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Gewaltschutz barrierearm gestalten – Frauennotruf Marburg veröffentlicht Leitfaden und Fachtagsdokumentation

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Foto: Susanne Göbel

Marburg (kobinet)

Der Zugang zur Fachberatung bei geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt ist für Frauen und Mädchen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen häufig noch immer mit zahlreichen Hürden verbunden. Um dies zu ändern, setzt sich der Frauennotruf Marburg e.V. bereits seit vielen Jahren intensiv dafür ein, die Unterstützung von Beginn an möglichst barrierefrei und zugänglich zu gestalten.

Der Frauennotruf Marburg hat im Laufe der langjährigen Arbeit eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt und spezialisierte Informationsmaterialien entwickelt – darunter Angebote in Leichter Sprache, Informationen und Beratungsvideos in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie die Übernahme von Gebärdensprachdolmetsch-Kosten. Zudem gehören aufgenommene Wegbeschreibungen für sehbeeinträchtigte Frauen sowie mobile Beratungen vor Ort (etwa in Werkstätten oder im gewohnten Umfeld) längst zum festen Repertoire der Marburger Fachstelle.

Der Frauennotruf Marburg hat seine gewachsenen Erfahrungen gebündelt und im Rahmen des Projekts "Beratung für mich! Beratung vor Ort! Inklusive Fachberatung für Frauen und Mädchen mit Behinderungen in Hessen" zwei neue Grundlagenwerke vorgelegt: den Leitfaden "Inklusive Beratung" sowie die Dokumentation der Fachtagung "Barrierearm beraten – Fachberatung inklusiv gestalten".

Der für Screenreadernutzende barrierefrei gestaltete Leitfaden "Inklusive Beratung"

Der praxiserprobte Leitfaden bündelt das gesammelte Wissen aus der mehrjährigen Modellphase und der bisherigen Praxis. Er richtet sich an Menschen, die beraterisch und/oder therapeutisch mit Frauen mit Behinderungen arbeiten. Der Leitfaden zeigt konkrete Wege auf, wie Beratungsangebote zielgruppenspezifisch auf die Bedarfe von Frauen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen ausgerichtet werden können. Neben pro-aktiven Beratungsansätzen stehen die Erstellung barrierefreier Informationen und die praktische Umsetzung des nachhaltigen Barriereabbaus im Fokus.

Die Fachtagung "Barrierearm beraten – Fachberatung inklusiv gestalten"

Der Fachtag brachte Fachkräfte aus dem Gewaltschutz und Vertreterinnen der Behindertenhilfe zusammen, um gelungene Praxisbeispiele und theoretische Impulse zu diskutieren.

Die Fachvorträge der Tagung beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven: Während spezifische Bedarfe von Frauen mit Blindheit oder einer Sehbehinderung sowie Frauen und nichtbinäre Personen mit einer Hörbeeinträchtigungen beziehungsweise Taubheit im Mittelpunkt standen, vermittelten weitere Beiträge praxisnahe Ansätze für eine inklusive Beratung und verdeutlichten die Notwendigkeit engmaschiger Kooperationen zwischen Gewaltschutzeinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe. Zudem enthält die Dokumentation konkrete Vorschläge zum Aufbau verlässlicher, inklusiver Beratungsstrukturen. Abgerundet wurde das Programm durch Erfahrungswerte und Best-Practice-Beispiele aus den hessischen Modellregionen Frankfurt am Main und Limburg.

Barriereabbau im Arbeits- und Privatleben kann oft ohne großen Aufwand gelingen, wenn alle Beteiligten als Multiplikator*innen aktiv werden, so das abschließende Fazit der Fachtagung.

Ausblick und Materialbezug

Um auch Einrichtungen der Behindertenhilfe direkt beim Gewaltschutz vor Ort zu unterstützen, entstehen In Kooperation mit weiteren Stellen vertiefende Schulungs- und Fortbildungsangebote,.

Der Leitfaden sowie die Fachtagsdokumentation stehen als barrierefreie PDF-Dateien kostenfrei zum Download zur Verfügung. Der Leitfaden kann zudem als gedruckter Ordner gegen Übernahme der Versandkosten beim Frauennotruf Marburg bestellt werden.

Link zum Download der aufgeführten Materialien und weiteren Informationen:

https://www.frauennotruf-marburg.de/

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