MÜNCHEN (kobinet)
Heute ist der Internationale Tag der Bildung.
Das ist ein besonderer Tag im Jahr.
An diesem Tag denken Menschen auf der Welt über Lernen nach.
Der Landes-Verband Bayern der Gehörlosen hat eine Forderung.
Das ist eine Gruppe von Menschen in einem Bundes-Land.
Die Menschen haben die gleichen Ziele und arbeiten zusammen.
Die Abkürzung ist: LVBYGL.
Der LVBYGL fordert die bayerische Staats-Regierung auf:
Das sind die Menschen, die ein Land leiten.
Sie treffen wichtige Entscheidungen für alle Menschen im Land.
Erkennt die Sprache von gehörlosen Kindern an!
Die UNESCO hat ein Motto für dieses Jahr.
Das ist eine Organisation von den Vereinten Nationen.
Die Organisation kümmert sich um Bildung und Kultur.
Ein Motto ist ein Werbe-Spruch.
Viele Menschen kennen diesen Spruch.
Das Motto heißt auf Deutsch:
Die Macht der Jugend bei der Mit-Gestaltung von Bildung.
Mit-Gestaltung bedeutet: Jugendliche gestalten ihre Bildung mit.
Für gehörlose Jugendliche in Bayern ist das nicht möglich.
Denn sie bekommen keine Gebärden-Sprache.
Gemeinsames Lernen braucht Gebärden-Sprache.
Das sagt auch die UNESCO.
Gehörlose Schüler brauchen Unterricht in Deutscher Gebärden-Sprache.
Die Abkürzung ist: DGS.
Das sagt der LVBYGL.
Ohne Gebärden-Sprache können gehörlose Schüler nicht lernen.
Sie brauchen Lehrer mit DGS-Kompetenz.
DGS bedeutet: Deutsche Gebärden-Sprache.
Kompetenz bedeutet: Man kann die Gebärden-Sprache gut.
Oder sie brauchen Dolmetscher für Gebärden-Sprache.
Sonst können sie dem Unterricht nicht folgen.
Dann können sie auch nicht mit-gestalten.
Sie bleiben nur passive Zuschauer im Klassen-Zimmer.
Der LVBYGL hat 3 Forderungen:
1. Rechts-Anspruch auf DGS
Ein Rechts-Anspruch bedeutet: Sie haben ein Recht auf etwas.
Zum Beispiel: Recht auf Hilfe oder Geld.
DGS soll eine vollwertige Unterrichts-Sprache sein.
Das bedeutet: Eine Sprache ist gleich wichtig wie andere Sprachen.
Man kann damit alles in der Schule lernen.
DGS soll nicht nur ein Nachteils-Ausgleich sein.
Nachteils-Ausgleich bedeutet: Eine Hilfe für Nachteile.
2. Ressourcen statt Rechts-Streit
Ressourcen ist die Mehr-Zahl von Ressource.
Das sind mehrere Mittel.
Gehörlose Schüler sollen automatisch Dolmetscher bekommen.
Das gilt für den Besuch von Regel-Schulen.
Regel-Schulen sind normale Schulen.
Aber nur wenn keine Lehrer mit DGS-Kompetenz da sind.
3. Echte Teilhabe
Gehörlose Schüler sollen mit-reden können.
Das gilt bei Entscheidungen über Bildungs-Politik.
Bildungs-Politik sind Regeln für Schulen und Lernen.
Politiker entscheiden: Wie sollen Menschen in Deutschland lernen.
Der Grundsatz lautet: Nichts über uns ohne uns.

Foto: Pixabay/Elf-Moondance
MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Bildung mahnt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) die bayerische Staatsregierung, die sprachliche Realität gehörloser Kinder endlich anzuerkennen. Das diesjährige UNESCO-Motto lautet "The power of youth in co-creating education" (Die Macht der Jugend bei der Mitgestaltung von Bildung). Doch eine "Mitgestaltung" ist für gehörlose Jugendliche in Bayern faktisch unmöglich, solangeihnen das elementarste Werkzeug verwehrt wird: die Gebärdensprache.
Gemeinsames Lernen funktioniert nur mit Gebärdensprache und deshalb fordert die UNESCO zu Recht, „dass Jugendliche ihre Bildung aktiv mitgestalten. Für gehörlose Schüler bedeutet dies zwingend den Unterricht in Deutscher Gebärdensprache (DGS)“, erklärt der LVBYGL. „Wer dem Unterricht mangels Gebärdensprache – ob durch Lehrkräfte mit DGS-Kompetenz oder professionelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher nicht folgen kann, kann ihn auch nicht mitgestalten. Er bleibt passiver Zuschauer im eigenen Klassenzimmer.“
Damit Bayerns gehörlose Jugend ihre „Power“ im Sinne der UNESCO entfalten kann, fordert der LVBYGL:
1. Rechtsanspruch auf DGS: Die Anerkennung der DGS als vollwertige Unterrichtssprache, nicht nur als „Nachteilsausgleich“.
2. Ressourcen statt Rechtsstreit: Die automatische Bewilligung von Gebärdensprachdolmetschern für den Regelschulbesuch, sofern keine DGS-kompetenten Lehrkräfte zur Verfügung stehen.
3. Echte Partizipation: Die Einbindung gehörloser Schüler in bildungspolitische Entscheidungen – nichts über uns ohne uns.

Foto: Pixabay/Elf-Moondance
MÜNCHEN (kobinet) Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Bildung mahnt der Landesverband Bayern der Gehörlosen (LVBYGL) die bayerische Staatsregierung, die sprachliche Realität gehörloser Kinder endlich anzuerkennen. Das diesjährige UNESCO-Motto lautet "The power of youth in co-creating education" (Die Macht der Jugend bei der Mitgestaltung von Bildung). Doch eine "Mitgestaltung" ist für gehörlose Jugendliche in Bayern faktisch unmöglich, solangeihnen das elementarste Werkzeug verwehrt wird: die Gebärdensprache.
Gemeinsames Lernen funktioniert nur mit Gebärdensprache und deshalb fordert die UNESCO zu Recht, „dass Jugendliche ihre Bildung aktiv mitgestalten. Für gehörlose Schüler bedeutet dies zwingend den Unterricht in Deutscher Gebärdensprache (DGS)“, erklärt der LVBYGL. „Wer dem Unterricht mangels Gebärdensprache – ob durch Lehrkräfte mit DGS-Kompetenz oder professionelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher nicht folgen kann, kann ihn auch nicht mitgestalten. Er bleibt passiver Zuschauer im eigenen Klassenzimmer.“
Damit Bayerns gehörlose Jugend ihre „Power“ im Sinne der UNESCO entfalten kann, fordert der LVBYGL:
1. Rechtsanspruch auf DGS: Die Anerkennung der DGS als vollwertige Unterrichtssprache, nicht nur als „Nachteilsausgleich“.
2. Ressourcen statt Rechtsstreit: Die automatische Bewilligung von Gebärdensprachdolmetschern für den Regelschulbesuch, sofern keine DGS-kompetenten Lehrkräfte zur Verfügung stehen.
3. Echte Partizipation: Die Einbindung gehörloser Schüler in bildungspolitische Entscheidungen – nichts über uns ohne uns.




