Menu Close

Gehörlosengeld in Bayern vor der Wahl versprochen – jetzt gestrichen

Wappen Bundesland   Freistaat Bayern
Wappen großes Freistaat Bayern
Foto: Gemeinfrei, public domain

Röthenbach (kobinet) In sieben Bundesländern gibt es bereits ein Gehörlosengeld, doch in Bayern warten rund 10.000 gehörlose Menschen weiterhin auf diesen wichtigen Nachteilsausgleich. Obwohl dies im Koalitionsvertrag enthalten ist, hat die Staatsregierung Ende November 2025 im Zuge der Landtagsdebatte zum Doppelhaushalt 2026/2027 angekündigt, das Gehörlosengeld vorerst nicht einzuführen. Die sozialpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, Kerstin Celina, bezeichnet diese Entscheidung als "fatal und falsch". Im Anschluss an die Haushaltsdebatte erklärte sie im Interview mit Judit Nothdurft: "Wenn das Gehörlosengeld nicht kommt, verlieren die gehörlosen Menschen das Vertrauen in die Regierung".

Celina sieht Parallelen zur Streichung familienpolitischer Leistungen wie dem Familiengeld oder dem Kinderstartgeld, die ebenfalls rückwirkend gekürzt wurden. Zwar hätten CSU und Freie Wähler im Sozialausschuss betont, weiterhin an der Einführung des Gehörlosengeldes festhalten zu wollen, doch entscheidend seien konkrete Beschlüsse. „Aber die Abgeordneten aller Fraktionen könnten im Sozialausschuss, im Haushaltsausschuss und im Plenum trotzdem die Einführung eines Gehörlosengeldes beschließen, sie machen schließlich die Gesetze, sie stimmen zu oder lehnen ab“, betont Celina.

Seit über 15 Jahren wird in Bayern über ein Gehörlosengeld diskutiert. Das vollständige Interview ist auf www.deafservice.de zu lesen.

Bei der Sitzung am 13. März 2026 wird sicher auch das Thema Gehörlosengeld auf der Tagesordnung stehen. Die Sitzung wird gestreamt und in Gebärdensprache gedolmetscht Bayerischer Landtag.