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Frauen mit Behinderungen drohen bei KI doppelt abgehängt zu werden

Grafik Kopfumriss mit regenbogenfarbigen Punkten dargestellt
Die Würde aller Menschen ist unantastbar.
Foto: GDJ In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

MÜNSTER (kobinet) Anlässlich der Fachtagung "Chancen nutzen: KI als Treiber für die Arbeitswelt" des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen in der Messe Essen am 26. Juni 2026 macht das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW auf den Gender AI Gap aufmerksam. Die aktuelle Studie der Initiative D21 zeigt: Frauen nutzen generative KI deutlich seltener als Männer. Selbst wenn Alter, Bildung und Einkommen berücksichtigt werden, bleibt ein Unterschied von acht Prozent. Dadurch profitieren Frauen seltener von den Chancen, die KI auf dem Arbeitsmarkt eröffnet, und gestalten ihre Entwicklung und ihren Einsatz seltener mit. Das Netzwerk unterstützt deshalb eine europaweite Umfrage des Europäischen Behindertenforums (European Disability Forum) zu KI und Frauen mit Behinderungen. Um möglichst vielen Frauen auch ohne Englisch-Kenntnisse die Teilnahme zu ermöglichen, stellt das Netzwerk eine deutsche Übersetzung der Fragen bereit. Wer die Online-Umfrage wegen fehlender Barrierefreiheit nicht nutzen kann, kann seine Antworten bis zum 30. Juni per E-Mail an das Netzwerk senden. Sie werden an das Europäische Behindertenforum weitergeleitet.

Das Netzwerk weist außerdem darauf hin, dass KI verantwortungsvoll eingesetzt werden muss. KI kann bestehende Vorurteile übernehmen und verstärken, wenn ihre Ergebnisse unkritisch verwendet werden. Wenn in Veröffentlichungen zu Künstlicher Intelligenz in den Bildern die Männer bei der KI-Nutzung im Beruf, die Frauen dagegen im Haushalt dargestellt, wenn KI-Bildbeschreibungen nicht auf veraltete Begriffe wie „Blindenstock“ überprüft und behinderte Menschen nicht in ihrer Vielfalt gezeigt werden, fühlen sich manche Frauen nicht gesehen.

„KI nimmt uns die Verantwortung nicht ab“, betont Gertrud Servos. „Wer KI nutzt, muss Ergebnisse prüfen, Bildbeschreibungen überarbeiten und Geschlechterstereotype sowie ableistische Darstellungen bewusst vermeiden. KI kann gute Arbeit unterstützen – sie ersetzt aber nicht unsere Verantwortung für inklusive Kommunikation.“

„Genau deshalb sind für uns Umfragen wie die aktuelle wichtig“, erklärt Monika Rosenbaum vom NetzwerkBüro. „Wenn die Erfahrungen von Frauen und Mädchen mit Behinderungen sichtbar werden, können wir besser dazu beitragen, dass KI ein Instrument für mehr Teilhabe wird – und nicht neue Formen der Ausgrenzung schafft.“

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