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Eigenanteile in der stationären Pflege steigen weiter

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

BERLIN (kobinet) 3.364 Euro im Monat müssen Pflegebedürftige inzwischen im ersten Heimjahr aus eigener Tasche zahlen, 256 Euro mehr als vor einem Jahr. Darauf macht die Sprecherin für Pflegepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Simone Fischer, aufmerksam. "Das ist nicht nur alarmierend. Das ist ein Armutszeugnis für die Bundesregierung" stellt die Bundestagsabgeordnete dieser Partei fest. "Eine wirksame Begrenzung der Eigenanteile gehört seit Jahren zu den zentralen Reformforderungen in der Pflege. Doch der Referentenentwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz spart genau dieses Problem aus. Schlimmer noch: Er senkt die Eigenanteile nicht, er treibt sie weiter in die Höhe. Der höchste Heimzuschlag greift künftig erst nach viereinhalb statt nach drei Jahren. Und Gesundheitsministerin Warken versteckt sich hinter einer Dynamisierung der Leistungen, die zu spät kommt und nicht ausreicht, um den weiteren Anstieg der Eigenanteile zu stoppen. Die Folge dieser Politik: Immer mehr Pflegebedürftige können ihre Heimkosten nicht mehr selbst stemmen und müssen Sozialhilfe in Anspruch nehmen. Das widerspricht dem Ziel der sozialen Pflegeversicherung – und belastet schon heute die Kommunen erheblich." so Simone Fischer.

Ausgerechnet der aktuelle Referentenentwurf verschärft, nach den Worten der Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen diese Entwicklung weiter: Er verschiebt bereits ab 2027 zusätzliche Lasten von rund einer Milliarde Euro auf die Kommunen. Steigende Eigenanteile auf der einen und wachsende Lasten für die kommunale Ebene auf der anderen Seite – das ist, wie Simone Fischer feststellt, finanzpolitisch unverantwortlich.

Dabei hatte die eingesetzte Bund-Länder-Arbeitsgruppe wirksame Reformoptionen benannt: einen festen Deckelbetrag für den pflegebedingten Eigenanteil, die Herausnahme versicherungsfremder Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung und einen Finanzausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung. Dass diese Lösungen im Gesetzentwurf fehlen, wird dem eigenen Arbeitsauftrag der Bundesregierung nicht gerecht. „Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine politische Entscheidung.“ so die Sprecherin dieser Partei.

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