertretung gibt. Aus einem ersten Treffen im Februar 2022 mit rund 15 Personen sind inzwischen 27 Aktive geworden; im März 2026 gründete sich der Verein und wählte Lilith, Lukas und Theresa in den Vorstand. Vertreten werden junge Menschen von zwölf bis 27 Jahren. Die Mitgliederversammlung benannte Justus Lauer zugleich als Beirat für Jugend-Behindertenpolitik.
Dass junge Menschen mit Behinderungen eine eigene Stimme brauchen, zeigte die Debatte zur Reform der Kinder- und Jugendhilfe. Das Strukturreformgesetz wurde in der Sommerpause verabschiedet, ohne dass die Stellungnahmen der Verbände berücksichtigt wurden. Bis 2036 sollen jährlich 2,7 Milliarden Euro eingespart werden, während die Fallzahlen steigen. Das Poolen von Assistenz in Schulen soll zum Standard werden und im Entwurf wurden Werkstätten als inklusiver Ort bezeichnet. Zum Start der zweiten Reformstufe war die ISL nicht eingeladen; eine Beteiligung wurde jedoch nachträglich zugesagt, kritisiert die ISL.
Ähnlich ist die Lage in der Eingliederungshilfe. Nach einem Dialogprozess von Bund, Ländern und Kommunen soll im Herbst ein Rechtsvereinfachungsgesetz vorgelegt und noch in diesem Jahr im Kabinett beschlossen werden. Unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus droht der Paradigmenwechsel des Bundesteilhabegesetzes zurückgenommen zu werden: Poolen soll zum Standard werden, individuelle Assistenz nicht mehr der Regelfall sein. Einen Beteiligungsprozess wie beim Bundesteilhabegesetz wird es nicht geben, was bei der ISL auf scharfe Kritik stößt.
Mehrere Zentren für Selbstbestimmtes Leben berichteten von akuten Kürzungen. Dem Zentrum in Köln droht die vollständige Streichung der kommunalen Förderung für 2027 und 2028; eine Petition dagegen hat rund 37.000 Unterschriften. Die Mitgliederversammlung verabredete einen gemeinsamen Austausch zu Finanzierung und Eigenmitteln.
Viele Menschen und Organisationen fürchten um ihre Existenz. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist geltendes Menschenrecht, an die muss sich auch die Bundesrepublik Deutschland halten. Die bisherigen Errungenschaften für die Teilhabe behinderter Menschen müssen erhalten bleiben. Auf der Mitgliederversammlung stand auch die Vorstandswahl an: Neu hinzugekommen ist Juliane Harms vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Uwe Frevert von Selbstbestimmt Leben in Nordhessen und Jenny Bießmann von aktiv und selbstbestimmt in Berlin wurden in ihren Ämtern bestätigt. In den erweiterten Vorstand wählte die Mitgliederversammlung Heiner Popken vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben Nord und Florian Sanden vom European Network on Independent Living (ENIL), wie es in der Presseinformation der ISL zu ihrer Mitgliederversammlung heißt.





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