Stuttgart (kobinet)
Nora Welsch ist Landes-Behinderten-Beauftragte.
Sie ist eine wichtige Person in einem Bundes-Land.
Sie hilft Menschen mit Behinderung und vertritt ihre Interessen.
Sie setzt sich für Menschen mit Behinderung ein.
Sie ist besorgt über Aussagen von Politikern.
Diese Politiker reden schlecht über das Bundes-Teilhabe-Gesetz.
Das ist ein Gesetz in Deutschland.
Das Bundes-Teilhabe-Gesetz regelt Hilfen für Menschen mit Behinderung.
Der Ober-Bürger-Meister von Stuttgart heißt Nopper.
Er ist der Chef von der Stadt Stuttgart.
Er entscheidet wichtige Dinge für die Stadt.
Er sagte in der Zeitung: Wir müssen bei den Hilfen sparen.
Er nannte das: Abschied vom Schlaraffen-Land.
Schlaraffen-Land ist ein Ort, wo alles perfekt ist.
Menschen mit Behinderung fühlen sich dadurch verletzt.
Ihr Leben ist kein Schlaraffen-Land.
Nora Welsch hat eine Stellungnahme geschrieben.
Sie hat ihre Meinung aufgeschrieben und erklärt.
Die kobinet-Nachrichten zeigen diese Stellungnahme.
kobinet-Nachrichten berichten über Menschen mit Behinderung.
Stellungnahme von Nora Welsch zum Abschied vom Schlaraffen-Land
Menschen mit Behinderung haben Rechte.
Sie verdienen ein gutes Leben.
Das steht in den Menschen-Rechten.
Diese Rechte gelten immer.
Auch wenn die Städte wenig Geld haben.
Viele Politiker reden schlecht über Menschen mit Behinderung.
Das macht Nora Welsch große Sorgen.
Ober-Bürger-Meister Nopper sagte: Wir müssen sparen.
Er nannte das: Abschied vom Schlaraffen-Land.
Das verletzt Menschen mit Behinderung.
Es wertet sie ab.
Das Leben von Menschen mit Behinderung ist schwer.
Viele Gebäude haben Barrieren.
Barrieren sind Hindernisse für Menschen mit Behinderung.
Es gibt zu wenig barriere-freie Wohnungen.
Menschen mit Behinderung werden oft benachteiligt.
Bei der Arbeit und in der Schule.
Menschen mit Behinderung brauchen Unterstützung.
Diese Unterstützung heißt: Eingliederungs-Hilfe.
Du bekommst Hilfe vom Staat.
Die Eingliederungs-Hilfe ist sehr wichtig.
Sie sichert das Über-Leben.
Sie hilft beim Wohnen und Arbeiten.
Ohne diese Hilfe können Menschen mit Behinderung nicht leben.
Manche Politiker sagen: Menschen mit Behinderung sind zu teuer.
Sie reden von Urlaub und Kreuz-Fahrten.
Eine Kreuz-Fahrt ist eine Reise mit dem Schiff.
Sie sagen: Das bezahlt das Sozial-Amt.
Das ist eine Behörde vom Staat.
Sie hilft Menschen, die wenig Geld haben.
Das stimmt nicht.
Das ist falsch dargestellt.
Es geht eigentlich um etwas anderes.
Es geht darum: Können Menschen mit Behinderung selbstständig leben?
Du entscheidest selbst über dein Leben.
Du brauchst nicht immer Hilfe von anderen.
Können sie arbeiten?
Können sie am Leben teil-nehmen?
Diese Fragen sind wichtig.
Politiker sagen: Menschen mit Behinderung sind schuld.
Schuld an den Geld-Problemen der Städte.
Das ist falsch.
Das spaltet die Gesellschaft.
Menschen mit Behinderung wollen fair leben.
Sie wollen selbst-bestimmt leben.
Du entscheidest selbst, was du machst.
Niemand sagt dir, was du tun sollst.
Politiker haben Verantwortung.
Auch für Menschen mit Behinderung.
Sie dürfen Menschen mit Behinderung nicht als Sünden-Böcke benutzen.
Sünden-Bock ist jemand, dem man die Schuld gibt.
Die Geld-Probleme haben viele Ursachen.
Man braucht gute Lösungen.
Menschen mit Behinderung fühlen sich unter Druck.
Sie müssen sich rechtfertigen.
Du musst erklären, warum du etwas gemacht hast.
Du musst die Gründe für dein Handeln sagen.
Dabei haben sie ein Recht auf Unterstützung.
Dieses Recht ist gesetzlich fest-gelegt.
Die Sprache von Politikern ist wichtig.
Sie beeinflusst, wie Menschen denken.
Sie beeinflusst, wie die Gesellschaft sich entwickelt.
Nora Welsch hofft: Politiker denken über ihre Worte nach.
Sie sollen verantwortungs-voll sprechen.
Du denkst gut nach, bevor du etwas sagst.
Du übernimmst die Folgen für deine Worte.
Foto: LB Baden-Württemberg
Stuttgart (kobinet) Die zunehmenden sprachlichen Entgleisungen zum Bundesteilhabegesetz von Kommunalpolitikern, Bürgermeistern und anderen Vertretern des Volkes in herausgehobenen politischen Positionen in Baden-Württemberg betrachtet die Landes-Behindertenbeauftragte von Baden-Württemberg, Nora Welsch, mit großer Sorge. "Wenn zum Beispiel der Stuttgarter Oberbürgermeister Nopper in der Stuttgarter Zeitung ein Einschneiden von Teilhabeleistungen ankündigt und diese als 'Abschied vom Schlaraffenland' benennt, dann fühlen sich Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen brüskiert und abgewertet. Ihre Lebensrealität ist weit von einem Schlaraffenland entfernt", erklärte Nora Welsch in einer Stellungnahme zu den aktuellen Äußerungen mit dem Zitat "Abschlied vom Schlaraffenland". Die kobinet-nachrichten dokumentieren im Folgenden die Stellungnahme der baden-württembergischen Landes-Behindertenbeauftragten.
Stellungnahme der Landes-Behindertenbeauftragten von Baden-Württemberg zum „Abschied vom Schlaraffenland“
Menschen mit Behinderungen haben ein würdevolles Leben verdient. Diese Prämisse ist nicht nur menschenrechtlich gegeben, sondern sie basiert auf geltendem Recht. Dieses Recht gilt auch in schwierigen finanziellen Zeiten der Kommunen. Die zunehmenden sprachlichen Entgleisungen zum Bundesteilhabegesetz von Kommunalpolitikern, Bürgermeistern und anderen Vertretern des Volkes in herausgehobenen politischen Positionen in Baden-Württemberg betrachte ich daher mit großer Sorge. Wenn zum Beispiel der Stuttgarter Oberbürgermeister Nopper in der Stuttgarter Zeitung ein Einschneiden von Teilhabeleistungen ankündigt und diese als „Abschied vom Schlaraffenland“ benennt, dann fühlen sich Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen brüskiert und abgewertet. Ihre Lebensrealität ist weit von einem Schlaraffenland entfernt: Fehlende bauliche Barrierefreiheit, segregierende Bildungssysteme, Mangel an barrierefreiem Wohnraum, Diskriminierungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, Unterstützungsleistungen, die hart erkämpft werden müssen. Teilhabeleistungen der Eingliederungshilfe sichern ihr Überleben. Sie sind richtig und wichtig und sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung überhaupt im gesellschaftlichen Bild vorkommen. Gleichgestellt sind Menschen mit Behinderung noch lange nicht, sie sind in allen Lebensbereichen benachteiligt.
Die Aussage, dass Menschen mit Behinderung aufgrund von lebensnotwendigen Assistenz- und Unterstützungsleistungen in angeblich paradiesischen Zuständen leben würden, reiht sich ein mit anderen unpassenden Formulierungen, die seit Umsetzung des Bundesteilhabegesetz durch das Land wabern. Da wird auffallend häufig von Mallorca-Urlauben und Kreuzfahrtreisen gesprochen, die von Sozialämtern für Menschen mit Behinderung finanziert würden, die man sich jetzt einfach nicht mehr leisten könne. Hier wird eine Debatte unsachlich verzerrt, bei der es eigentlich darum geht, ob behinderte Menschen die Unterstützung bekommen, um eigenständig wohnen, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Die pauschale Darstellung von Menschen mit Behinderung als zu teuer und für den Sozialstaat nicht mehr leistbar, ist mittlerweile auch zum Thema der politischen Mitte geworden. Menschen mit Behinderung als das große Übel für die schlechte finanzielle Situation der Kommunen zu benennen, ist falsch und spaltet die Gesellschaft. Menschen mit Behinderung wollen fair, barrierefrei und möglichst selbstbestimmt leben. Sie haben es verdient, dass ihre gewählten Vertreter sie dahingehend, auch unter großem finanziellem Druck, angemessen vertreten und ihre Situation ernst nehmen.
Kommunale Verantwortungsträger tragen, wie ihr Name schon sagt, Verantwortung auch gegenüber ihren behinderten Bürgern. Sie als Sündenböcke darzustellen für eine schwierige finanzielle Situation, die vielfältige Ursachen hat und gut durchdachte Lösungen braucht, wird der Komplexität nicht gerecht. Menschen mit Behinderung fühlen sich zusehends in einer Position, in der sie sich rechtfertigen müssen dafür, dass sie Unterstützung brauchen, auf die sie einen rechtsverbindlichen Anspruch haben.
Die Sprache und Haltung einer politischen Debatte ist ausschlaggebend dafür, wie mit Menschen mit Behinderung alltäglich umgegangen wird und sich eine Gesellschaft entwickelt. Ich hoffe, dass sich die politischen Akteure in Baden-Württemberg dieser Verantwortung bewusst sind.
Link zum Beitrag der Stuttgarter Zeitung vom 12. Januar 2026
Foto: LB Baden-Württemberg
Stuttgart (kobinet) Die zunehmenden sprachlichen Entgleisungen zum Bundesteilhabegesetz von Kommunalpolitikern, Bürgermeistern und anderen Vertretern des Volkes in herausgehobenen politischen Positionen in Baden-Württemberg betrachtet die Landes-Behindertenbeauftragte von Baden-Württemberg, Nora Welsch, mit großer Sorge. "Wenn zum Beispiel der Stuttgarter Oberbürgermeister Nopper in der Stuttgarter Zeitung ein Einschneiden von Teilhabeleistungen ankündigt und diese als 'Abschied vom Schlaraffenland' benennt, dann fühlen sich Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen brüskiert und abgewertet. Ihre Lebensrealität ist weit von einem Schlaraffenland entfernt", erklärte Nora Welsch in einer Stellungnahme zu den aktuellen Äußerungen mit dem Zitat "Abschlied vom Schlaraffenland". Die kobinet-nachrichten dokumentieren im Folgenden die Stellungnahme der baden-württembergischen Landes-Behindertenbeauftragten.
Stellungnahme der Landes-Behindertenbeauftragten von Baden-Württemberg zum „Abschied vom Schlaraffenland“
Menschen mit Behinderungen haben ein würdevolles Leben verdient. Diese Prämisse ist nicht nur menschenrechtlich gegeben, sondern sie basiert auf geltendem Recht. Dieses Recht gilt auch in schwierigen finanziellen Zeiten der Kommunen. Die zunehmenden sprachlichen Entgleisungen zum Bundesteilhabegesetz von Kommunalpolitikern, Bürgermeistern und anderen Vertretern des Volkes in herausgehobenen politischen Positionen in Baden-Württemberg betrachte ich daher mit großer Sorge. Wenn zum Beispiel der Stuttgarter Oberbürgermeister Nopper in der Stuttgarter Zeitung ein Einschneiden von Teilhabeleistungen ankündigt und diese als „Abschied vom Schlaraffenland“ benennt, dann fühlen sich Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen brüskiert und abgewertet. Ihre Lebensrealität ist weit von einem Schlaraffenland entfernt: Fehlende bauliche Barrierefreiheit, segregierende Bildungssysteme, Mangel an barrierefreiem Wohnraum, Diskriminierungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, Unterstützungsleistungen, die hart erkämpft werden müssen. Teilhabeleistungen der Eingliederungshilfe sichern ihr Überleben. Sie sind richtig und wichtig und sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung überhaupt im gesellschaftlichen Bild vorkommen. Gleichgestellt sind Menschen mit Behinderung noch lange nicht, sie sind in allen Lebensbereichen benachteiligt.
Die Aussage, dass Menschen mit Behinderung aufgrund von lebensnotwendigen Assistenz- und Unterstützungsleistungen in angeblich paradiesischen Zuständen leben würden, reiht sich ein mit anderen unpassenden Formulierungen, die seit Umsetzung des Bundesteilhabegesetz durch das Land wabern. Da wird auffallend häufig von Mallorca-Urlauben und Kreuzfahrtreisen gesprochen, die von Sozialämtern für Menschen mit Behinderung finanziert würden, die man sich jetzt einfach nicht mehr leisten könne. Hier wird eine Debatte unsachlich verzerrt, bei der es eigentlich darum geht, ob behinderte Menschen die Unterstützung bekommen, um eigenständig wohnen, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.
Die pauschale Darstellung von Menschen mit Behinderung als zu teuer und für den Sozialstaat nicht mehr leistbar, ist mittlerweile auch zum Thema der politischen Mitte geworden. Menschen mit Behinderung als das große Übel für die schlechte finanzielle Situation der Kommunen zu benennen, ist falsch und spaltet die Gesellschaft. Menschen mit Behinderung wollen fair, barrierefrei und möglichst selbstbestimmt leben. Sie haben es verdient, dass ihre gewählten Vertreter sie dahingehend, auch unter großem finanziellem Druck, angemessen vertreten und ihre Situation ernst nehmen.
Kommunale Verantwortungsträger tragen, wie ihr Name schon sagt, Verantwortung auch gegenüber ihren behinderten Bürgern. Sie als Sündenböcke darzustellen für eine schwierige finanzielle Situation, die vielfältige Ursachen hat und gut durchdachte Lösungen braucht, wird der Komplexität nicht gerecht. Menschen mit Behinderung fühlen sich zusehends in einer Position, in der sie sich rechtfertigen müssen dafür, dass sie Unterstützung brauchen, auf die sie einen rechtsverbindlichen Anspruch haben.
Die Sprache und Haltung einer politischen Debatte ist ausschlaggebend dafür, wie mit Menschen mit Behinderung alltäglich umgegangen wird und sich eine Gesellschaft entwickelt. Ich hoffe, dass sich die politischen Akteure in Baden-Württemberg dieser Verantwortung bewusst sind.
Link zum Beitrag der Stuttgarter Zeitung vom 12. Januar 2026




