Menu Close

Stimmen aus der CDU zur Behindertenpolitik

Nach rechte zeigende Pfeile in Schwarz, Rot und Gel. Darunter die Worte CDU/CSU Franktion im Deutschen Bundestag
Grafik zeigt Logo der CDU/CSU-Fraktion
Foto: CDU/CSU Bundestagsfraktion

Berlin (kobinet) Seit die CDU/CSU wieder in der Regierungsverantwortung ist, ist es wesentlich leiser bezüglich deren Engagement und Forderungen geworden. Daher greifen die kobinet-nachrichten im Nachgang zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen zwei Äußerungen aus der Union auf. Einmal vom Bundesvorsitzenden der Senioren-Union Hubert Hüppe und zum anderen vom Teilhabebeauftragten der CDU/CSU Bundestagsfraktion Wilfried Oellers.

Hüppes Appell zur Barrierefreiheit

Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union Hubert Hüppe, der nicht mehr im Bundestag vertreten ist, betonte zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen: „Dieser Tag erinnert uns daran, dass Politik und Gesellschaft die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention endlich umfassend und konsequent umsetzen müssen. Beispielhaft richte ich den Blick auf das Thema Mobilität und Barrierefreiheit: Bund, Länder und Kommunen tragen auf dem noch weiten Weg dahin große Verantwortung. Barrierefreiheit bedeutet weit mehr als der Abbau baulicher Hürden. Sie umfasst Kommunikation, Mobilität, digitale Zugänge, Behördenkontakte sowie Angebote in Kultur, Gesundheit und Pflege. Sie entscheidet darüber, ob Menschen selbstbestimmt leben können oder ausgeschlossen werden. Und sie ist die entscheidende Grundlage dafür, dass Inklusion im Alltag ankommt. Dieses Anliegen darf nicht nur an einem Gedenktag im Mittelpunkt stehen. Barrierefreiheit ist ein dauerhafter Auftrag an uns alle. Sie schafft nicht nur Chancen für Menschen mit Behinderungen, sondern stärkt unsere gesamte Gesellschaft.“

Oellers über soziale Fortschritte

Der Teilhabebeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wilfried Oellers betonte: „Der diesjährige Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen steht unter dem Motto ‚Förderung inklusiver Gesellschaften zur Förderung des sozialen Fortschritts‘. Das eine bedingt in der Tat das andere – allerdings auch in umgekehrter Richtung: Sozialer Fortschritt in unseren Leistungssystemen ist die Grundlage für mehr und passgenauere Inklusion. Daran arbeiten wir als Regierungskoalition, beispielsweise mit Blick auf das Bundesteilhabegesetz. Wir wollen Bürokratie abbauen, Pauschalierungen und Vereinfachungen prüfen, zum Beispiel eine praktikablere und bundeseinheitlichere Gestaltung des Bedarfsermittlungsverfahrens oder Genehmigungsfiktionen. Wir werden den gemeinsamen Grundantrag für Reha- und Teilhabeleistungen aufs Gleis setzen und damit eine bessere Kooperation der Reha-Träger fördern. Die bereits von uns auf den Weg gebrachte Einführung eines Fallmanagements bei den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung schafft hier eine wichtige Blaupause.“

Pläne für inklusiven Arbeitsmarkt

Und weiter betonte Wilfried Oellers: „Sozialer Fortschritt für mehr Inklusion heißt aber auch, einen inklusiven Arbeitsmarkt zu stärken, der Menschen mit Behinderungen zielgerichtet fördert und der zuletzt deutlich gestiegenen Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter entgegenwirkt. Dafür haben wir uns im Koalitionsvertrag viel vorgenommen – von der Stärkung der einheitlichen Ansprechstellen für Arbeitgeber und des Budgets für Arbeit bis hin zur Reform des Werkstattentgelts. Gleiches gilt für die Förderung der Barrierefreiheit im privaten wie im öffentlichen Bereich. Gerade erst haben wir Mittel für barrierefreie digitale Bildungsangebote und barrierefreies Wohnen im Bundeshaushalt verankern können. Weitere Vorhaben des Koalitionsvertrags für mehr Inklusion werden wir 2026 umsetzen.“

BGG-Reform sorgt für Empörung

Was der für die Behindertenpolitik zuständige Wilfried Oellers in seiner Presseinformation nicht anspricht, ist das hochaktuelle Thema der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz. Hier hat u.a. das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium dafür gesorgt, dass Behindertenverbände entsetzt sind, weil Unternehmen förmlich von ihrer Verantwortung für angemessene Vorkehrungen für die gleichberechtigte Teilhabe freigesprochen werden sollen. Anders kann der im Referentenentwurf des BGG in § 7 formulierte Satz: „Für Unternehmen im Sinne des Absatzes 2 gelten alle baulichen Veränderungen sowie Änderungen an Gütern und Dienstleistungen als unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ nicht verstanden werden. Während Wilfried Oellers aus der Opposition heraus desöfteren Barrierefreiheit forderte, ist es nun in der Regierungsverantwortung bei diesem Thema ruhig um ihn geworden, kritisiert die LIGA Selbstvertretung.