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Die Literaturküche: Neues Berliner Projekt macht Literatur für alle zugänglich

Mann mit einer Brille und großen Augen liest in einem großen Buch
Mann mit einer Brille und großen Augen liest in einem großen Buch
Foto: IdeaTivas-TLM In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet)

Ein neues Literaturprojekt in Berlin bringt Autor*innen, Übersetzer*innen und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringer Literalität zusammen. Ziel ist es, Literatur verständlicher zu machen ohne dass sie an künstlerischer Qualität verliert. Das Projekt "Literaturküche" startet mit zwei Werkstätten und zwei öffentlichen Veranstaltungen. Rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben Schwierigkeiten, komplexe Texte zu lesen. Das zeigt die LEO-Studie aus dem Jahr 2018. Gleichzeitig hat laut der UN-Behindertenrechtskonvention jeder Mensch das Recht, am kulturellen Leben teilzuhaben – auch an Literatur. Genau hier setzt die "Literaturküche" an: mit Raum für Experimente rund um inklusive Literatur, in dem gemeinsam erforscht wird, wie Literatur für Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und Lernvoraussetzungen zugänglich gestaltet werden kann.

Was in der Literaturküche passiert

Berliner Autor*innen, Übersetzer*innen und Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringer Literalität als Expert*innen in eigener Sache arbeiten in dem Projekt zusammen. Das Projekt umfasst vier Bausteine:

- Eine Schreibwerkstatt: Vier Autor*innen entwickeln an zwei Tagen eigene literarische Texte in verständlicher Sprache und tauschen sich über neue Erzählformen aus.
- Eine Übersetzungswerkstatt: Vier Literaturübersetzer*innen erproben an zwei Tagen Techniken, um literarische Texte in Leichte und Einfache Sprache zu übertragen – ohne die künstlerische Qualität zu verlieren.
- Zwei öffentliche Veranstaltungen: Die in den Werkstätten entstandenen Texte werden im Anschluss der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltungen finden am 1. und 22. September 2026 um 17 Uhr in der Berliner Lettrétage statt und sind offen für alle Interessierten, kostenlos und in Einfacher Sprache moderiert. Eine Verstehensassistenz und ein Graphic Recording in Leichten Bildern unterstützen die Teilnehmenden zusätzlich beim Verstehen.

- Frei zugängliche Veröffentlichungen: Alle entstandenen Texte werden anschließend online veröffentlicht. Zusätzlich entsteht ein Leitfaden für inklusive Literaturveranstaltungen, der anderen Projekten als Orientierung dienen soll.

Warum das Projekt wichtig ist

"Es braucht neue literarische Formate, die Sprache, Teilhabe und Kunst undogmatisch zusammendenken", erklären die Initiatorinnen des Projekts. Trotz eines wachsenden Interesses an Literatur in Leichter und Einfacher Sprache – zu sehen etwa an den Publikationen des Literaturhauses Frankfurt/Main oder dem Wettbewerb "Kunst der Einfachheit" der Lebenshilfe Berlin – fehlt es bislang an einer systematischen künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Literaturküche will diese Lücke schließen.

Wer hinter dem Projekt steht

Geleitet wird die Literaturküche von Dorothea Traupe, Literaturübersetzerin, Moderatorin und Dozentin, und Inga Schiffler, Expertin für barrierearme Sprache und Trainerin für Leichte und Einfache Sprache. Gefördert wird das Projekt von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Als Kooperationspartner sind beteiligt:

- Lettrétage Berlin
- Literarisches Colloquium Berlin
- Lebenshilfe Berlin
- Stiftung Grundbildung Berlin

Link zu weiteren Infos auch in Leichter Sprache

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