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Zu wenig. Zu kurz gedacht. Zu unsozial

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Foto: ht

Düsseldorf (kobinet)

Rente, Pflege und Gesundheit - die geplanten Reformen der Bundesregierung lösen aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen (NRW) die Probleme nicht – stattdessen schaffen sie neue Unsicherheit. "Kürzungen sind keine Reformen. Die Vorhaben in jetziger Form gefährden das Vertrauen der Menschen in die soziale Sicherheit. Das spüren wir täglich im Austausch mit unseren 425.000 Mitgliedern: Noch nie haben uns so viele persönliche und besorgte Nachrichten erreicht", sagt Horst Vöge, Präsident des VdK NRW.

Besonders kritisch bewertet der Verband die geplanten Änderungen in der Pflege. So sollen der Entlastungsbetrag für Menschen mit Pflegegrad 1 entfallen, der Zugang zu den Pflegegraden 2 und 3 erschwert und die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige um 30 Prozent gekürzt werden. Horst Vöge betont: "Solche Maßnahmen sind ungeheuerlich. Jeder 13. Einwohner in unserem Bundesland ist pflegebedürftig. Pflege ist in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen."

Die finanziellen Folgen sind schon heute gravierend: Die Hilfe zur Pflege macht in Nordrhein-Westfalen inzwischen ein Viertel aller Sozialhilfeausgaben aus – und dieser Ausgabenposten wächst am stärksten. Auch die stationäre Pflege wird für viele unbezahlbar. Der durchschnittliche Eigenanteil für einen vollstationären Pflegeheimplatz in NRW liegt inzwischen bei 3.671 Euro. Zum Vergleich: Als die Landesregierung vor vier Jahren ihre Arbeit aufnahm, betrug er noch 2.540 Euro. "Wer auf Pflege angewiesen ist, wird finanziell ruiniert. Diese Menschen und ihre Angehörigen müssen wirksam entlastet werden", fordert Horst Vöge.