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Special Olympics in Deutschland stärker machen

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
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Foto: SOD Saarland

BERLIN (kobinet) Nach Abschluss der Special Olympics Nationalen Spiele 2026 im Saarland hat Hartmut Augustin mit der Präsidentin von Special Olympics Deutschland ein Interview geführt und sie danach gefragt, warum die Nationalen Spiele im Saarland ein großer Erfolg waren und welche nächsten Ziele sich der Sportverband vorgenommen hat.

Frage: Frau Krajewski, Sie haben sich sehr auf die Special Olympics Nationalen Spiele 2026 in Ihrer Heimat im Saarland gefreut. Am vergangenen Wochenende sind sie zu Ende gegangen. Freuen Sie sich immer noch?

Antwort: Ich bin immer noch sehr erfüllt von dem Erlebten und ja – ich freue mich immer noch! In meinem Herzen bleibt die Freude über all das, was ich in diesen Tagen gesehen, erlebt und genossen habe – bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze. Unsere Sportlerinnen und Sportler sind stark, sie sind resilient, sie geben mutig ihr Bestes. Mit ihrer Haltung sind sie Vorbilder für unsere Gesellschaft.

Frage: Was war für Sie das Besondere an der Veranstaltung im Herzen Europas?

Antwort: Wir konnten erstmals ein gesamtes Bundesland sowie das benachbarte Frankreich einbeziehen und zusätzlich zu den Athletinnen und Athleten aus allen 16 Bundesländern 12 internationale Delegationen begrüßen. Dank der Initiative der Gastgeber wurden die 27 Sportarten in allen Landkreisen mit vielen beteiligten Kommunen durchgeführt. Erstmalig gab es ein Host Town Program bei Nationalen Spielen. Kommunen haben ausländische Delegationen eingeladen und ihnen das Saarland gezeigt.

Diese Nationalen Spiele Saarland 2026 haben neue Maßstäbe gesetzt. Die unmittelbare Resonanz der Athletinnen und Athleten, ihrer Familien und Einrichtungen ist sehr positiv. Wir werden jetzt in unserer großen Special Olympics Familie gründlich die verschiedenen Chancen, aber auch Herausforderungen diskutieren und daraus unsere Schlüsse ziehen.

Frage: 20 Unternehmen, die als Partner und Förderer die Spiele unterstützten, haben Mitarbeitende für mehrere Tage als Corporate Volunteers ins Saarland entsendet. Was werden diese Helfenden für sich persönlich und für die Firmen mitnehmen?

Antwort: Ich habe mit vielen Volunteers persönlich gesprochen. Sie setzen ihre Zeit, teilweise auch ihren Jahresurlaub und ihre gesamte Kraft ein. Sie werden diese Tage nie vergessen und sind emotional berührt. Dieses Gefühl nehmen sie mit zurück in ihre Firmen und es verändert nachhaltig die Unternehmenskultur. Die gesellschaftliche und soziale Verantwortung steigt, der Umgang mit Mitarbeitenden verändert sich. So entsteht ein Gewinn auf beiden Seiten.

Insgesamt gibt es 33 Unternehmen und Institutionen, die als Partner und Förderer die Spiele im Saarland unterstützt haben. Diese Partnerschaften sind für Special Olympics Deutschland und vor allem für unsere Athletinnen und Athleten unendlich wertvoll.

Frage: Sechs Tage lang stand das Saarland im Zeichen der gelebten Inklusion. Was wird davon erhalten bleiben, wenn die letzten Plakate im Land verschwunden sind?

Antwort: Es bleibt der Stolz der Saarländerinnen und Saarländer auf die gelungenen Spiele. Es bleibt die Sportinfrastruktur, die durch die Landesregierung nachhaltig verbessert wurde. Aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben sich sehr viele Menschen aktiv in die Spiele eingebracht. Daran wollen wir anknüpfen und dieses Engagement für das Sporttreiben von Menschen mit geistiger Behinderung verstetigen. Special Olympics Saarland und der Landessportverband für das Saarland haben Programme in mehr als 150 Grundschulklassen initiiert, die schon jetzt zu inklusiven Freundschaften geführt haben. Sie werden nachhaltig weitergeführt. Und nicht zuletzt bleibt das gestiegene Selbstbewusstsein vieler Athletinnen und Athleten.

Frage: Die Medienallianz von Special Olympics Deutschland hat immer wieder bundesweit über die Nationalen Spiele berichtet. Wie nachhaltig werden sich die Nationalen Spiele auf den Rest Deutschlands auswirken?

Antwort: Wir sind der Medienallianz sehr dankbar. Schon jetzt können wir sagen, dass noch nie so umfangreich über Nationale Spiele von Special Olympics Deutschland berichtet worden ist. Wir werden alles daransetzen, die Zusammenarbeit mit der Medienallianz fortzusetzen und durch unsere Aktivitäten weitere Impulse für journalistische Beiträge geben.

Ich denke, dass die Berichterstattung über die erfolgreichen Spiele im Saarland in jeder Ecke Deutschlands wahrgenommen worden ist. Überall war zu sehen und zu lesen, welche großartigen Leistungen unsere Athletinnen und Athleten vollbracht haben und wie Inklusion gelebt werden kann. Ich bin mir sicher, es wird bundesweit viele motivieren, unsere Ziele zu unterstützen.

Frage: Nach den Spielen ist vor den Spielen: Was sind die nächsten Ziele, die sich Special Olympics Deutschland vorgenommen hat?

Antwort: Aktuell arbeiten wir an unserem Strategieplan für die kommenden vier Jahre, den wir im November auf unserer Mitgliederversammlung verabschieden werden. Dazu hat unser Präsidium sowie die Bundesgeschäftsführung bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit den 16 Special Olympics Landesverbänden und den Athletenvertretern einen umfangreichen Beteiligungsprozess gestartet.

Wir wollen Special Olympics in Deutschland stärker machen. Angebote sollen leichter zu finden sein, wir wollen mehr Jugendliche als Mitglieder gewinnen und wir wollen die Vielfalt der Angebote vor Ort sichtbar machen. Gleichzeitig arbeiten wir gemeinsam an einer stabileren finanziellen Basis. Schließlich bilden wir im Haupt- und Ehrenamt immer mehr inklusive Teams und stärken unsere Freiwilligen-Netzwerke. Dabei ist und bleibt unser Leitziel, mit der verbindenden Kraft des Sports immer mehr Teilhabe für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zu bewirken. Das schließt Inklusion in den Lebensbereichen Gesundheit, Bildung und Arbeit ebenso ein.

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