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Paritätischer fordert Anhebung des Teilhabepakets nach PISA-Studie

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Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.

BERLIN (kobinet)

Anlässlich der aktuellen Ergebnisse der PISA-Studie fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Sofortmaßnahmen zur Verringerung sozialer Ungleichheiten und zur Bekämpfung von Kinder- und Familienarmut. Die Studie zeigt, dass der Bildungserfolg in Deutschland nie zuvor so stark vom Elternhaus abhing wie heute. Von 100 Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien schaffen es demnach nur zwei in den Spitzenbereich der Kompetenzen, während dies bei Gleichaltrigen aus privilegierten Elternhäusern 25 – also zehnmal so vielen – gelingt. Kaum ein Land schneidet hier schlechter ab als Deutschland: In mehr als neun von zehn untersuchten Staaten gelingt es besser, den Bildungserfolg von der sozialen Herkunft zu lösen. Besonders alarmierend sei, dass sich die herkunftsbedingten Unterschiede international zuletzt eher verringerten, in Deutschland seit 2015 jedoch wieder wuchsen.

"Wir können es uns nicht leisten, dass Kinder aus einkommensarmen Haushalten schon in der Kindheit abgehängt werden. Deshalb brauchen wir jetzt eine deutliche Anhebung der Teilhabeleistungen und mehr Familien, die davon profitieren können", sagte Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. Die Bekämpfung von Familienarmut und die Förderung von Bildung und Entwicklung von Kindesbeinen an müsse ganz oben auf die politische Agenda rücken, betonte er.

Eine aktuelle Auswertung des Paritätischen zeigt, wie schwer der Schulstart für einkommensarme Familien wiegt: Allein für Schulranzen, Federmäppchen, Sportzeug und ähnliche Grundausstattung kommen selbst bei preisgünstigen Angeboten knapp 475 Euro zusammen. Rechnet man Bücher, Arbeitshefte und die Füllung der Schultüte hinzu, sind schnell über 550, mitunter mehr als 600 Euro fällig. Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen zudem, dass die Preise für Schreibwaren und Zeichenmaterialien seit 2020 um etwa 27,5 Prozent gestiegen sind – deutlich stärker als die allgemeine Teuerung im selben Zeitraum.

Dem stehen die Leistungen zum Schulstart aus dem Bildungs- und Teilhabepaket gegenüber: insgesamt 195 Euro pro Jahr, ausgezahlt in zwei Raten zum Schuljahresbeginn und zum Halbjahr. "Das deckt nicht einmal die Hälfte der tatsächlichen Kosten", kritisierte Rock. Der Paritätische fordert daher eine deutliche Anhebung der Teilhabeleistungen sowie eine Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten, damit auch Familien im unteren Einkommensbereich, die bislang durch das Raster fallen, unterstützt werden.

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