Berlin (kobinet)
Am 8. Juli 2026 gab es eine Protest-Aktion in Berlin.
Bei einer Protest-Aktion gehen Menschen zusammen auf die Straße.
Sie zeigen damit: Wir finden etwas nicht gut.
Aktivistinnen und Aktivisten seilen sich von einer Brücke ab.
Aktivistinnen und Aktivisten sind Menschen, die für eine Sache kämpfen.
Sie wollen Dinge verändern.
Manche von ihnen saßen dabei in Roll-stühlen.
Die Brücke heißt Gustav-Heinemann-Brücke.
Die Brücke liegt zwischen dem Haupt-Bahnhof und dem Regierungs-Viertel.
Das Regierungs-Viertel ist ein Stadtteil in Berlin.
Dort arbeiten viele wichtige Politikerinnen und Politiker.
Auf einem großen Banner stand ein Satz.
Krüppel die kämpfen sind Krüppel die leben.
Das Wort Krüppel ist ein altes beleidigendes Wort für behinderte Menschen.
Die Aktivistinnen und Aktivisten haben dieses Wort bewusst gewählt.
Sie wollen damit zeigen: Wir sind stark.
Wir entscheiden selbst für uns.
Das nennt man Empowerment.
Empowerment bedeutet: Man entscheidet selbst für sich.
Niemand anderes entscheidet für einen.
6 Aktivistinnen und Aktivisten kletterten auf die Brücke.
3 von ihnen saßen dabei in Roll-stühlen.
Bei der Aktion waren Menschen mit und ohne Behinderung dabei.
Eine Behinderung bedeutet: Manche Dinge funktionieren anders.
Menschen mit Behinderung brauchen manchmal besondere Unterstützung.
Die Aktivistinnen und Aktivisten protestierten gegen behinderten-feindliche Gesetze.
Behinderten-feindlich bedeutet: Etwas schadet behinderten Menschen.
Oder es behandelt sie ungerecht.
Wogegen protestierten die Menschen?
Die Bundes-Regierung plant ein neues Gesetz.
Die Bundes-Regierung besteht aus dem Bundes-Kanzler und den Ministern.
Sie kümmern sich um die Politik in ganz Deutschland.
Das Gesetz heißt Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Es soll sicherstellen, dass behinderte Menschen gleiche Rechte haben.
Kurz gesagt: BGG.
Viele Menschen finden den neuen Gesetz-Entwurf sehr schlecht.
Ein Gesetz-Entwurf ist ein erster Plan für ein neues Gesetz.
Dieser Plan kann noch verändert werden.
Die Aktivistinnen und Aktivisten haben klare Forderungen an die Bundes-Regierung:
Keine Kürzungen für behinderte Menschen.
Barriere-Freiheit muss Pflicht werden.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas nutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Den schlechten Gesetz-Entwurf zum BGG ablehnen.
Selbst-bestimmtes Leben für alle.
Die Eingliederungs-Hilfe darf nicht gekürzt werden.
Eingliederungs-Hilfe ist Unterstützung für Menschen mit Behinderung.
Sie hilft zum Beispiel beim Wohnen oder bei der Arbeit.
Schon am 21. Juni 2026 gab es eine erste Aktion.
Die Gruppe Fight Ableismus besetzte das Bundes-Wirtschafts-Ministerium.
Ableismus bedeutet: Menschen werden wegen einer Behinderung schlechter behandelt.
Das ist ungerecht.
Vor dem Gebäude fand eine Mahn-Wache statt.
Bei einer Mahn-Wache stehen Menschen still zusammen an einem Ort.
Sie wollen damit zeigen: Dieses Thema ist uns sehr wichtig.
Spät in der Nacht mussten die Aktivistinnen und Aktivisten das Ministerium verlassen.
Am 9. Juli 2026 besetzte eine Gruppe die SPD-Partei-Zentrale in Berlin.
Die SPD ist eine politische Partei in Deutschland.
Der Protest richtete sich gegen die SPD.
Die SPD unterstützt die behinderten-feindlichen Gesetze in der Koalition.
Eine Koalition ist eine Zusammen-arbeit von 2 oder mehr Parteien.
Sie arbeiten gemeinsam in der Regierung.
Ein SPD-Vertreter sprach mit den Aktivistinnen und Aktivisten.
Er sagte: Die SPD unterstützt behinderte Menschen.
Er sagte auch: Die Aktivistinnen und Aktivisten sind am falschen Ort.
Er sagte: Politik passiert im Bundes-Tag.
Nicht hier.
Die Aktivistinnen und Aktivisten forderten die Abgeordneten auf, zu kommen.
Abgeordnete vertreten Menschen in der Politik.
Sie sprechen für Bürgerinnen und Bürger im Bundes-Tag.
Am Abend schickte die SPD die Polizei.
Die Polizei räumte die Aktivistinnen und Aktivisten aus dem Gebäude.
Vor dem Gebäude fand eine Solidaritäts-Mahn-Wache statt.
Solidarität bedeutet: Menschen helfen sich gegenseitig.
Sie stehen füreinander ein.
Viele Passantinnen und Passanten unterstützten die Aktivistinnen und Aktivisten.
Das neue BGG sollte eigentlich im Mai 2026 beschlossen werden.
Es gab mehrere Verzögerungen.
Verzögerungen bedeuten: Etwas dauert länger als geplant.
Jetzt soll das BGG wahrscheinlich im September 2026 beschlossen werden.
Das ist nach der Sommer-Pause des Bundes-Tages.
Ob sich der Gesetz-Entwurf noch ändert: Das ist noch nicht klar.
Viele Aktivistinnen und Aktivisten sagen deshalb:
Wir wollen weiter protestieren.
Wir wollen weiter Druck machen.
Mehr Informationen und Berichte über die Protest-Aktionen gibt es hier:
Internetseite von Fight Ableismus

Foto: Fight Ableismus
Berlin (kobinet) "Krüppel die kämpfen, sind Krüppel die leben". So steht es auf einem Transparent, das Aktivist*innen, die sich von einer Brücke im Berliner Regierungsviertel mit ihren Rollstühlen abgeseilt haben, bei ihrer Protestaktion am 8. Juli 2026 aufgehängt haben. "Rollstuhl-Kletteraktion in Berlin am 8.7.2026 gegen die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen!" heißt es dementsprechend auf der Internetseite von Fight Ableismus mit Informationen und Bildern von der Aktion, die in der letzten Sitzungswoche des Bundestages vor der Sommerpause durchgeführt wurde. Am 9. Juli 2026 wurde dann von der Gruppe für direkte Aktion gegen Barrieren eine Meldung mit der Überschrift "Das Willy-Brandt-Haus in Berlin ist besetzt – Aktionsgruppe von beHinderten und nicht-beHinderten Aktivist:innen widersetzt sich der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen" auf deren Internetseite und in den sozialen Medien verbreitet. Diese Aktionen machen den Ärger vieler behinderter Menschen über den schlechten Gesetzentwurf zum Behindertengleichstellungsgesetz und über die unsäglichen Kürzungsdiskussionen auf dem Rücken der Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen deutlich.
Bereits am Tag vor der Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales am 22. Juni 2026 hatte die Gruppe Fight Ableismus den Tag der offenen Tür der Bundesregierung genutzt, um gegen die geplanten schlechten Regelungen zur Barrierefreiheit zu protestieren. Sie hatten für Stunden das Bundeswirtschaftsministerium, begleitet von einer Mahnwache vor dem Gebäude, besetzt und wurden erst spät in der Nacht aus dem Ministerium gedrängt.
„Krüppel die kämpfen sind Krüppel die leben‘ war an der Gustav-Heinemann Brücke zwischen Hauptbahnhof und Regierungsviertel in Berlin auf einem großen Banner zu lesen. Aktivistinnen mit und ohne Behinderungen demonstrierten gegen behindertenfeindliche Gesetze. 6 Aktivistinnnen bekletterten die Brücke, 3 von ihnen kletterten in ihrem Rollstuhl sitzend. Die Aktivist*innen haben bewusst das Wort ‚Krüppel‘ gewählt. Eine provokative empowernde Selbstbeszeichnung. In Anlehnung an die Krüppelbeweung der 80er Jahre“, heißt es auf der Internetseite Fight Ableismus zur Aktion am 8. Juli 2026.
In der Erklärung der Gruppe heißt es u.a. zu den Forderungen:
„Keine Kürzungen auf dem Rücken von beHinderten und anderen marginalisierten Menschen. Barrierefreiheit verpflichtend jetzt und das neue verschlechterte BGG verwerfen! Selbstbestimmtes Leben für alle. Finger weg von der Eingliederungshilfe!“
Zur Aktion an der Parteizentrale der SPD vom 9. Juli 2026 heißt es auf der Internetseite von Fight Ableismus: „Aktivist*innen haben am 9. Juli 2026 die SPD Parteizentrale in Berlin besetzt. Der Protest richtete sich gegen behindertenfeindliche Gesetze, die die SPD in der Koalition mitträgt. Der ‚Ideengeber‘ der SPD sprach mit den Besetzer*innen. Sinngemäß erzählte er, die SPD stehe auf der Seite behinderter Menschen (??). Die Aktivist*innen würden ihren Protest am falschen Ort austragen, hier würde man nur verwalten, die Politik finde im Bundestag statt. Die Aktivist*innen forderten, die Abgordneten sollen vom Bundestag rüber kommen, statt behindertenfeindliche anti-soziale Gesetze zu verabschieden. Die Antwort war die Beauftragung der Polizei mit der Räumung der Aktivist*innen am Abend. Vor dem Gebäude fand eine Soli-Mahnwache statt. Diese erhielt viel Zuspruch von Passant*innen.“
Das Behindertengleichstellungsgesetz sollte ursprünglich schon im Mai 2026 vom Bundestag verabschiedet werden. Nach diversen Verzögerungen soll es nun wohl abschließend nach der Sommerpause des Bundestages, also wahrscheinlich im September 2026 beraten und beschlossen werden. Welche Änderungen es am vorliegenden, von vielen scharf kritisierten Gesetzentwurf der Bundesregierung, noch geben wird, das steht noch in den Sternen. Deshalb ist es nach Ansicht vieler Aktiver wichtig, den Druck und die Proteste bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.

Foto: Fight Ableismus
Berlin (kobinet) "Krüppel die kämpfen, sind Krüppel die leben". So steht es auf einem Transparent, das Aktivist*innen, die sich von einer Brücke im Berliner Regierungsviertel mit ihren Rollstühlen abgeseilt haben, bei ihrer Protestaktion am 8. Juli 2026 aufgehängt haben. "Rollstuhl-Kletteraktion in Berlin am 8.7.2026 gegen die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen!" heißt es dementsprechend auf der Internetseite von Fight Ableismus mit Informationen und Bildern von der Aktion, die in der letzten Sitzungswoche des Bundestages vor der Sommerpause durchgeführt wurde. Am 9. Juli 2026 wurde dann von der Gruppe für direkte Aktion gegen Barrieren eine Meldung mit der Überschrift "Das Willy-Brandt-Haus in Berlin ist besetzt – Aktionsgruppe von beHinderten und nicht-beHinderten Aktivist:innen widersetzt sich der Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) und weiteren Kürzungsplänen" auf deren Internetseite und in den sozialen Medien verbreitet. Diese Aktionen machen den Ärger vieler behinderter Menschen über den schlechten Gesetzentwurf zum Behindertengleichstellungsgesetz und über die unsäglichen Kürzungsdiskussionen auf dem Rücken der Selbstbestimmung und Teilhabe behinderter Menschen deutlich.
Bereits am Tag vor der Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales am 22. Juni 2026 hatte die Gruppe Fight Ableismus den Tag der offenen Tür der Bundesregierung genutzt, um gegen die geplanten schlechten Regelungen zur Barrierefreiheit zu protestieren. Sie hatten für Stunden das Bundeswirtschaftsministerium, begleitet von einer Mahnwache vor dem Gebäude, besetzt und wurden erst spät in der Nacht aus dem Ministerium gedrängt.
„Krüppel die kämpfen sind Krüppel die leben‘ war an der Gustav-Heinemann Brücke zwischen Hauptbahnhof und Regierungsviertel in Berlin auf einem großen Banner zu lesen. Aktivistinnen mit und ohne Behinderungen demonstrierten gegen behindertenfeindliche Gesetze. 6 Aktivistinnnen bekletterten die Brücke, 3 von ihnen kletterten in ihrem Rollstuhl sitzend. Die Aktivist*innen haben bewusst das Wort ‚Krüppel‘ gewählt. Eine provokative empowernde Selbstbeszeichnung. In Anlehnung an die Krüppelbeweung der 80er Jahre“, heißt es auf der Internetseite Fight Ableismus zur Aktion am 8. Juli 2026.
In der Erklärung der Gruppe heißt es u.a. zu den Forderungen:
„Keine Kürzungen auf dem Rücken von beHinderten und anderen marginalisierten Menschen. Barrierefreiheit verpflichtend jetzt und das neue verschlechterte BGG verwerfen! Selbstbestimmtes Leben für alle. Finger weg von der Eingliederungshilfe!“
Zur Aktion an der Parteizentrale der SPD vom 9. Juli 2026 heißt es auf der Internetseite von Fight Ableismus: „Aktivist*innen haben am 9. Juli 2026 die SPD Parteizentrale in Berlin besetzt. Der Protest richtete sich gegen behindertenfeindliche Gesetze, die die SPD in der Koalition mitträgt. Der ‚Ideengeber‘ der SPD sprach mit den Besetzer*innen. Sinngemäß erzählte er, die SPD stehe auf der Seite behinderter Menschen (??). Die Aktivist*innen würden ihren Protest am falschen Ort austragen, hier würde man nur verwalten, die Politik finde im Bundestag statt. Die Aktivist*innen forderten, die Abgordneten sollen vom Bundestag rüber kommen, statt behindertenfeindliche anti-soziale Gesetze zu verabschieden. Die Antwort war die Beauftragung der Polizei mit der Räumung der Aktivist*innen am Abend. Vor dem Gebäude fand eine Soli-Mahnwache statt. Diese erhielt viel Zuspruch von Passant*innen.“
Das Behindertengleichstellungsgesetz sollte ursprünglich schon im Mai 2026 vom Bundestag verabschiedet werden. Nach diversen Verzögerungen soll es nun wohl abschließend nach der Sommerpause des Bundestages, also wahrscheinlich im September 2026 beraten und beschlossen werden. Welche Änderungen es am vorliegenden, von vielen scharf kritisierten Gesetzentwurf der Bundesregierung, noch geben wird, das steht noch in den Sternen. Deshalb ist es nach Ansicht vieler Aktiver wichtig, den Druck und die Proteste bis zum Schluss aufrecht zu erhalten.





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