Berlin (kobinet)
Die Bundes-Vereinigung Lebens-Hilfe kämpft gegen Kürzungen.
Die Lebens-Hilfe ist ein Verein.
Der Verein hilft Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.
Bund, Länder und Kommunen planen Kürzungen bei der Eingliederungs-Hilfe.
Kommunen sind Städte und Gemeinden.
Sie kümmern sich um viele Aufgaben vor Ort.
Eingliederungs-Hilfe bedeutet: Menschen mit Behinderung bekommen Unterstützung.
Gegen diese Kürzungen gibt es eine Petition beim Bundes-Tag.
Eine Petition ist eine Bitte oder Beschwerde an wichtige Leute.
Viele Menschen unterschreiben gemeinsam für die Petition.
Mehr als 100.000 Menschen haben diese Petition unterschrieben.
Sebastian Urbanski ist Schauspieler.
Sebastian Urbanski lebt mit dem Down-Syndrom.
Beim Down-Syndrom hat ein Mensch ein Chromosom mehr als andere Menschen.
Ein Chromosom ist ein kleiner Teil in jeder Körper-Zelle.
Es trägt Informationen über den Körper.
Das Down-Syndrom ist keine Krankheit.
Sebastian Urbanski ist Mitglied im Vorstand der Lebens-Hilfe.
Der Vorstand leitet den Verein.
Die Menschen im Vorstand treffen wichtige Entscheidungen.
Sebastian Urbanski sagt: Ohne Assistenz kann ich nicht selbst wohnen.
Assistenz bedeutet: Eine Person hilft mir im Alltag.
Ohne Assistenz müsste Sebastian Urbanski zu seinen Eltern ziehen.
Oder er müsste in ein Heim ziehen.
Ulla Schmidt ist Vorsitzende der Bundes-Vereinigung Lebens-Hilfe.
Die Vorsitzende leitet den Verein.
Sie spricht für alle Mitglieder.
Ulla Schmidt sagt: Die Kürzungen sind ein Angriff auf Menschen mit Behinderung.
In Deutschland bekommen zurzeit rund 1 Million Menschen Eingliederungs-Hilfe.
Die meisten sind 34 Jahre alt oder jünger.
Die Hilfe umfasst zum Beispiel Unterstützung in der Schule.
Oder Hilfe beim Wohnen und bei der Arbeit.
Ulla Schmidt sagt: Reformen sind richtig.
Reformen sind Änderungen.
Dinge sollen damit besser werden.
Aber Kürzungen bei Menschen mit Behinderung sind falsch.
Wer kürzt, kürzt an Würde und Selbst-Bestimmung.
Würde bedeutet: Jeder Mensch verdient Respekt und ein gutes Leben.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Ich entscheide selbst, wie ich lebe.
Solche Kürzungen darf es nicht geben.
Kürzungen können bedeuten: Kinder dürfen weniger in die Schule.
Oder sie dürfen seltener Freizeit-Angebote nutzen.
Freizeit-Angebote sind Aktivitäten für die freie Zeit.
Zum Beispiel Sport oder Ausflüge.
Junge Menschen mit Behinderung müssten dann in ein Pflege-Heim.
Ein Pflege-Heim ist ein Haus.
Dort wohnen Menschen, die viel Hilfe und Pflege brauchen.
Aber viele könnten mit Assistenz gut in einer eigenen Wohnung leben.
Das wäre eine Missachtung ihrer Würde.
Missachtung bedeutet: Man behandelt jemanden nicht mit Respekt.
Sebastian Urbanski arbeitet beim Ramba-Zamba-Theater in Berlin.
Sebastian Urbanski lebt mit seiner Ehefrau in einer Wohn-Gemeinschaft der Lebens-Hilfe.
Eine Wohn-Gemeinschaft bedeutet: Mehrere Menschen wohnen zusammen.
Sie teilen sich Bad und Küche.
Diese Wohn-Gemeinschaft ist im Berliner Stadt-Teil Wedding.
Ohne die Eingliederungs-Hilfe könnten beide dort nicht wohnen.
Sebastian Urbanski sagt: Mit 48 Jahren zu meinen Eltern ziehen ist keine Möglichkeit.
Selbst-Bestimmung ist ihm sehr wichtig.
Sebastian Urbanski spricht über die Kürzungs-Pläne.
Sebastian Urbanski sagt: Diese Pläne machen mir Angst.
Bundes-Kanzler Merz will bei Hilfen für Menschen mit Behinderung sparen.
Das Kanzler-Amt hat eine Streich-Liste gemacht.
Das Kanzler-Amt ist das Büro des Bundes-Kanzlers.
Dort werden wichtige Entscheidungen für Deutschland getroffen.
Eine Streich-Liste zeigt, was wegfallen oder weniger werden soll.
Auf dieser Liste steht: Die Eingliederungs-Hilfe soll kleiner werden.
Das Wunsch- und Wahl-Recht soll abgeschafft werden.
Wunsch- und Wahl-Recht bedeutet: Ich darf selbst wählen, welche Hilfe ich bekomme.
Sebastian Urbanski sagt: Vielleicht dürfen meine Frau und ich dann nicht mehr zusammen wohnen.
Das ist nicht in Ordnung.
Menschen mit Behinderung haben Menschen-Rechte.
Menschen-Rechte sind Rechte für alle Menschen auf der ganzen Welt.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Das Recht auf eine eigene Wohnung steht in der UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
UN-Behinderten-Rechts-Konvention bedeutet: Ein wichtiger Vertrag für die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Viele Länder haben diesen Vertrag unterschrieben.
Das Recht auf Familie steht im Grund-Gesetz.
Im Grund-Gesetz stehen die wichtigsten Rechte für alle Menschen in Deutschland.
Sebastian Urbanski sagt an Herrn Merz: Bitte stärken Sie die Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen leben gleichberechtigt zusammen.
Das heißt: Jeder Mensch gehört dazu.
Niemand wird ausgeschlossen.
Sebastian Urbanski sagt: Lassen Sie uns unser Leben in Würde leben.
Politiker haben die Aufgabe, Menschen mit Behinderung zu unterstützen.
Lisa Behme ist Mutter von 3 Kindern mit Behinderung.
Lisa Behme warnt vor den Folgen der Kürzungen.
Lisa Behme sagt: Wenn die Schul-Begleitung wegfällt, können meine Kinder nicht mehr in die Schule.
Eine Schul-Begleitung ist eine Person, die einem Kind in der Schule hilft.
Familien kämpfen schon heute mit zu viel Bürokratie.
Bürokratie bedeutet: Sehr viele komplizierte Regeln und Formulare.
Lisa Behme fordert: Einfachere Abläufe statt Kürzungen.
Die Petition wird am 8. Juni im Petitions-Ausschuss des Bundes-Tages beraten.
Petitions-Ausschuss bedeutet: Eine Gruppe von Politikern prüft die Petition.
Diese Gruppe arbeitet im Parlament.
Die Lebens-Hilfe fordert: Keine Änderungen, die Selbst-Bestimmung einschränken.
Ulla Schmidt sagt: Eine solidarische Gesellschaft schaut auf die Schwächeren.
Solidarisch bedeutet: Wir helfen uns gegenseitig.
Wer Teilhabe kürzt, schließt Menschen aus.
Teilhabe bedeutet: Man macht bei etwas mit.
Man gehört dazu.
Du kannst die Petition unterstützen.
Die Petition hat die Nummer 195716.
Die Petition heißt: Keine Kürzungen der Eingliederungs-Hilfe für Menschen mit Behinderung.
Du kannst bis zum 25. Mai unterschreiben.
Hier kannst du die Petition unterschreiben:
Mehr Informationen findest du hier:
www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht
Dort gibt es ein Video.
Das Video erklärt, wie man die Petition unterschreibt.
Es gibt dort auch Informationen in Leichter Sprache.
Es gibt auch ein Positions-Papier der Fach-Verbände zu den Kürzungen.
Ein Positions-Papier ist ein Schreiben.
Darin steht, was eine Gruppe zu einem Thema denkt.
Fach-Verbände sind Gruppen von Experten für Menschen mit Behinderung.
Diese Experten kennen sich sehr gut in diesem Bereich aus.
Das Papier kannst du hier lesen:

Foto: Lebenshilfe / Chaperon
Berlin (kobinet) Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wehrt sich gegen Pläne von Bund, Ländern und Kommunen, weitreichende Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung vorzunehmen. Einer Bundestags-Petition gegen die bekannt gewordene Streichliste aus dem Kanzleramt haben sich kurz vor Ende der Zeichnungsfrist bereits mehr als 100.000 Menschen angeschlossen. Für Sebastian Urbanski, Schauspieler und als Mensch mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe, ist die Eingliederungshilfe von existenzieller Bedeutung: "Ohne Assistenz könnte ich nicht mit meiner Frau in unserer Wohnung leben. Ich müsste womöglich zurück zu meinen Eltern oder in ein Heim." "Was derzeit diskutiert wird, ist ein Angriff auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und damit auf die Grundwerte unseres Sozialstaats", erklärte Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit Blick auf die Streichliste.
In Deutschland beziehen gegenwärtig rund eine Million Menschen Eingliederungshilfe. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 34 Jahren. Diese Leistungen ermöglichen unter anderem Schulassistenz, Hilfen beim Wohnen, Unterstützung im Alltag oder die Teilhabe am Arbeitsleben.
„Natürlich brauchen wir Reformen, weniger Bürokratie und effizientere Verfahren in unserem Land. Und natürlich ist es angesichts der Haushaltslage richtig, nach Einsparpotenzialen zu schauen“, sagte Ulla Schmidt. „Aber wer bei den Rechten von Menschen mit Behinderung spart, der spart an Würde, Selbstbestimmung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Solche Kürzungen können für Kinder bedeuten, dass sie nicht oder weniger in die Schule gehen oder seltener an Freizeitangeboten teilnehmen können. Und es bedeutet auch für junge Menschen mit Behinderung, dass sie in einem Pflegeheim leben müssen, obwohl sie mit Assistenz in einer eigenen Wohnung gut klarkommen. Eine solche Missachtung ihrer Würde ist nicht hinnehmbar.“
Für Sebastian Urbanski, Schauspieler und als Mensch mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe, ist die Eingliederungshilfe von existenzieller Bedeutung: „Ohne Assistenz könnte ich nicht mit meiner Frau in unserer Wohnung leben. Ich müsste womöglich zurück zu meinen Eltern oder in ein Heim. Das wäre ein massiver Verlust meiner Selbstbestimmung. Menschen mit Behinderung haben Rechte – auch das Recht, selbst zu entscheiden, wie und mit wem sie leben.“ Weiter betonte der bei der Lebenshilfe engagierte Selbstvertreter in der Pressekonferenz vom 20. Mai 2026:
„Für mich hat die Eingliederungshilfe existenzielle Bedeutung. Ich lebe mit dem Down-Syndrom und bin Schauspieler im Ramba Zamba Theater in Berlin. Seit einigen Jahren lebe ich mit meiner Ehefrau in einer inklusiven Hausgemeinschaft der Lebenshilfe im Wedding. Ohne die Eingliederungshilfe-Assistenz der Berliner Lebenshilfe könnten wir beide dort nicht wohnen. Ich müsste dann wieder zu meinen Eltern ziehen. Das wäre mit 48 Jahren schon komisch. Und wenn meine Mutter mal nicht mehr so fit ist, käme ich womöglich in ein Heim. Beides kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Mir ist meine Selbstbestimmung total wichtig. Die Diskussion um die Kürzungen bei der Eingliederungshilfe macht mir große Sorge. Es macht Angst, wenn so ein mächtiger Mann, wie Bundeskanzler Merz sagt: ‚Es muss Einsparungen bei den Hilfen für Menschen mit Unterstützungsbedarf geben‘. In der Streichliste vom Kanzleramt steht: ‚Die Eingliederungshilfe soll gekürzt werden. Das Wunsch- und Wahlrecht soll abgeschafft werden, weil es zu teuer ist.‘ Wenn das passiert, kann es sein, dass meine Frau und ich nicht mehr zusammen leben dürfen in unserer eigenen Wohnung. Das ist doch unglaublich. Über so eine Bevormundung laut nachzudenken, finde ich unverschämt. Hier wird immer vergessen, dass wir auch Menschenrechte haben. Wir haben das Recht, da zu wohnen, wo wir wollen. Das steht in der UN-Behindertenrechtskonvention und wir haben auch das Recht auf Familie. Das steht im Grundgesetz. Bitte Herr Bundeskanzler Merz, stärken sie die Inklusion, anstatt sie zu verhindern. Politiker und Politikerinnen haben die Aufgabe, Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Was ich der Politik sagen möchte? Herr Bundeskanzler, lassen Sie uns unser Leben menschenwürdig leben.
Auch Lisa Behme, Mutter von drei Kindern mit Behinderung, warnt vor den dramatischen Folgen möglicher Einschnitte: „Wenn die Schulbegleitung ausfällt, dürfen meine Kinder teilweise nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Schon heute kämpfen Familien mit einem extrem bürokratischen System. Statt Leistungen zu kürzen, brauchen wir einfachere Verfahren.“
Die Petition gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe wird am 8. Juni im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beraten. Die Lebenshilfe fordert Bundesregierung, Bundestag und Länder auf, keine Änderungen vorzunehmen, die die selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderung einschränken. „Eine solidarische Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit denjenigen umgeht, die Unterstützung benötigen“, betont Ulla Schmidt. „Wer Teilhabe kürzt, grenzt Menschen aus und verstößt nicht nur gegen Recht und Konventionen, sondern gegen alles, was unsere inklusive, soziale Gesellschaft ausmacht.“
Wer die Petition mit der Nummer 195716 und dem Titel „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ unterstützen möchte, kann bis zum 25. Mai direkt auf der Petitionsseite des Bundestages mitzeichnen oder zunächst auf die Kampagnenseite www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht schauen. Mit einem Video wird dort für alle einfach erklärt, wie man sich registrieren und eine Bundestags-Petition unterzeichnen kann. Außerdem gibt es dort weiterführende Informationen – auch in Leichter Sprache – und vielfältiges Kampagnenmaterial, um es im Internet zu teilen.
Nachlesenswert ist auch das Positionspapier der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zu den drohenden Kürzungen bei der Eingliederungshilfe.

Foto: Lebenshilfe / Chaperon
Berlin (kobinet) Die Bundesvereinigung Lebenshilfe wehrt sich gegen Pläne von Bund, Ländern und Kommunen, weitreichende Kürzungen bei der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung vorzunehmen. Einer Bundestags-Petition gegen die bekannt gewordene Streichliste aus dem Kanzleramt haben sich kurz vor Ende der Zeichnungsfrist bereits mehr als 100.000 Menschen angeschlossen. Für Sebastian Urbanski, Schauspieler und als Mensch mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe, ist die Eingliederungshilfe von existenzieller Bedeutung: "Ohne Assistenz könnte ich nicht mit meiner Frau in unserer Wohnung leben. Ich müsste womöglich zurück zu meinen Eltern oder in ein Heim." "Was derzeit diskutiert wird, ist ein Angriff auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und damit auf die Grundwerte unseres Sozialstaats", erklärte Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit Blick auf die Streichliste.
In Deutschland beziehen gegenwärtig rund eine Million Menschen Eingliederungshilfe. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 34 Jahren. Diese Leistungen ermöglichen unter anderem Schulassistenz, Hilfen beim Wohnen, Unterstützung im Alltag oder die Teilhabe am Arbeitsleben.
„Natürlich brauchen wir Reformen, weniger Bürokratie und effizientere Verfahren in unserem Land. Und natürlich ist es angesichts der Haushaltslage richtig, nach Einsparpotenzialen zu schauen“, sagte Ulla Schmidt. „Aber wer bei den Rechten von Menschen mit Behinderung spart, der spart an Würde, Selbstbestimmung und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Solche Kürzungen können für Kinder bedeuten, dass sie nicht oder weniger in die Schule gehen oder seltener an Freizeitangeboten teilnehmen können. Und es bedeutet auch für junge Menschen mit Behinderung, dass sie in einem Pflegeheim leben müssen, obwohl sie mit Assistenz in einer eigenen Wohnung gut klarkommen. Eine solche Missachtung ihrer Würde ist nicht hinnehmbar.“
Für Sebastian Urbanski, Schauspieler und als Mensch mit Behinderung im Bundesvorstand der Lebenshilfe, ist die Eingliederungshilfe von existenzieller Bedeutung: „Ohne Assistenz könnte ich nicht mit meiner Frau in unserer Wohnung leben. Ich müsste womöglich zurück zu meinen Eltern oder in ein Heim. Das wäre ein massiver Verlust meiner Selbstbestimmung. Menschen mit Behinderung haben Rechte – auch das Recht, selbst zu entscheiden, wie und mit wem sie leben.“ Weiter betonte der bei der Lebenshilfe engagierte Selbstvertreter in der Pressekonferenz vom 20. Mai 2026:
„Für mich hat die Eingliederungshilfe existenzielle Bedeutung. Ich lebe mit dem Down-Syndrom und bin Schauspieler im Ramba Zamba Theater in Berlin. Seit einigen Jahren lebe ich mit meiner Ehefrau in einer inklusiven Hausgemeinschaft der Lebenshilfe im Wedding. Ohne die Eingliederungshilfe-Assistenz der Berliner Lebenshilfe könnten wir beide dort nicht wohnen. Ich müsste dann wieder zu meinen Eltern ziehen. Das wäre mit 48 Jahren schon komisch. Und wenn meine Mutter mal nicht mehr so fit ist, käme ich womöglich in ein Heim. Beides kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Mir ist meine Selbstbestimmung total wichtig. Die Diskussion um die Kürzungen bei der Eingliederungshilfe macht mir große Sorge. Es macht Angst, wenn so ein mächtiger Mann, wie Bundeskanzler Merz sagt: ‚Es muss Einsparungen bei den Hilfen für Menschen mit Unterstützungsbedarf geben‘. In der Streichliste vom Kanzleramt steht: ‚Die Eingliederungshilfe soll gekürzt werden. Das Wunsch- und Wahlrecht soll abgeschafft werden, weil es zu teuer ist.‘ Wenn das passiert, kann es sein, dass meine Frau und ich nicht mehr zusammen leben dürfen in unserer eigenen Wohnung. Das ist doch unglaublich. Über so eine Bevormundung laut nachzudenken, finde ich unverschämt. Hier wird immer vergessen, dass wir auch Menschenrechte haben. Wir haben das Recht, da zu wohnen, wo wir wollen. Das steht in der UN-Behindertenrechtskonvention und wir haben auch das Recht auf Familie. Das steht im Grundgesetz. Bitte Herr Bundeskanzler Merz, stärken sie die Inklusion, anstatt sie zu verhindern. Politiker und Politikerinnen haben die Aufgabe, Menschen mit Behinderung zu unterstützen. Was ich der Politik sagen möchte? Herr Bundeskanzler, lassen Sie uns unser Leben menschenwürdig leben.
Auch Lisa Behme, Mutter von drei Kindern mit Behinderung, warnt vor den dramatischen Folgen möglicher Einschnitte: „Wenn die Schulbegleitung ausfällt, dürfen meine Kinder teilweise nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Schon heute kämpfen Familien mit einem extrem bürokratischen System. Statt Leistungen zu kürzen, brauchen wir einfachere Verfahren.“
Die Petition gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe wird am 8. Juni im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages beraten. Die Lebenshilfe fordert Bundesregierung, Bundestag und Länder auf, keine Änderungen vorzunehmen, die die selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderung einschränken. „Eine solidarische Gesellschaft zeigt sich darin, wie sie mit denjenigen umgeht, die Unterstützung benötigen“, betont Ulla Schmidt. „Wer Teilhabe kürzt, grenzt Menschen aus und verstößt nicht nur gegen Recht und Konventionen, sondern gegen alles, was unsere inklusive, soziale Gesellschaft ausmacht.“
Wer die Petition mit der Nummer 195716 und dem Titel „Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ unterstützen möchte, kann bis zum 25. Mai direkt auf der Petitionsseite des Bundestages mitzeichnen oder zunächst auf die Kampagnenseite www.lebenshilfe.de/teilhabe-ist-menschenrecht schauen. Mit einem Video wird dort für alle einfach erklärt, wie man sich registrieren und eine Bundestags-Petition unterzeichnen kann. Außerdem gibt es dort weiterführende Informationen – auch in Leichter Sprache – und vielfältiges Kampagnenmaterial, um es im Internet zu teilen.
Nachlesenswert ist auch das Positionspapier der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zu den drohenden Kürzungen bei der Eingliederungshilfe.




