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Lehrerpräsident diskriminiert behinderte Menschen

A hand displaying a thumbs down gesture against a vivid green background.
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Foto: Anastasiya Badun

Berlin (kobinet)

Zum schlechten Abschneiden bei Pisa fällt nach Informationen des Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen Hartmut Stäker als Erstes ein, dass die Inklusion schuld sei. Dies sagte der Präsident des Brandenburgischen Pädagogen-Verbandes auf die Frage nach den Ursachen der Misere am 9. September 2026 auf radioeins. Er mache damit Schüler mit Behinderungen zu Sündenböcken für die Probleme des Schulsystems. Dabei lernen überhaupt nur in wenigen Klassen Kinder mit Behinderungen, kritisiert der Berliner Landesbeirat. Uwe Wegener, stellvertretender Vorsitzender des Landesbeirats für Menschen mit Behinderungen von Berlin, sagte dazu: "Wir weisen diese Diskriminierung aufs Schärfste zurück. Nicht Kinder mit Behinderungen sind das Problem, sondern schlechte Bedingungen an vielen Schulen: zu wenig Personal, zu große Klassen sowie fehlende Schulbegleiter/Schulbegleiterinnen und Inklusionslehrer/Inklusionslehrerinnen."

Von Inklusion profitierten auch Kinder ohne Behinderung. In inklusiven Klassen werde häufiger mit unterschiedlichen Lernwegen und Materialien gearbeitet. Zusätzliche Fachkräfte könnten mehr individuelle Förderung aller Schüler ermöglichen. Besuche in den Schulen der vier führenden PISA-Länder hätten gezeigt, dass der Blick auf leistungsschwächere Schüler/Schülerinnen und die Förderung in Kleingruppen wesentlich für gute Leistungen sind. Gemeinsames Lernen stärke außerdem Teamarbeit, Rücksichtnahme und soziale Fähigkeiten, heißt es vom Landesbeirat.

Auch die Forschung zeige: Schüler und Schülerinnen ohne Förderbedarf haben durch inklusiven Unterricht grundsätzlich keine Nachteile. "Wer über schlechte PISA-Ergebnisse spricht, sollte über Lehrkräftemangel, Unterrichtsqualität und soziale Ungleichheit sprechen und nicht behinderte Kinder verantwortlich machen. Inklusion ist nicht das Problem. Schlechte Rahmenbedingungen sind es", stellte der Beirat in einer Presseerklärung klar.

Hintergrund:

Das Interview mit Hartmut Stäker fand am 9.9.26 um 6:41 in der Sendung "Der schöne Morgen" statt. Zitat nach eigener Transkription des Landesbeirats: "Es gibt viele, viele, viele, viele Ursachen. Also, es ist sehr komplex. Das, was ich sozusagen aufgenommen habe, ist, das wir für alle Probleme haben: Heterogenität der Schülerschaft hat unwahrscheinlich zugenommen. Auf Grund der Inklusion, die wir ja in alle Klassen getragen haben, auf Grund des Anrechts der UN-Behindertenrechtskonvention."

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