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Chemnitz bleibt bei der Deutschen Bahn weiterhin abgehängt

Zwei Rollstuhlnutzer beim Einstieg mittels Hublift in einen ICE. Zwei Personen helfen.
Einsteigen in den ICE nach Barrierehausen
Foto: Markus Gebhardt

CHEMNITZ (kobinet) Zum Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn Mitte Dezember gab es für mobilitätseingeschränkte Reisende in der Kulturhauptstadt 2025 eine böse Überraschung: Der InterCity 17 als Verlängerung der Linie Rostock-Dresden und Gegenrichtung nach Chemnitz fährt ohne Vorankündigung wieder von Gleis 13 ab. Damit bleibt diese Zugverbindung für spontanes Reisen für mobilitätseingeschränkte Personen weiterhin unerreichbar.

Nur die Bahnsteige 5 bis 10 verfügen über eine Höhe von 55 Zentimetern und ermöglichen damit einen barrierefreien Einstieg zu den Rollstuhlplätzen im Steuerwagen. Barrierefrei bedeutet dabei, wie der Sozialverband VdK Sachsen betont, unter anderem „selbstständig, zu jeder Zeit und ohne besondere Erschwernisse“, dass heißt auch ohne Hilfe und ohne Voranmeldung. Wenn der Zug allerdings wie aktuell von den Gleisen 11 bis 14 abfährt, die über eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern verfügen, ist immer eine Anmeldung bei der „Mobilitätszentrale“ der Deutschen Bahn erforderlich – mindestens am Vortag. Dies widerspricht dem Gedanken der Inklusion und der Möglichkeit, dass auch Menschen mit Behinderung spontan reisen möchten.

Ein Gespräch mit der Deutschen Bahn konnte dieses Problem leider nicht beheben. „Genannt wurden unter anderem infrastrukturelle, baustellenbedingte, fahrplantechnische, und wirtschaftliche Hindernisse. Diese umfangreichen Punkte können nicht vollkommen außer Acht gelassen werden – dennoch fordern wir weiterhin die barrierefreie Abfahrt am Chemnitzer Hauptbahnhof“, berichtet Michael Thriemer, Leiter des VdK-Projekts „ÖPNV für alle“. Im Rahmen einer Begehung Anfang Januar wurde zudem festgestellt, dass gerade der Teil des Zuges, in dem die Rollstuhlplätze ausgewiesen sind, außerhalb des Bahnhofsdaches und damit im Schnee hielt – ein Zugang wäre auch mit Voranmeldung nur erschwert möglich gewesen.

Geändert wird perspektivisch nur die Auskunft in der Fahrplaninformation: Hier stand, dass der Einstieg in den Zug mit Rollstuhl stufenfrei möglich ist – was so natürlich nicht stimmt. Der Austausch mit allen Beteiligten soll fortgeführt werden.