Kassel (kobinet)
Am 25. Februar 2026 übergibt Ulrike Scharf einen Förder-Scheck.
Ulrike Scharf ist die Sozial-Ministerin in Bayern.
Sie ist eine Politikerin, die sich um Menschen kümmert, die Hilfe brauchen.
Der Förder-Scheck geht an die Donau-Ries-Werk-stätten in Nördlingen.
Ein Förder-Scheck ist Geld vom Staat für einen bestimmten Zweck.
Die Donau-Ries-Werk-stätten sind eine Werk-statt für behinderte Menschen.
Die Werk-statt bekommt 3,9 Millionen Euro.
Das Geld ist für den Umbau der Werk-statt.
Die Werk-statt bekommt auch mehr Plätze.
Viele behinderte Menschen sind damit nicht einverstanden.
Nancy Frind hat diese Förderung kritisiert.
Förderung bedeutet: Geld oder Hilfe, die jemand bekommt, um etwas zu unterstützen.
Nancy Frind hat viele Jahre in einer Werk-statt gearbeitet.
Vor 4 Jahren hat sie die Werk-statt verlassen.
Jetzt arbeitet sie auf dem normalen Arbeits-Markt.
Arbeits-Markt bedeutet: wie Menschen Arbeit suchen und finden.
Das hat Nancy Frind mit dem Budget für Arbeit geschafft.
Budget für Arbeit bedeutet: Menschen mit Behinderung bekommen Unterstützung, um eine normale Arbeit zu finden.
Es gibt einen Roman zu diesem Thema.
Der Roman heißt: Zündeln an den Strukturen.
Ottmar Miles-Paul hat diesen Roman geschrieben.
Ottmar Miles-Paul ist ein Experte für die Rechte von behinderten Menschen.
Er hat den Roman im August 2023 veröffentlicht.
Hartmut Smikac von kobinet-Nachrichten hat mit ihm gesprochen.
Kobinet-Nachrichten ist eine Nachrichten-Seite für Menschen mit Behinderung.
Das bayerische Sozial-Ministerium sagt zur Förderung:
Das Sozial-Ministerium ist ein Amt des Landes Bayern, das sich um Menschen kümmert, die Hilfe brauchen.
Werk-stätten sind wichtig für behinderte Menschen.
Sie helfen bei der Arbeit.
Sie helfen beim Mitmachen in der Gesellschaft.
Gesellschaft bedeutet: alle Menschen, die zusammen in einem Land leben.
Der Frei-Staat Bayern unterstützt die Träger der Werk-stätten.
Frei-Staat Bayern bedeutet: Bayern ist ein Bundes-Land in Deutschland mit einer eigenen Regierung.
Träger sind die Organisationen, die die Werk-stätten betreiben.
Nancy Frind hat ihre Kritik auf Facebook geschrieben.
Sie sagt: Ich verstehe diese Förderung nicht.
In einer Werk-statt verdient man oft nur 200 bis 230 Euro im Monat.
Das ist sehr wenig Geld für eine ganze Arbeits-Woche.
Das ist nicht fair.
Es gibt die UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Das ist ein Vertrag der Vereinten Nationen, der die Rechte von behinderten Menschen schützt.
Viele Länder haben diesen Vertrag unterschrieben.
Diese Länder versprechen: Wir halten diese Rechte ein.
Der Vertrag sagt: Behinderte Menschen sollen mehr mitmachen können.
Nancy Frind sagt: Werk-stätten sollen nicht sofort geschlossen werden.
Aber das System muss sich verändern.
System bedeutet: wie alles aufgebaut ist und zusammen-arbeitet.
Nancy Frind fragt: Wofür wird das Förder-Geld genutzt?
Bekommen die Beschäftigten mehr Geld?
Beschäftigte sind Menschen, die in der Werk-statt arbeiten.
Haben die Beschäftigten bessere Chancen auf eine normale Stelle?
Werk-stätten haben ihre Berechtigung.
Berechtigung bedeutet: Es gibt einen guten Grund, warum etwas existiert.
Aber das Ziel sollte sein: Menschen echte Chancen zu geben.
Ottmar Miles-Paul hat im August 2023 seinen Roman veröffentlicht.
Der Roman heißt: Zündeln an den Strukturen.
Kobinet-Nachrichten hat ihm Fragen zum Roman gestellt.
Kobinet-Nachrichten: Ihr Roman ist jetzt über 30 Monate alt.
Ist er noch aktuell?
Aktuell bedeutet: Es ist jetzt noch wichtig und geht um die heutige Zeit.
Ottmar Miles-Paul: Ja, der Roman ist noch genauso aktuell wie früher.
Das zeigt die neue Meldung aus Bayern.
Dort wird wieder eine Werk-statt stark gefördert.
Kurz vor dem Roman gab es eine große Studie.
Studie bedeutet: eine gründliche Untersuchung zu einem Thema.
Die Studie untersuchte das Geld in Werk-stätten.
Die Studie zeigte: Das System der Werk-stätten ist ungerecht.
Es muss sich verändern.
Auch die UN hat das bestätigt.
Der Roman zeigt die menschliche Seite dieser Probleme.
Er zeigt, was das für behinderte Menschen bedeutet.
Viele sind unzufrieden mit dem wenigen Geld und den geringen Chancen.
Kobinet-Nachrichten: Was ist nach dem Roman und der Studie passiert?
Ottmar Miles-Paul: Es gab viele Diskussionen nach der Studie.
Das Bundes-Ministerium für Arbeit wollte eine Reform umsetzen.
Reform bedeutet: Man verändert das System und macht etwas besser oder anders.
Aber das ging sehr langsam voran.
Dann endete die Ampel-Regierung.
Die Reform blieb stecken.
Die Ampel-Regierung waren 3 Parteien, die zusammen regiert haben.
Ihre Farben waren rot, gelb und grün.
Die neue Regierung will die Reform weiter vorantreiben.
Aber die Bundes-Tags-Wahl war vor über einem Jahr.
Bei der Bundes-Tags-Wahl werden in ganz Deutschland Abgeordnete gewählt, die im Bundes-Tag mitentscheiden.
Bisher gibt es nichts Konkretes.
Es könnte sogar Rück-Schritte geben.
Zum Beispiel könnten Werk-stätten wieder mehr Förder-Geld bekommen.
Das wurde vor einigen Jahren eigentlich abgeschafft.
Kobinet-Nachrichten: Gibt es also keine ernsthaften Bemühungen für Veränderungen?
Ottmar Miles-Paul: Nein, leider nicht.
Die Menschen in den Werk-stätten bekommen immer nur Versprechen.
Das System der Sonder-Einrichtungen ist sehr mächtig.
Sonder-Einrichtungen sind besondere Orte für Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel Werk-stätten und Förder-Schulen.
Dieses System verändert sich kaum.
Die Leid-Tragenden sind behinderte Menschen.
Leid-Tragende bedeutet: die Menschen, denen es damit schlecht geht.
Diese Menschen wollen sich verändern.
Viele sagen: Ich will raus aus der Werk-statt.
Ich will auf dem normalen Arbeits-Markt arbeiten.
Aber die meisten müssen sich selbst einen Arbeits-Platz suchen.
Es gibt kaum Unterstützung dabei.
Kobinet-Nachrichten: Sie haben einen zweiten Roman geschrieben.
Was steckt dahinter?
Ottmar Miles-Paul: Nach dem ersten Roman wurde ich zu vielen Lesungen eingeladen.
Lesung bedeutet: jemand liest aus einem Buch vor und spricht danach darüber.
Viele haben gefragt: Wie geht es weiter mit den Personen im Roman?
Viele wollten wissen: Wie verändert sich die Gesellschaft?
Deshalb habe ich einen zweiten Roman geschrieben.
Der zweite Roman heißt: Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion.
Exklusion bedeutet: ausgeschlossen sein und nicht mitmachen dürfen.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen gemeinsam mit und jeder gehört dazu.
Der Roman spielt im Jahr 2034.
In diesem Jahr gilt die UN-Behinderten-Rechts-Konvention seit 25 Jahren in Deutschland.
Im Mittel-Punkt stehen Menschen, die sagen: Ich will raus.
Raus aus Werk-stätten und Wohn-Einrichtungen.
Wohn-Einrichtungen sind Häuser für Menschen mit Behinderung, wo mehrere Menschen zusammen wohnen und Hilfe bekommen.
Sie wollen selbst-bestimmt leben.
Selbst-bestimmt bedeutet: Du entscheidest selbst, ohne dass andere dir sagen, was du machen sollst.
Der Roman ist seit fast 2 Monaten erschienen.
Es gibt schon viele Anfragen für Lesungen.
Ottmar Miles-Paul sagt: Wir müssen uns mehr um diese Menschen kümmern.
Sie wollen nicht mehr in der Werk-statt arbeiten.
Sie wollen nicht mehr in Wohn-Einrichtungen leben.
Es gibt das Wunsch- und Wahl-Recht für behinderte Menschen.
Wunsch- und Wahl-Recht bedeutet: Behinderte Menschen dürfen selbst entscheiden, was sie wollen.
Aber ihre Wünsche werden oft nicht ernst genommen.
Ottmar Miles-Paul sagt: Wir brauchen Paten für behinderte Menschen.
Paten sind Menschen, die andere begleiten und beim Weg zu mehr Selbst-Bestimmung helfen.
Von der Politik ist derzeit wenig Hilfe zu erwarten.
Das ärgert Ottmar Miles-Paul sehr.
Kobinet-Nachrichten: Vielen Dank für das Interview.
Wo lesen Sie als nächstes?
Ottmar Miles-Paul: Am 6. März gibt es eine Lesung in Erfurt.
Die Lesung ist bei der Liga Selbst-Vertretung in Thüringen.
Liga Selbst-Vertretung ist eine Organisation in Thüringen, die die Rechte von Menschen mit Behinderung vertritt.
Nancy Frind hat zu dieser Lesung eingeladen.
Die Veranstaltung beginnt um 12:00 Uhr.
Sie kann auch online verfolgt werden.
Eine Anmeldung ist bei Nancy Frind möglich:
Im Mai gibt es Lesungen in Mainz, Bad Kreuznach und Kiel.
Weitere Online-Lesungen sind auch geplant.

Foto: LB Bremen
Kassel (kobinet) Und wieder übergibt die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf heute am 25. Februar 2026 einen Förderscheck an eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dieses Mal gehen 3,9 Millionen Euro an die Donau-Ries-Werkstätten GmbH in Nördlingen für die Modernisierung und für weitere Plätze in der Werkstatt. Dies hat nicht nur Kritik bei behinderten Menschen ausgelöst, die sich für Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen wie beispielsweise das Budget für Arbeit engagieren, ausgelöst, wie von Nancy Frind. Es wirft auch die Frage auf, ob der im August 2023 von Ottmar Miles-Paul veröffentlichte Roman über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu mit dem Titel "Zündeln an den Strukturen" noch so aktuell wie eh und je ist. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac hat sich mit der Kritik von Nancy Frind an der erneuten Förderung einer Werkstatt in Bayern beschäftigt und sprach mit Ottmar Miles-Paul über die Aktualität seines Romans und warum die Entwicklung bei der Reform des Werkstättensystems eine Schnecke zu sein scheint.
„Der Ausbau und die Modernisierung von Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind von großer Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Förderung in Bayern. Moderne Arbeits‑ und Förderangebote schaffen Perspektiven und stärken individuelle Fähigkeiten. Der Freistaat steht den Trägern dabei verlässlich zur Seite, um gute Rahmenbedingungen für Beschäftigte mit Behinderung zu sichern.“ So heißt es vonseiten des bayerischen Sozialministeriums zur heutigen Förderscheckübergabe an die Werkstatt in Nördlingen.

Foto: LB Bremen
Kassel (kobinet) Und wieder übergibt die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf heute am 25. Februar 2026 einen Förderscheck an eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dieses Mal gehen 3,9 Millionen Euro an die Donau-Ries-Werkstätten GmbH in Nördlingen für die Modernisierung und für weitere Plätze in der Werkstatt. Dies hat nicht nur Kritik bei behinderten Menschen ausgelöst, die sich für Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen wie beispielsweise das Budget für Arbeit engagieren, ausgelöst, wie von Nancy Frind. Es wirft auch die Frage auf, ob der im August 2023 von Ottmar Miles-Paul veröffentlichte Roman über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu mit dem Titel "Zündeln an den Strukturen" noch so aktuell wie eh und je ist. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac hat sich mit der Kritik von Nancy Frind an der erneuten Förderung einer Werkstatt in Bayern beschäftigt und sprach mit Ottmar Miles-Paul über die Aktualität seines Romans und warum die Entwicklung bei der Reform des Werkstättensystems eine Schnecke zu sein scheint.
„Der Ausbau und die Modernisierung von Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind von großer Bedeutung für gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Förderung in Bayern. Moderne Arbeits‑ und Förderangebote schaffen Perspektiven und stärken individuelle Fähigkeiten. Der Freistaat steht den Trägern dabei verlässlich zur Seite, um gute Rahmenbedingungen für Beschäftigte mit Behinderung zu sichern.“ So heißt es vonseiten des bayerischen Sozialministeriums zur heutigen Förderscheckübergabe an die Werkstatt in Nördlingen.





„… und das in Deutschland besonders gewachsene, mächtige und mit der Politik enorm verbandelte System der Sondereinrichtungen wie Werkstätten, Förderschulen und Wohneinrichtungen hat ein enormes Beharrungsvermögen.“
Dieses Zitat trifft den Nagel auf den Kopf und macht erschreckend deutlich, dass auch in sehr naher Zukunft in der Sache nichts grundlegendes verändern wird.