Bonn (kobinet)
Am 24. Januar ist der Tag der Bildung.
Die Aktion Mensch sagt: Deutschland macht zu wenig für inklusive Bildung.
Aktion Mensch ist ein Verein.
Der Verein hilft Menschen mit Behinderung.
Inklusive Bildung bedeutet: Alle Kinder lernen zusammen.
Auch Kinder mit Behinderung.
Das ist ein Menschen-Recht.
Aber viele Kinder mit Behinderung können das nicht.
Viele Kinder gehen auf Förder-Schulen.
Das sind besondere Schulen für Kinder mit Behinderung.
Die Kinder bekommen dort extra Hilfe beim Lernen.
Sie lernen getrennt von anderen Kindern.
Das hängt ab vom Wohn-Ort.
Und von den Lehr-Kräften in der Nähe.
Christina Marx arbeitet bei der Aktion Mensch.
Sie sagt: 3 von 4 Schülern machen keinen Abschluss.
Das ist sehr schlecht für ihre Zukunft.
Sie finden schwer einen Arbeits-Platz.
Das ist ein Problem vom System.
Nicht von den Schülern.
Ohne Abschluss finden sie keine Arbeit.
Eine gute Schul-Bildung ist wichtig.
Dann können Menschen selbst-bestimmt arbeiten.
Selbst-bestimmt bedeutet: Du entscheidest selbst.
Niemand sagt dir, was du machen sollst.
Trennung statt Teil-Habe
Deutschland hat vor 17 Jahren unterschrieben:
Wir wollen inklusive Bildung.
Aber es ändert sich wenig.
Noch immer gehen viele Kinder auf Förder-Schulen.
Das sind 4,2 Prozent von allen Kindern.
73 Prozent von diesen Kindern machen keinen Abschluss.
Zu wenig Lehr-Kräfte
Es gibt zu wenig Lehr-Kräfte in Deutschland.
Deshalb gibt es wenig inklusive Bildung.
Viele sehen Inklusion als Extra-Arbeit.
Bei wenig Personal fällt das zuerst weg.
In Sachsen-Anhalt baut der Minister Förder-Schulen aus.
Er sagt: Es gibt zu wenig Lehr-Kräfte.
Die INSIDE-Studie zeigt:
Normal-Lehrer und Sonder-Pädagogen arbeiten schwer zusammen.
Sonder-Pädagogen sind Lehrer mit besonderer Ausbildung.
Sie helfen Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen beim Lernen.
Die Bedingungen sind nicht gut dafür.
Das fordert die Aktion Mensch
Menschen-Recht umsetzen:
Inklusive Bildung ist ein Recht.
Alle Bundes-Länder müssen gleiche Regeln haben.
Deutschland hat 16 Teile.
Diese Teile heißen Bundes-Länder.
Inklusion stärkt die Demokratie.
Demokratie bedeutet auf Deutsch: Herrschaft des Volkes.
Das Volk entscheidet über wichtige Dinge.
Und den Zusammen-Halt in der Gesellschaft.
Inklusion als Standard:
Alle Lehr-Kräfte müssen Inklusion lernen.
Das muss in der Ausbildung sein.
Auch Barriere-Freiheit muss dazu gehören.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Mehr Geld für Schulen:
Schulen brauchen mehr Geld für Inklusion.
Für Schul-Begleitung und Sonder-Pädagogen.
Eine Person hilft einem Kind in der Schule.
Die Person heißt Schul-Begleiter.
Das Geld muss direkt an die Schulen gehen.
Ohne viel Papier-Arbeit.
Inklusion hilft gegen Mobbing
Die Marie-Kahle-Gesamt-Schule in Bonn zeigt:
Inklusion ist gut für alle Schüler.
Alle haben einen Vorteil davon.
Alle lernen besser zusammen.
Die Schul-Leiterin heißt Sabine Kreutzer.
Sie sagt: Inklusion bedeutet nicht weniger Lern-Fortschritt.
Lern-Fortschritt bedeutet: Die Kinder lernen weiter.
Sie werden besser.
Die Kinder lernen sogar besser zusammen.
Alle Kinder lernen.
Jedes Kind beginnt dort, wo es gerade steht.
Manche können schon mehr.
Manche können noch weniger.
Niemand muss warten.
Kinder lernen: Verschieden-Heit ist normal.
Dann gibt es weniger Ausgrenzung.
Ausgrenzung bedeutet: Jemand darf nicht dabei sein.
Die Person wird aus der Gruppe ausgeschlossen.
Inklusion schützt vor Mobbing.
Die Menschen achten auf Vielfalt.
Sie finden Vielfalt gut.
Dann gibt es weniger Diskriminierung.
Diskriminierung bedeutet: Eine Person wird ungerecht behandelt.
Die Person wird schlechter behandelt als andere Menschen.
Alle Schüler haben einen Vorteil von Inklusion.
Sie lernen nicht nur Mathe oder Englisch.
Sie lernen auch: Wie gehe ich mit anderen um.
Sie entwickeln Mitgefühl.
Mitgefühl bedeutet: Du verstehst die Gefühle von anderen Menschen.
Das braucht unsere Gesellschaft.
Die Aktion Mensch fordert:
Inklusion ist kein Extra-Projekt.
Inklusion ist wichtig.
Inklusion muss es immer geben.
Für gerechte Bildungs-Chancen.
Und für eine vielfältige Demokratie.
Quellen
Bildungs-Bericht 2024:
Bertelsmann Stiftung 2024:
INSIDE-Studie 2025:
Sammel-Band INSIDE-Studie:

Foto: Pixabay/GraphicsGuruji
Bonn (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tages der Bildung, der am 24. Januar begangen wird, warnt die Aktion Mensch vor gravierenden Versäumnissen beim Ausbau eines inklusiven Bildungssystems in Deutschland. Obwohl inklusive Bildung ein völkerrechtlich verankertes Menschenrecht ist, bleibt sie für viele Schüler*innen mit Behinderung weiterhin unerreichbar. Statt Barrieren abzubauen, verfestigt sich ein System der Separation aus Regel- und Förderschulen – abhängig vom Wohnort, der Personalsituation und strukturellen Rahmenbedingungen, heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch im Vorfeld des Internationalen Tages der Bildung 2026.
„Wenn drei von vier Förderschüler*innen die Schule ohne Abschluss verlassen, ist das kein individuelles Versagen, sondern ein Systemfehler, den wir uns als Gesellschaft nicht leisten können. In Folge bleibt vielen Schüler*innen der Weg in die Arbeitswelt verwehrt. Dabei wäre eine gute schulische Bildung der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Berufsleben“, erklärt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.
Trennung statt Teilhabe
Fast 17 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention stagniert der Fortschritt. Die Exklusionsquote – also der Anteil der Kinder mit Förderbedarf, die in separaten Förderschulen unterrichtet werden – bleibt laut Bertelsmann Stiftung mit rund 4,2 Prozent bundesweit nahezu unverändert hoch. Gleichzeitig verlassen gemäß der Autor*innengruppe Bildungsberichterstattung 73 Prozent der Jugendlichen an Förderschulen die Schule ohne mindestens einen ersten Schulabschluss, was ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt massiv einschränkt.
Fachkräftemangel als Inklusionsbremse
Ein wesentlicher Grund für die mangelnde Umsetzung inklusiver Bildung ist der anhaltende Lehrkräftemangel. So wird Inklusion vielerorts als zusätzliche Aufgabe wahrgenommen, die knappen Kapazitäten häufig als Erstes zum Opfer fällt. Das zeigt sich aktuell auch in Sachsen-Anhalt, wo der Bildungsminister den Fokus auf den Ausbau von Förderschulen mit dem Lehrkräftemangel begründet. Die aktuelle INSIDE-Studie verdeutlicht zudem, dass strukturelle Rahmenbedingungen die Kooperation zwischen Regelschullehrkräften und Sonderpädagog*innen erschweren können.
Forderungen der Aktion Mensch zum Internationalen Tag der Bildung
- Umsetzung des Menschenrechts: Inklusive Bildung sollte durch bundesweite Standards und länderübergreifende Koordination konsequent umgesetzt werden. Sie stärkt die Demokratiebildung und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
- Inklusion als Standard: Die Ausbildung aller Lehrkräfte muss verpflichtende Module zu inklusiver Pädagogik und (digitaler) Barrierefreiheit enthalten.
- Ressourcenbündelung: Mittel für Schulbegleitung und Sonderpädagogik müssen verstetigt und unbürokratisch direkt an Schulen fließen.
Inklusion als wirksame Mobbing-Prävention
Wie inklusives Lernen das gesamte Schulklima positiv beeinflusst, zeigt die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn. Dort wird Vielfalt als grundlegendes Qualitätsmerkmal verstanden und als wirksamer Schutz vor Ausgrenzung. „Inklusion wird oft mit weniger Lernfortschritt für alle gleichgesetzt – das Gegenteil ist der Fall: sie ist Merkmal erfolgreichen Unterrichts. Alle Schüler*innen kommen von ihrem individuellen Startpunkt aus voran. Es muss niemand auf die vermeintlich Langsamen warten. Wenn Kinder zudem von Anfang an erleben, dass Verschiedenheit der Normalfall ist, entziehen wir Ausgrenzung den Nährboden. Ein inklusives Lernumfeld ist damit die beste Mobbing-Prävention, denn wo Vielfalt wertgeschätzt wird, sinkt die Hemmschwelle zur Diskriminierung massiv“, berichtet Schulleiterin Sabine Kreutzer. Von Inklusion profitierten demnach alle Schüler*innen. Sie lernten nicht nur Mathe oder Englisch, sondern entwickelten auch soziale Resilienz und Empathie, die wir in unserer Gesellschaft dringend brauchten.
Die Aktion Mensch appelliert an Politik und Bildungsinstitutionen, Inklusion nicht länger als optionales Zusatzprojekt zu behandeln, sondern als grundlegende Voraussetzung für gerechte Bildungschancen und eine vielfältige demokratische Gesellschaft.
Quellennachweise:
- Autor*innengruppe Bildungsberichterstattung (2024): Bildung in Deutschland 2024. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung. https://doi.org/10.3278/6001820iw
- Bertelsmann Stiftung (2024): Inklusion an Deutschlands Schulen. https://doi.org/10.11586/2024068
Ergebnisse aus der INSIDE-Studie (2025). https://www.inside-studie.de/Ergebnisse#Ergebnisbroschüren (siehe auch Sammelband INSIDE-Studie: Gresch, Cornelia et al. (Hrsg.) (2026): Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland. Erfolgsfaktoren und Herausforderungen. https://doi.org/10.1007/978-3-658-48603-7)

Foto: Pixabay/GraphicsGuruji
Bonn (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tages der Bildung, der am 24. Januar begangen wird, warnt die Aktion Mensch vor gravierenden Versäumnissen beim Ausbau eines inklusiven Bildungssystems in Deutschland. Obwohl inklusive Bildung ein völkerrechtlich verankertes Menschenrecht ist, bleibt sie für viele Schüler*innen mit Behinderung weiterhin unerreichbar. Statt Barrieren abzubauen, verfestigt sich ein System der Separation aus Regel- und Förderschulen – abhängig vom Wohnort, der Personalsituation und strukturellen Rahmenbedingungen, heißt es in einer Presseinformation der Aktion Mensch im Vorfeld des Internationalen Tages der Bildung 2026.
„Wenn drei von vier Förderschüler*innen die Schule ohne Abschluss verlassen, ist das kein individuelles Versagen, sondern ein Systemfehler, den wir uns als Gesellschaft nicht leisten können. In Folge bleibt vielen Schüler*innen der Weg in die Arbeitswelt verwehrt. Dabei wäre eine gute schulische Bildung der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Berufsleben“, erklärt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch.
Trennung statt Teilhabe
Fast 17 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention stagniert der Fortschritt. Die Exklusionsquote – also der Anteil der Kinder mit Förderbedarf, die in separaten Förderschulen unterrichtet werden – bleibt laut Bertelsmann Stiftung mit rund 4,2 Prozent bundesweit nahezu unverändert hoch. Gleichzeitig verlassen gemäß der Autor*innengruppe Bildungsberichterstattung 73 Prozent der Jugendlichen an Förderschulen die Schule ohne mindestens einen ersten Schulabschluss, was ihre Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt massiv einschränkt.
Fachkräftemangel als Inklusionsbremse
Ein wesentlicher Grund für die mangelnde Umsetzung inklusiver Bildung ist der anhaltende Lehrkräftemangel. So wird Inklusion vielerorts als zusätzliche Aufgabe wahrgenommen, die knappen Kapazitäten häufig als Erstes zum Opfer fällt. Das zeigt sich aktuell auch in Sachsen-Anhalt, wo der Bildungsminister den Fokus auf den Ausbau von Förderschulen mit dem Lehrkräftemangel begründet. Die aktuelle INSIDE-Studie verdeutlicht zudem, dass strukturelle Rahmenbedingungen die Kooperation zwischen Regelschullehrkräften und Sonderpädagog*innen erschweren können.
Forderungen der Aktion Mensch zum Internationalen Tag der Bildung
- Umsetzung des Menschenrechts: Inklusive Bildung sollte durch bundesweite Standards und länderübergreifende Koordination konsequent umgesetzt werden. Sie stärkt die Demokratiebildung und fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
- Inklusion als Standard: Die Ausbildung aller Lehrkräfte muss verpflichtende Module zu inklusiver Pädagogik und (digitaler) Barrierefreiheit enthalten.
- Ressourcenbündelung: Mittel für Schulbegleitung und Sonderpädagogik müssen verstetigt und unbürokratisch direkt an Schulen fließen.
Inklusion als wirksame Mobbing-Prävention
Wie inklusives Lernen das gesamte Schulklima positiv beeinflusst, zeigt die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn. Dort wird Vielfalt als grundlegendes Qualitätsmerkmal verstanden und als wirksamer Schutz vor Ausgrenzung. „Inklusion wird oft mit weniger Lernfortschritt für alle gleichgesetzt – das Gegenteil ist der Fall: sie ist Merkmal erfolgreichen Unterrichts. Alle Schüler*innen kommen von ihrem individuellen Startpunkt aus voran. Es muss niemand auf die vermeintlich Langsamen warten. Wenn Kinder zudem von Anfang an erleben, dass Verschiedenheit der Normalfall ist, entziehen wir Ausgrenzung den Nährboden. Ein inklusives Lernumfeld ist damit die beste Mobbing-Prävention, denn wo Vielfalt wertgeschätzt wird, sinkt die Hemmschwelle zur Diskriminierung massiv“, berichtet Schulleiterin Sabine Kreutzer. Von Inklusion profitierten demnach alle Schüler*innen. Sie lernten nicht nur Mathe oder Englisch, sondern entwickelten auch soziale Resilienz und Empathie, die wir in unserer Gesellschaft dringend brauchten.
Die Aktion Mensch appelliert an Politik und Bildungsinstitutionen, Inklusion nicht länger als optionales Zusatzprojekt zu behandeln, sondern als grundlegende Voraussetzung für gerechte Bildungschancen und eine vielfältige demokratische Gesellschaft.
Quellennachweise:
- Autor*innengruppe Bildungsberichterstattung (2024): Bildung in Deutschland 2024. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung. https://doi.org/10.3278/6001820iw
- Bertelsmann Stiftung (2024): Inklusion an Deutschlands Schulen. https://doi.org/10.11586/2024068
Ergebnisse aus der INSIDE-Studie (2025). https://www.inside-studie.de/Ergebnisse#Ergebnisbroschüren (siehe auch Sammelband INSIDE-Studie: Gresch, Cornelia et al. (Hrsg.) (2026): Inklusion in der Sekundarstufe I in Deutschland. Erfolgsfaktoren und Herausforderungen. https://doi.org/10.1007/978-3-658-48603-7)




