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Große Trauer um Dr. Karl Quade

Bild eines Mannes mit weißer Trainingsjacke mit der Aufschrift Germany
Dr. Karl Quade im Jahr 2016 bei den Spielen in Rio
Foto: Oliver Kremer / DBS

FRECHEN (kobinet) Der Deutsche Behindertensportverband und Nationales Paralympisches Komitee (DBS) trauern um eine der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Para Sports: Dr. Karl Quade. Er ist am zweiten Weihnachtsfeiertag im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben.

Karl Quade hat dem Para Sport mehr als ein halbes Leben gewidmet. Sein Name ist untrennbar mit der Erfolgsgeschichte der Paralympischen Bewegung in Deutschland verbunden. Er nahm erstmals 1984 in New York an den Paralympics teil und war insgesamt bei 18 Ausgaben vor Ort – zunächst drei Mal als Athlet, später über viele Jahre als Chef de Mission des Team Deutschland Paralympics. Kaum eine andere Persönlichkeit prägte den deutschen Para Sport über einen vergleichbar langen Zeitraum mit solcher Kontinuität, Nähe und Erfahrung.

Als aktiver Sportler gehörte Karl Quade der deutschen Nationalmannschaft im Standvolleyball an. Bei den Paralympics 1988 in Seoul gewann er die Goldmedaille, vier Jahre zuvor in New York die Silbermedaille. Auch nach dem Ende seiner aktiven Karriere blieb er dem Leistungssport eng verbunden. 1996 übernahm er bei den Spielen in Atlanta erstmals die Funktion des Chef de Mission und führte das deutsche Team seitdem mit großer Verantwortung, Empathie und sportlicher Expertise. In dieser Zeit feierte Quade gemeinsam mit den Athletinnen und Athleten mehr als 770 Medaillen bei Sommer- und Winterspielen. Zudem engagierte er sich seit 1995 über 30 Jahre als Vizepräsident im Deutschen Behindertensportverband, stellte vor allem im Leistungssport zahlreiche Weichen und trieb die Entwicklung des Para Sports zwischen 1997 und 2003 auch als Sportdirektor des Europäischen Paralympischen Komitees voran.

Auch persönlich waren die Paralympics prägend für das Leben von Karl Quade, der am 6. Dezember 1954 in Essen mit einer angeborenen Fußdysmelie zur Welt kam. Bei den Spielen 1984 in New York lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Die sechsmalige Goldmedaillengewinnerin im Sprint und Weitsprung, darunter drei Goldmedaillen bei den Paralympics 1988 in Seoul, teilte mit ihm nicht nur die Leidenschaft für den Sport, sondern auch ein Leben im Zeichen der Paralympics. Gemeinsam haben sie zwei Kinder.