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Protestaktion im Wirtschaftsministerium: Wir gehen nicht bevor das Gesetz nicht geht!

Protest beim Tag der offenen Tür im Wirtschaftsministerium am 20.6.2026
Protest beim Tag der offenen Tür im Wirtschaftsministerium am 20.6.2026
Foto: privat

Berlin (kobinet) Aktivist*innen mit und ohne Behinderungen demonstrieren derzeit - am Nachmittag des 21. Juni 2026 - im Bundeswirschaftsministerium. Sie wollen vor der morgigen parlamentarischen Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) Druck machen. "Wir gehen nicht, bevor das neue BGG nicht geht!", so die klare Ansage der Aktivist*innen. Die Aktivist*innen nutzen für ihre Aktion den traditionellen Tag der offenen Tür der Bundesregierung, an dem Bürger*innen zu verschiedenen Veranstaltungen der einzelnen Ministerien eingeladen sind.

„Die politische Lage spitzt sich zu. Die geplante Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) ist ein Rückschritt. Sie richtet sich nicht nach unseren Grundrechten und hat nicht unsere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben im Blick, sondern ist nur nach kapitalistischen Grundsätzen ausgerichtet. Kapitalistische Grundsätze, die ‚Wirtschaftlichkeit‘ über Barrierefreiheit und über das Wohl des Menschen stellen. Diese Verknüpfung von Menschenrechten an die vermeintliche ‚Leistungsfähigkeit‘ eines Menschen ist, vor allem im deutschen Kontext, ein Skandal. Es wird klar, wie so oft zuvor in der deutschen Geschichte, unsere Leben sind weniger wert. Diskriminierung bleibt folgenlos, wird sogar legalisiert. Es braucht radikalen Protest!“ So heißt es in einer Presseinformation der informellen Gruppe Fight Ableismus.

Weitere Verschlechterungen stünden nach Ansicht der Betroffenen im Raum, unter anderem: Kürzungen in der Eingliederungshilfe, Druck auf Bildung für alle und Einschränkungen bei Unterstützungsleistungen. „Für viele behinderte Menschen bedeutet das ganz konkret: Isolation, weniger Selbstbestimmung, mehr Barrieren und eine enorme zusätzliche Belastung. Das persönliche Budget für die persönliche Assistenz und damit unser Selbstbestimmungsrecht ist in Gefahr. Dieses Budget ermöglicht vielen Menschen, in den eigenen vier Wänden, selbstbestimmt zu leben. Wir wollen nicht eingesperrt sein in Heimen, sondern Selbstbestimmung!“ heißt es weiter in der Presseinformation.

Foderungen der Aktivist*innen sind u.a.:

Menschen sind kein Kostenfaktor. Wir haben Grundrechte!

Teilhabe ist ein Menschenrecht und kein nice-to-have!

Barrierefreiheit jetzt! Verpflichtend und nicht auf später vertrösten!

Kein ausspielen von wirtschaftlichen Interessen auf Kosten von Menschen!

Sondervermögen für Soziales, nicht fürs Militär!

das Barrierefreiheit in der Privatwirtschaft Pflicht wird! Baulich, digital, kommunikativ.

Gleicher Zugang zu Bildung für alle! Keine Sonderschulen!

Keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe! Zum Beispiel nicht in der (Schul)assistenz.

Kein Pooling! Selbstbestimmung für alle!

Keine Sonderwelten, weil sie immer zu Gewalt führen. So wie in Heimen und Werkstätten.

Keine Ausgrenzung, keine Kürzungen auf Kosten von Menschen!

Für selbstbestimmtes Leben!

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