BERLIN (kobinet)
Die Deutsche Bahn baut ihre Bahn-Höfe um.
Das bedeutet:
Menschen mit Behinderung sollen die Bahn-Höfe besser nutzen können.
Aber der Um-Bau geht sehr langsam.
Die Deutsche Bahn baut jedes Jahr etwa 150 Bahn-Steige um.
Ein Bahn-Steig ist der Platz am Gleis.
Dort steigen Menschen in den Zug ein.
Bei diesem Tempo dauert der Um-Bau noch viele Jahre.
Manche Bahn-Steige sind zu niedrig.
28 von 100 Bahn-Steigen haben noch die falsche Höhe.
Der Um-Bau dieser Bahn-Steige dauert noch fast 20 Jahre.
Deutschland hat im Jahr 2009 einen Vertrag unter-schrieben.
Der Vertrag heißt: UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Das ist ein Vertrag von vielen Ländern.
Der Vertrag sagt: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte.
In dem Vertrag steht:
Menschen mit Behinderung haben besondere Rechte.
Sie sollen überall mit-machen können.
Sören Pellmann ist Politiker.
Er arbeitet für die Partei DIE LINKE.
Er sagt:
Es ist ein Armuts-Zeugnis.
Jemand zeigt, dass er etwas nicht kann.
Das ist peinlich für die Person.
Das bedeutet:
Es ist sehr schlecht.
Wir haben noch keine Barriere-Freiheit in ganz Deutschland.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die Städte und Gemeinden mussten ihre Busse und Bahnen schon 2022 barriere-frei machen.
Aber der Bund hat das bei den Zügen nicht geschafft.
Viele Menschen reisen zum Jahres-Wechsel mit der Bahn.
Sie wollen das neue Jahr mit ihrer Familie feiern.
Dann wird besonders deutlich:
Viele Menschen mit Behinderung können nicht einfach Zug fahren.
Manche können gar nicht Zug fahren.
Die meisten Menschen können spontan in den Zug steigen.
Spontan bedeutet: ohne lange Planung.
Für Menschen mit Behinderung ist das oft unmöglich.
Sören Pellmann sagt:
Das sind unhalt-bare Zustände.
Die Bundes-Regierung hat eine Antwort geschrieben.
Die Bundes-Regierung leitet Deutschland.
Sie trifft wichtige Entscheidungen für alle Menschen.
In der Antwort steht:
Die Barriere-Freiheit an deutschen Bahn-Höfen ist schlecht.
Es gibt etwa 5.400 Bahn-Höfe in Deutschland.
An diesen Bahn-Höfen gibt es etwa 9.300 Bahn-Steige.
An vielen Bahn-Steigen gibt es große Probleme.
Besonders schlimm ist es in Bayern, Sachsen und Thüringen.
In Thüringen haben nur 55 von 100 Bahn-Steigen die richtige Höhe.
Die Bahn-Steige müssen mindestens 55 Zenti-Meter hoch sein.
In Sachsen haben 59 von 100 Bahn-Steigen die richtige Höhe.
In Bayern haben 61 von 100 Bahn-Steigen die richtige Höhe.
Es gibt auch taktile Weg-Führung.
Man kann einen Weg mit den Händen oder Füßen fühlen.
Blinde Menschen nutzen das oft.
Das sind besondere Platten auf dem Boden.
Blinde Menschen können die Platten mit dem Stock fühlen.
Die Platten zeigen den Weg zum Bahn-Steig.
In Sachsen-Anhalt haben nur 48 von 100 Bahn-Steigen diese Platten.
Das ist sehr wenig.
Sören Pellmann sagt zum Schluss:
Deutschland ist ein reiches Land.
Trotzdem ist die Lage beschämend.
Der Bundes-Verkehrs-Minister muss mehr tun.
Das ist ein wichtiger Politiker in Deutschland.
Er kümmert sich um Straßen, Züge und Flug-Zeuge.
Er muss mehr Geld bereit-stellen.
Es braucht einen festen Zeit-Plan.
Alle Bahn-Höfe müssen barriere-frei werden.
Teil-Habe ist ein Menschen-Recht.
Teil-Habe bedeutet: Jeder Mensch kann überall mit-machen.
Menschen-Recht bedeutet: Das sind Rechte für alle Menschen.
Das ist kein Gnaden-Akt.
Jemand mit viel Macht verzeiht einer anderen Person.
Die Person bekommt dann keine Strafe.
Ein Gnaden-Akt ist ein Geschenk.
Aber Teil-Habe ist ein Recht.

Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag
BERLIN (kobinet) Trotz wiederholter Abfragen in den vergangenen Jahren und zahlreicher Ankündigungen des Bundes bleibt das Tempo beim barrierefreien Umbau deutlich zu niedrig. Wenn die Deutsche Bahn weiterhin nur etwa 150 Bahnsteige pro Jahr barrierefrei umbaut, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis echte Barrierefreiheit erreicht ist. Allein um die fehlenden Bahnsteighöhen auszugleichen - bundesweit fehlen noch 28 Prozent - wären bei diesem Tempo fast 20 Jahre nötig. Die UN-Behindertenrechtskonvention gilt in Deutschland seit 2009. Sören Pellmann, der Fraktionsvorsitzende der Bundestagspartei Partei DIE LINKE stellt in diesem Zusammenhang fest: "Dass wir zu Beginn des Jahres 2025 noch immer keine flächendeckende Barrierefreiheit erreicht haben, ist ein Armutszeugnis. Während Kommunen verpflichtet wurden, den Nahverkehr bis 2022 barrierefrei zu gestalten, bleibt der Bund beim Schienenverkehr deutlich hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück".
„Zum Jahreswechsel, wenn Millionen Menschen unterwegs sind, um das neue Jahr mit ihren Angehörigen zu beginnen, wird besonders deutlich, was fehlende Barrierefreiheit konkret bedeutet: Für viele Menschen mit Behinderungen ist eine Bahnreise nur mit großem Aufwand möglich – oder gar nicht. Was für die meisten selbstverständlich ist, nämlich spontan in den Zug zu steigen, bleibt für viele ein unüberwindbares Hindernis. Das sind unhaltbare Zustände“ erklärt der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag.
Pellmann weiter: „Die aktuelle Antwort der Bundesregierung bestätigt erneut den schlechten Zustand der Barrierefreiheit an deutschen Bahnhöfen. An rund 9.300 Bahnsteigen und ihren Zuwegungen an etwa 5.400 Stationen bestehen weiterhin erhebliche Defizite“. Besonders gravierend ist nach Pellmanns Worten die Lage in Bayern, Sachsen und Thüringen. In Thüringen erreichen nur 55 Prozent der Bahnsteige die erforderliche Mindesthöhe von 55 Zentimetern, in Sachsen sind es 59 Prozent und in Bayern 61 Prozent. Bei der taktilen Wegführung zum Bahnsteig bildet Sachsen-Anhalt mit lediglich 48 Prozent das Schlusslicht. Das ist beschämend für ein wohlhabendes Land wie Deutschland.
Sören Pellmann abschließend: „Ich fordere den Bundesverkehrsminister auf, die Anstrengungen deutlich zu verstärken und wesentlich mehr Mittel bereitzustellen. Es braucht einen verbindlichen Zeitplan für vollständige Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen. Teilhabe ist ein Menschenrecht – kein Gnadenakt.“

Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag
BERLIN (kobinet) Trotz wiederholter Abfragen in den vergangenen Jahren und zahlreicher Ankündigungen des Bundes bleibt das Tempo beim barrierefreien Umbau deutlich zu niedrig. Wenn die Deutsche Bahn weiterhin nur etwa 150 Bahnsteige pro Jahr barrierefrei umbaut, wird es noch Jahrzehnte dauern, bis echte Barrierefreiheit erreicht ist. Allein um die fehlenden Bahnsteighöhen auszugleichen - bundesweit fehlen noch 28 Prozent - wären bei diesem Tempo fast 20 Jahre nötig. Die UN-Behindertenrechtskonvention gilt in Deutschland seit 2009. Sören Pellmann, der Fraktionsvorsitzende der Bundestagspartei Partei DIE LINKE stellt in diesem Zusammenhang fest: "Dass wir zu Beginn des Jahres 2025 noch immer keine flächendeckende Barrierefreiheit erreicht haben, ist ein Armutszeugnis. Während Kommunen verpflichtet wurden, den Nahverkehr bis 2022 barrierefrei zu gestalten, bleibt der Bund beim Schienenverkehr deutlich hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück".
„Zum Jahreswechsel, wenn Millionen Menschen unterwegs sind, um das neue Jahr mit ihren Angehörigen zu beginnen, wird besonders deutlich, was fehlende Barrierefreiheit konkret bedeutet: Für viele Menschen mit Behinderungen ist eine Bahnreise nur mit großem Aufwand möglich – oder gar nicht. Was für die meisten selbstverständlich ist, nämlich spontan in den Zug zu steigen, bleibt für viele ein unüberwindbares Hindernis. Das sind unhaltbare Zustände“ erklärt der Abgeordnete Sören Pellmann, Vorsitzender und behindertenpolitischer Sprecher der Linken im Bundestag.
Pellmann weiter: „Die aktuelle Antwort der Bundesregierung bestätigt erneut den schlechten Zustand der Barrierefreiheit an deutschen Bahnhöfen. An rund 9.300 Bahnsteigen und ihren Zuwegungen an etwa 5.400 Stationen bestehen weiterhin erhebliche Defizite“. Besonders gravierend ist nach Pellmanns Worten die Lage in Bayern, Sachsen und Thüringen. In Thüringen erreichen nur 55 Prozent der Bahnsteige die erforderliche Mindesthöhe von 55 Zentimetern, in Sachsen sind es 59 Prozent und in Bayern 61 Prozent. Bei der taktilen Wegführung zum Bahnsteig bildet Sachsen-Anhalt mit lediglich 48 Prozent das Schlusslicht. Das ist beschämend für ein wohlhabendes Land wie Deutschland.
Sören Pellmann abschließend: „Ich fordere den Bundesverkehrsminister auf, die Anstrengungen deutlich zu verstärken und wesentlich mehr Mittel bereitzustellen. Es braucht einen verbindlichen Zeitplan für vollständige Barrierefreiheit an allen Bahnhöfen. Teilhabe ist ein Menschenrecht – kein Gnadenakt.“




