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Schulische Inklusion scheitert ohne Deutsche Gebärdensprache

Frau zeigt an einem Bild mit einem Baum die Gebärde für Baum
Gebärdensprache
Foto: Pixabay/Elf-Moondance

MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Bildung mahnt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) die bayerische Staatsregierung, die sprachliche Realität gehörloser Kinder endlich anzuerkennen. Das diesjährige UNESCO-Motto lautet "The power of youth in co-creating education" (Die Macht der Jugend bei der Mitgestaltung von Bildung). Doch eine "Mitgestaltung" ist für gehörlose Jugendliche in Bayern faktisch unmöglich, solangeihnen das elementarste Werkzeug verwehrt wird: die Gebärdensprache.

Gemeinsames Lernen funktioniert nur mit Gebärdensprache und deshalb fordert die UNESCO zu Recht, „dass Jugendliche ihre Bildung aktiv mitgestalten. Für gehörlose Schüler bedeutet dies zwingend den Unterricht in Deutscher Gebärdensprache (DGS)“, erklärt der LVBYGL. „Wer dem Unterricht mangels Gebärdensprache – ob durch Lehrkräfte mit DGS-Kompetenz oder professionelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher nicht folgen kann, kann ihn auch nicht mitgestalten. Er bleibt passiver Zuschauer im eigenen Klassenzimmer.“

Damit Bayerns gehörlose Jugend ihre „Power“ im Sinne der UNESCO entfalten kann, fordert der LVBYGL:

1. Rechtsanspruch auf DGS: Die Anerkennung der DGS als vollwertige Unterrichtssprache, nicht nur als „Nachteilsausgleich“.
2. Ressourcen statt Rechtsstreit: Die automatische Bewilligung von Gebärdensprachdolmetschern für den Regelschulbesuch, sofern keine DGS-kompetenten Lehrkräfte zur Verfügung stehen.
3. Echte Partizipation: Die Einbindung gehörloser Schüler in bildungspolitische Entscheidungen – nichts über uns ohne uns.