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Solidarische Katastrophenhilfe unter pazifistischem Vorzeichen, wie das gehen könnte

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
gewährt einen Hoffnungsschimmer, einen Lichtblick
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Zivilgesellschaftlich organisierte solidarische Katastrophenhilfe, die nicht Bestandteil bellizistischer Bevölkerungsschutzpolitik ist und nach deren Pfeife tanzt. Also nicht mit Kriegsvorbereitung verquickt wäre. Sondern eine selbstorganisierte Nothilfe bei klimakatastrophischen Ereignissen wie bei einer Flutkatastrophe oder einem Kollaps von Teilen der Infrastruktur (etwa Stromausfall), ob infolge technischen Versagens oder durch einen kriminellen bzw. politisch extremistischen Anschlag. – "Solidarisches Preppen, wie man Nachbarn zu Katastrophenhelfern macht", eine Hörspiel-Doku von Fritz Thietz aus dem Jahr 2024 (unlängst zum wiederholten Mal auf Deutschlandfunk zu hören), stellt anschaulich und beispielhaft eine Katastrophenhilfe vor, die nicht sogleich Wasser auf die Mühlen der "Masters of War" in Politik und Medien ist. "Es sind deine Nachbarn, die bei Katastrophen als erstes helfen", lautet das handlungsleitende Ausgangsmotto. Denn wenn etwas passiert, sei nachbarschaftlich solidarisches Preppen das erste und naheliegenste, was hilft. Und es werde etwas passieren, spätestens wenn das Klima kollabiert, sagt der Autor. Wie sieht nachbarschaftlich gemeinsame Vorsorge für den Fall eines Kollaps oder der Katastrophe also konkret aus, angefangen beim Stromausfall…

Zum Beispiel Tacho Müller, der von seinen Erfahrungen in Schweden berichtet

Tacho Müller dürfte auch in Kreisen des Behindertenaktivismus kein Unbekannter sein, nachdem Raul Krauthausen in seinem Aufzugs-Podcast mit ihm gesprochen hat. Über Müllers regelmäßigen Newsletter „Friedliche Sabotage“ hat der Doku-Autor Fritz Thietz erstmals vom schwedischen Vorsorgekonzept des „solidarischen Preppens“ erfahren. Den „sympathischen Linksradikalen“ Tacho Müller kannte er bereits als umtriebigen Aktivisten in der „internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung, für deren Ziele er seit 15 Jahren weltweit fightet“. Er habe sich jedoch, so Thietz weiter, „mittlerweile eingestanden, dass der Kampf verloren und der Klimawandel nicht mehr zu verhindern ist, dass es somit früher oder später zu einem Systemkollaps kommen wird, auf den unsere Gesellschaft kaum vorbereitet ist“. Nur wenn wir diesen faktischen Eintritt der Katastrophe akzeptierten, würden wir wieder Hoffnung schöpfen können. Nämlich jene echte Hoffnung, „die auf Gemeinsamkeit, Solidarität und Menschlichkeit setzt, statt jener verbreiteten und trügerischen, die auf Verleugnung und Verdrängung baut“.

So wird Tacho Müller zu einem Wochenend-Crashkurs in solidarischem Preppen eingeladen. Der konkrete Praxisteil ist das Brotbacken in einem selbstgebauten, holzbefeuerten Backofen. „Solidarische Kollapspolitik setzt voraus, dass wir in Beziehung treten zu unseren Nachbarn und Nächsten.“ – Ich muss sagen, mich eingefleischten Skeptiker spricht diese Idee und ihre exemplarische Umsetzung an. Somit lähmende Kollapsängste unmittelbar lebenspraktisch vor Ort in Aktivität und Empathie für seinen Nächsten verwandeln, das hat etwas von einem Hoffnungsschimmer, einem Lichtblick.

https://www.hoerspielundfeature.de/feature-solidarisch-preppen-100.html