Villmar-Weyer (kobinet)
Peter Kunz macht Filme und Fotos.
Er hilft Menschen mit Behinderung.
Er setzt sich für Menschen-Rechte ein.
Menschen-Rechte sind Rechte für alle Menschen.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Die Rechte gelten auf der ganzen Welt.
Stephan Laux arbeitet mit Menschen mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Stephan Laux schreibt Bücher und Texte.
Die beiden Männer haben lange in der Behinderten-Hilfe gearbeitet.
Behinderten-Hilfe bedeutet: Menschen mit Behinderung bekommen Unter-Stützung.
Jetzt haben sie ein neues Projekt.
Stephan Laux erzählt von früher.
Er hat in den 1980er Jahren angefangen.
Damals war vieles schlimm in Wohn-Heimen.
Menschen mit Behinderung wurden fest-gebunden.
Das war an Heiz-Körpern.
Sie bekamen starke Medikamente.
Es gab geschlossene Abteilungen.
Das sind besondere Bereiche in einem Kranken-Haus.
Die Türen sind dort abgeschlossen.
Die Mitarbeiter hatten oft zu viel Macht.
Peter Kunz sagt: Heute ist es anders.
Aber Gewalt gibt es immer noch.
Gewalt bedeutet: Jemand tut anderen Menschen weh.
Das kann mit Worten oder mit dem Körper sein.
Die Gewalt ist nur schwerer zu sehen.
Viele Mitarbeiter wissen das.
Aber sie trauen sich nicht zu reden.
Menschen mit Behinderung beschweren sich manchmal.
Dann sagen die Chef-Personen oft: Das stimmt nicht.
Mitarbeiter wollen oft helfen.
Aber manchmal gibt es Probleme im System.
Dann werden die Mitarbeiter krank.
Das nennt man Burn-out.
Burn-out bedeutet: Eine Person ist völlig erschöpft.
Sie kann nicht mehr arbeiten.
Menschen mit Behinderung leben in Wohn-Heimen.
Sie brauchen die Hilfe von Mitarbeitern.
Deshalb ist es schwer zu sagen: Das war Gewalt.
Es gibt Programme gegen Gewalt.
Diese Programme sind wichtig.
Aber was passiert wenn es doch Gewalt gibt?
Mitarbeiter sollen Gewalt melden können.
Sie sollen keine Angst haben.
Dafür gibt es die Initiative dann-mach-doch.
Eine Initiative ist eine Gruppe von Menschen.
Sie haben eine Idee und setzen sie um.
Sie arbeiten in der Behinderten-Hilfe?
Oder Sie leben in einem Wohn-Heim?
Sie haben Gewalt gesehen oder erlebt?
Dann schreiben Sie eine E-Mail.
Die Adresse ist: [email protected]
Es gibt auch eine Veranstaltung.
Die Veranstaltung ist am 20.
Februar 2026.
Sie beginnt um 18 Uhr.
Sie ist in der Kultur-Werkstatt in Limburg.
Das ist ein Ort für Kunst und Kultur.
Dort kann man malen und Musik machen.
Dort können Sie mit-machen.
Mehr Infos gibt es auf Instagram.
Das ist ein soziales Netz-werk im Internet.
Man kann dort Bilder hochladen.
Der Name ist: dannmachdoch
Die Adresse ist: instagram.com/dannmachdoch

Foto: Peter Kunz
Villmar-Weyer (kobinet) Peter Kunz (Filmemacher, Fotograf, Aktivist) und Stephan Laux (Heilerziehungspfleger, Autor, Kolumnist) haben große Teile ihres beruflichen Lebens in der Behindertenhilfe verbracht. Bei ihrem neuen Projekt greifen sie ein heikles Thema auf.
„Als ich Anfang der 1980er Jahre in einer großen Einrichtung der Behindertenhilfe anfing, habe ich noch Zustände erlebt, bei denen u.a. Klient*innen an Heizkörper der riesigen Wohneinrichtungen gefesselt waren. Fixierungen waren an der Tagesordnung. Psychopharmaka kamen in einem durchaus freiheitsentziehenden Maße zum Einsatz. Es gab geschlossene Abteilungen und strukturelle Gewalt war im Prinzip die Ausgangssituation für sogenanntes pädagogisches Handeln“, erzählt Stephan Laux beim ersten Treffen mit Peter Kunz. „Da hat sich ja heute, Gott sei Dank, einiges geändert?“, fragt er.
„Die Formen der Gewalt sind subtiler geworden. Trotz diverser Präventionsmaßnahmen ist das Thema immer noch ein Tabu. Mitarbeitende wissen darum. Doch niemand traut sich, offen darüber zu reden. Betroffenen, die in der Lage sind, sich zu beklagen, wird unterstellt, sie würden das Team gegeneinander ausspielen. Vorgesetzte spielen das Thema herunter und verweisen auf ihr Gewaltpräventionsprogramm“, antwortet Peter Kunz, der seit 2018 in der Behindertenhilfe tätig ist.
Wer versucht, Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe anzusprechen, droht oft als „Nestbeschmutzer“ abgestempelt zu werden. Mitarbeitenden wird oft erst nach Jahren bewusst, dass sie ungewollt ein System unterstützen, das prädestiniert ist für strukturelle Gewalt. Nicht wenige von ihnen landen dann im „Burnout“.
Wer als Betroffener in Sondereinrichtungen eine „heile Welt“ vorgegaukelt bekommt und in Abhängigkeit vom Wohlwollen seiner Begleiter*innen lebt, tut sich oft schwer damit, Gewaltsituationen zu benennen oder sich aktiv dagegen zu wehren.
Gewaltpräventionsprogramme sind zwar notwendig. Aber wie gehen Einrichtungen damit um, wenn Gewalt sich Bahn zu brechen droht? Eine gepflegte und geschützte Kultur des Whistleblowings wäre eine Möglichkeit. Dazu lädt die Initiative dannmachdoch ein.
Wenn Sie selbst als Mitarbeitende*r oder Klient*in betroffen sind, schreiben Sie uns oder melden sich zur Veranstaltung am 20.02.2026 ab 18.00 Uhr in der Kulturwerkstatt in Limburg an.
instagram.com/dannmachdoch

Foto: Peter Kunz
Villmar-Weyer (kobinet) Peter Kunz (Filmemacher, Fotograf, Aktivist) und Stephan Laux (Heilerziehungspfleger, Autor, Kolumnist) haben große Teile ihres beruflichen Lebens in der Behindertenhilfe verbracht. Bei ihrem neuen Projekt greifen sie ein heikles Thema auf.
„Als ich Anfang der 1980er Jahre in einer großen Einrichtung der Behindertenhilfe anfing, habe ich noch Zustände erlebt, bei denen u.a. Klient*innen an Heizkörper der riesigen Wohneinrichtungen gefesselt waren. Fixierungen waren an der Tagesordnung. Psychopharmaka kamen in einem durchaus freiheitsentziehenden Maße zum Einsatz. Es gab geschlossene Abteilungen und strukturelle Gewalt war im Prinzip die Ausgangssituation für sogenanntes pädagogisches Handeln“, erzählt Stephan Laux beim ersten Treffen mit Peter Kunz. „Da hat sich ja heute, Gott sei Dank, einiges geändert?“, fragt er.
„Die Formen der Gewalt sind subtiler geworden. Trotz diverser Präventionsmaßnahmen ist das Thema immer noch ein Tabu. Mitarbeitende wissen darum. Doch niemand traut sich, offen darüber zu reden. Betroffenen, die in der Lage sind, sich zu beklagen, wird unterstellt, sie würden das Team gegeneinander ausspielen. Vorgesetzte spielen das Thema herunter und verweisen auf ihr Gewaltpräventionsprogramm“, antwortet Peter Kunz, der seit 2018 in der Behindertenhilfe tätig ist.
Wer versucht, Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe anzusprechen, droht oft als „Nestbeschmutzer“ abgestempelt zu werden. Mitarbeitenden wird oft erst nach Jahren bewusst, dass sie ungewollt ein System unterstützen, das prädestiniert ist für strukturelle Gewalt. Nicht wenige von ihnen landen dann im „Burnout“.
Wer als Betroffener in Sondereinrichtungen eine „heile Welt“ vorgegaukelt bekommt und in Abhängigkeit vom Wohlwollen seiner Begleiter*innen lebt, tut sich oft schwer damit, Gewaltsituationen zu benennen oder sich aktiv dagegen zu wehren.
Gewaltpräventionsprogramme sind zwar notwendig. Aber wie gehen Einrichtungen damit um, wenn Gewalt sich Bahn zu brechen droht? Eine gepflegte und geschützte Kultur des Whistleblowings wäre eine Möglichkeit. Dazu lädt die Initiative dannmachdoch ein.
Wenn Sie selbst als Mitarbeitende*r oder Klient*in betroffen sind, schreiben Sie uns oder melden sich zur Veranstaltung am 20.02.2026 ab 18.00 Uhr in der Kulturwerkstatt in Limburg an.
instagram.com/dannmachdoch




