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Gewalt in der Behindertenhilfe Ein Projekt von dannmachdoch

Wir reden über Gewalt
Flyer „Wir reden über Gewalt“ Limburg
Foto: Peter Kunz

Villmar-Weyer (kobinet) Peter Kunz (Filmemacher, Fotograf, Aktivist) und Stephan Laux (Heilerziehungspfleger, Autor, Kolumnist) haben große Teile ihres beruflichen Lebens in der Behindertenhilfe verbracht. Bei ihrem neuen Projekt greifen sie ein heikles Thema auf.

„Als ich Anfang der 1980er Jahre in einer großen Einrichtung der Behindertenhilfe anfing, habe ich noch Zustände erlebt, bei denen u.a. Klient*innen an Heizkörper der riesigen Wohneinrichtungen gefesselt waren. Fixierungen waren an der Tagesordnung. Psychopharmaka kamen in einem durchaus freiheitsentziehenden Maße zum Einsatz. Es gab geschlossene Abteilungen und strukturelle Gewalt war im Prinzip die Ausgangssituation für sogenanntes pädagogisches Handeln“, erzählt Stephan Laux beim ersten Treffen mit Peter Kunz. „Da hat sich ja heute, Gott sei Dank, einiges geändert?“, fragt er.

„Die Formen der Gewalt sind subtiler geworden. Trotz diverser Präventionsmaßnahmen ist das Thema immer noch ein Tabu. Mitarbeitende wissen darum. Doch niemand traut sich, offen darüber zu reden. Betroffenen, die in der Lage sind, sich zu beklagen, wird unterstellt, sie würden das Team gegeneinander ausspielen. Vorgesetzte spielen das Thema herunter und verweisen auf ihr Gewaltpräventionsprogramm“, antwortet Peter Kunz, der seit  2018 in der Behindertenhilfe tätig ist.

Wer versucht, Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe anzusprechen, droht oft als „Nestbeschmutzer“ abgestempelt zu werden. Mitarbeitenden wird oft erst nach Jahren bewusst, dass sie ungewollt ein System unterstützen, das prädestiniert ist für strukturelle Gewalt. Nicht wenige von ihnen landen dann im „Burnout“.

Wer als Betroffener in Sondereinrichtungen eine „heile Welt“ vorgegaukelt bekommt und in Abhängigkeit vom Wohlwollen seiner Begleiter*innen lebt, tut sich oft schwer damit, Gewaltsituationen zu benennen oder sich aktiv dagegen zu wehren.

Gewaltpräventionsprogramme sind zwar notwendig. Aber wie gehen Einrichtungen damit um, wenn Gewalt sich Bahn zu brechen droht? Eine gepflegte und geschützte Kultur des Whistleblowings wäre eine Möglichkeit. Dazu lädt die Initiative dannmachdoch ein.

Wenn Sie selbst als Mitarbeitende*r oder Klient*in betroffen sind, schreiben Sie uns oder melden sich zur Veranstaltung am 20.02.2026 ab 18.00 Uhr in der Kulturwerkstatt in Limburg an.

[email protected]

instagram.com/dannmachdoch