Foto: HI
BERLIN (kobinet)
Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Handicap International (HI) schaffen Minen und Blindgänger in Syrien eine neue Generation von Menschen mit Behinderungen. Mehr als 28 Prozent der syrischen Bevölkerung, die humanitäre Hilfe benötigen, haben bereits eine Behinderung. Gleichzeitig werden diese Menschen weitgehend von Wiederaufbauprogrammen ausgeschlossen, da Krankenhäuser oder Schulen nicht barrierefrei aufgebaut werden. Zudem ist die medizinische Versorgung im Land stark eingeschränkt.
Zwischen Dezember 2024 und Mai 2026 registrierte HI 2.288 Opfer durch Explosivwaffen: 808 Tote und 1.477 Verletzte, darunter 834 Kinder. 14,1 Millionen Syrierinnen und Syrer sind durch Explosivwaffenreste gefährdet. Die Opferzahlen verdreifachten sich 2025 im Vergleich zu den Vorjahren. Syrien verzeichnete 2024 die zweithöchste Zahl an Opfern durch Explosivwaffen weltweit.
Das syrische Gesundheitssystem ist stark eingeschränkt: Nur 57 Prozent der Krankenhäuser sind voll funktionsfähig. Über die Hälfte bis zwei Drittel des Gesundheitspersonals hat das Land verlassen. Reha-Spezialist*innen wie Physiotherapeut*innen oder Prothesentechniker*innen sind außerhalb der Großstädte kaum vorhanden.
Auch im Bildungsbereich gibt es Defizite: Nur 41 Prozent der von HI untersuchten Schulen entsprachen den Mindeststandards für Barrierefreiheit. 10 von 11 Zentren hatten keine angepassten Toiletten. Über 60 Prozent der schulpflichtigen Kinder mit schweren Behinderungen haben noch nie eine Schule besucht. Über 8.000 Schulen sind nicht funktionsfähig.





Lesermeinungen