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Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen ist in der gesamten EU anzutreffen

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Foto: omp

BERLIN (kobinet) Ein heute von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) veröffentlichter Bericht zeigt, wie die Normalisierung von Gewalt, Barrieren bei der Meldung von Missbrauch und ein Mangel an wirksamer Überwachung die Rechte von Menschen mit Behinderungen untergraben. Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen, die in Einrichtungen leben, sind in der gesamten EU weit verbreitet Die FRA fordert die EU-Staaten auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um Gewalt zu verhindern, Opfer zu schützen und Einrichtungen zur Rechenschaft zu ziehen.

Mehr als 1,4 Millionen Menschen mit Behinderungen in der EU leben in Einrichtungen. Im Rahmen des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK) unterliegen die Europäische Union und die Mitgliedstaaten Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Deinstitutionalisierung, denen sie jedoch nicht nachkommen. Daher erleben viele Menschen, die in Einrichtungen leben, Verletzungen ihrer Grund- und Menschenrechte.

Zu den in dem Bericht hervorgehobenen Formen von Gewalt zählen verbale Gewalt wie Anschreien und Beleidigungen, Zwangsbehandlungen und Übermedikation, Anwendung von freiheitsbeschränkenden und -entziehenden Maßnahmen, Arbeits- und finanzielle Ausbeutung sowie körperliche und sexualisierte Gewalt. Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen, Kinder und ältere Menschen mit Behinderungen sind einem höheren Missbrauchsrisiko ausgesetzt. Gewalt und Missbrauch in Einrichtungen werden durch chronischen Personalmangel und unzureichende Ressourcen begünstigt. Viele Opfer sehen Missbrauch als normal an und sind nicht ausreichend darüber informiert, was ihre Rechte sind und wie sie Missbrauch melden können. Dadurch entstehen dauerhafte Barrieren sowie eine Kultur des Schweigens und der Straflosigkeit.

Dieser heute veröffentlichte Bericht der FRA „Places of care = places of safety? Violence against persons with disabilities in institutions“ macht die Lücken im Schutz und in der Prävention von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung deutlich und kann auf dieser Internetseite (in englischer Sprache) nachgelesen werden.