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Personalmangel in der Behindertenhilfe spitzt sich zu

Vor einer aufgehenden Sonne seitlich zwei Familien mit Kind in der Mitte eine Person im Rollstuhl
Inklusion ist gemeinsames Leben
Foto: Pixabay/geralt

ERLANGEN (kobinet) Menschen mit Beeinträchtigung, vor allem auch Menschen mit kognitiver oder mehrfacher Einschränkung, benötigen Unterstützung zur gesellschaftlichen Teilhabe. Die Lebenshilfe Erlangen sieht es als ihren Auftrag, ihnen dies zu ermöglichen. Das ist aber ohne Fachkräfte nicht leistbar. "Ohne unsere Arbeit wären viele Menschen im Alltag ausgeschlossen. Wir sorgen dafür, dass unsere Bewohner*innen ein selbstbestimmtes Leben führen können. Wir geben Menschen eine Stimme, die oft überhört wird", so Mitarbeitende in einer Außenwohngruppe der Lebenshilfe. Besonders im Wohnbereich fehlen Fachkräfte wie beispielsweise Heilerziehungspfleger*innen und die Situation spitzt sich seit geraumer Zeit immer weiter zu. Das entgeht auch den Bewohner*innen nicht, die auf Hilfe und Zuwendung angewiesen sind.

Bernd Ackermann lebt im Gemeinschaftlichen Wohnen und sagt: „Ohne den Maher läuft nix mehr. Wir sind ein Team.“ Maher Elnashawaty bedeutet es viel, für Menschen mit Beeinträchtigung da zu sein: „Es ist mehr als Arbeit für mich.“Roland Mühlberger ist froh, dass er Unterstützung bekommt „bei Sachen, wo ich nicht so fit bin“. Zum Beispiel: Begleitung bei Arztbesuchen, gemeinsames Einkaufen, Schwimmen gehen. Letzters sei für ihn das Schönste. Für viele ist es auch wichtig, jemanden zum Reden zu haben.

Auch im Kinder- und Jugendbereich wächst der Bedarf an Begleitung und Betreuung. Es gibt eine Zunahme an Autismus-Spektrum-Störungen und immer mehr Kinder benötigen eine Einzelbegleitung. „Deswegen begrüßen wir es sehr, dass unsere Bundesvereinigung Lebenshilfe gemeinsam mit den vier anderen bundesweit agierenden Fachverbänden für Menschen mit Beeinträchtigung zu einer Aktionswoche vom 20. bis 24. April aufgerufen hat“, betont Frank Morell, Vorsitzender der Lebenshilfe Erlangen. Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, die Sicherung von Fachkräften in der Eingliederungshilfe und Sozialpsychiatrie als politische Priorität zu verankern. Teilhabe dürfe kein Sparposten sein. Für verlässliche und professionelle Unterstützung brauche es ausreichend Fachkräfte, tarifgebundene Arbeitsbedingungen und eine auskömmliche Finanzierung.