Berlin (kobinet)
Raul Krauthausen hat einen Podcast.
Ein Podcast ist eine Sendung im Internet.
Du kannst die Sendung hören.
Der Podcast heißt: Im Aufzug.
Das ist die 103. Ausgabe des Podcasts.
In dieser Ausgabe ist Udo Sierck zu Gast.
Udo Sierck ist Autor und Aktivist für Behinderten-Rechte.
Ein Aktivist ist eine Person.
Die Person will etwas in der Gesellschaft ändern.
Udo Sierck ist 1956 in Hamburg geboren.
Er hatte als Kind eine Behinderung.
Damals schien sein Leben schon geplant zu sein.
Sonder-Schule, Werk-Statt und Wohn-Heim waren vorgesehen.
Eine Sonder-Schule ist eine Schule für Kinder mit Behinderung.
Eine Werk-Statt für Menschen mit Behinderung ist ein Arbeits-Ort.
Ein Wohn-Heim ist ein Haus mit mehreren Bewohnern.
Aber es kam anders.
Udo hat gelernt: Man muss sich wehren.
Ende der 70er Jahre hat er das getan.
Er hat sich der Krüppel-Gruppe Hamburg angeschlossen.
Der Name war eine Provokation.
Eine Provokation will andere Menschen aufrütteln.
Man will sie zum Nachdenken bringen.
Er hat Rat-Häuser besetzt.
Udo hat auch ein Sit-in gemacht.
Ein Sit-in ist eine Aktion.
Menschen setzen sich auf die Straße.
Sie wollen ihre Meinung zeigen.
Das Sit-in war im Eingangs-Bereich des Spiegel-Gebäudes.
Udo hat auch etwas Wichtiges öffentlich gemacht.
Viele behinderte Frauen wurden zwangs-weise sterilisiert.
Sterilisiert bedeutet: Eine Frau kann keine Kinder mehr bekommen.
Das wurde diesen Frauen oft ohne ihr Einverständnis gemacht.
Udo hat darüber berichtet.
Deshalb hat das Bundes-Kriminal-Amt seine Wohnung durchsucht.
Das Bundes-Kriminal-Amt ist eine besondere Polizei.
Sie untersucht große Verbrechen in ganz Deutschland.
Die Polizei dachte: Udo gehört zu einer kriminellen Gruppe.
Eine kriminelle Gruppe macht gemeinsam etwas Verbotenes.
Aber Udo hat nur auf Probleme aufmerksam gemacht.
Jetzt hat Udo ein neues Buch geschrieben.
Das Buch heißt: Frech und frei – 50 Jahre Kämpfe der Behinderten-Bewegung.
Die Behinderten-Bewegung ist eine Gruppe von Menschen mit Behinderung.
Sie kämpfen gemeinsam für gleiche Rechte.
Raul Krauthausen hat das Buch gelesen.
Er war begeistert von den Geschichten darin.
Aber er war auch traurig und enttäuscht.
Viele Probleme von damals gibt es heute noch.
Im Podcast sprechen die 2 darüber.
Was hat sich wirklich verändert?
Was können wir aus 50 Jahren Kampf lernen?
Kämpfen bedeutet hier: Man setzt sich gegen etwas Ungerechtes ein.

Foto: Raul Krauthausen
Berlin (kobinet) "Was können wir aus 50 Jahren Widerstand lernen?" darum geht es in der 103. Ausgabe des Podcast von Raul Krauthausen "Im Aufzug", bei dem dieses Mal der Autor und Behindertenrechtsaktivist Udo Sierck zu Gast war. "Heute spreche ich mit Udo Sierck. Und ich muss gestehen: Ich war nervös vor dieser Aufnahme. Denn Udo macht das, was ich mache – Aktivismus für die Rechte behinderter Menschen – fast 50 Jahre länger als ich. Udo ist 1956 in Hamburg geboren. Für ihn als Kind mit Behinderung der 50 und 60er Jahre schien eigentlich alles vorgezeichnet zu sein: Sonderschule, Werkstatt, Wohnheim. Aber es kam anders. Denn Udo hatte inzwischen gelernt, dass man sich aktiv zur Wehr setzen muss, wenn man etwas wirklich nicht will. Also schloss er sich Ende der 70er der Krüppelgruppe Hamburg an – ja, die hießen so, das war Provokation. Er hat Rathäuser besetzt, ein Sit-in im Spiegel-Foyer gemacht, die Zwangssterilisation tausender behinderter Frauen öffentlich gemacht – und dafür eines morgens das BKA vor der Tür gehabt die seine Wohnung durchsuchten, weil er verdächtigt wurde 'Teil einer kriminellen Vereinigung' zu sein. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben: 'Frech und frei – 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung'. Und als ich es gelesen habe, war ich gleichzeitig begeistert und frustriert. Begeistert, weil da Geschichten drinstehen, die ich nicht kannte. Und frustriert, weil so vieles, wogegen Udo vor 40 Jahren gekämpft hat, immer noch da ist", heißt es in der Ankündigung des Podcast von Raul Krauthausen.
„Wie hält man das durch? Was hat sich wirklich verändert? Und was können wir alle aus 50 Jahren Widerstand lernen? Aufzugtür auf für Udo Sierck“, heißt es weiter in der Ankündigung.

Foto: Raul Krauthausen
Berlin (kobinet) "Was können wir aus 50 Jahren Widerstand lernen?" darum geht es in der 103. Ausgabe des Podcast von Raul Krauthausen "Im Aufzug", bei dem dieses Mal der Autor und Behindertenrechtsaktivist Udo Sierck zu Gast war. "Heute spreche ich mit Udo Sierck. Und ich muss gestehen: Ich war nervös vor dieser Aufnahme. Denn Udo macht das, was ich mache – Aktivismus für die Rechte behinderter Menschen – fast 50 Jahre länger als ich. Udo ist 1956 in Hamburg geboren. Für ihn als Kind mit Behinderung der 50 und 60er Jahre schien eigentlich alles vorgezeichnet zu sein: Sonderschule, Werkstatt, Wohnheim. Aber es kam anders. Denn Udo hatte inzwischen gelernt, dass man sich aktiv zur Wehr setzen muss, wenn man etwas wirklich nicht will. Also schloss er sich Ende der 70er der Krüppelgruppe Hamburg an – ja, die hießen so, das war Provokation. Er hat Rathäuser besetzt, ein Sit-in im Spiegel-Foyer gemacht, die Zwangssterilisation tausender behinderter Frauen öffentlich gemacht – und dafür eines morgens das BKA vor der Tür gehabt die seine Wohnung durchsuchten, weil er verdächtigt wurde 'Teil einer kriminellen Vereinigung' zu sein. Jetzt hat er ein neues Buch geschrieben: 'Frech und frei – 50 Jahre Kämpfe der Behindertenbewegung'. Und als ich es gelesen habe, war ich gleichzeitig begeistert und frustriert. Begeistert, weil da Geschichten drinstehen, die ich nicht kannte. Und frustriert, weil so vieles, wogegen Udo vor 40 Jahren gekämpft hat, immer noch da ist", heißt es in der Ankündigung des Podcast von Raul Krauthausen.
„Wie hält man das durch? Was hat sich wirklich verändert? Und was können wir alle aus 50 Jahren Widerstand lernen? Aufzugtür auf für Udo Sierck“, heißt es weiter in der Ankündigung.




