Staufen (kobinet)
Das Deutschland-Funk Radio hat eine Sendung gemacht.
Die Sendung war am Samstag.
Das war am 15. November.
Die Sendung heißt: Wochen-End-Journal.
Ein Journal ist wie ein Tage-Buch.
Dort schreibt man auf: Was ist passiert.
Das Thema war: Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Niemand wird ausgeschlossen.
Es geht um Menschen mit Behinderung.
Und um Menschen ohne Behinderung.
Eine Behinderung macht Sachen schwierig.
Alle sollen überall mit-machen können.
Die Sendung zeigt ein Beispiel.
Das Beispiel ist: Das Dorf Neuerkerode.
Das Dorf liegt bei Braunschweig.
Es ist ein besonderes Dorf.
Dort leben 630 Menschen.
Diese Menschen haben Lern-Schwierigkeiten.
Das nennt man auch: Kognitive Beeinträchtigung.
Das bedeutet: Das Denken fällt schwer.
Das Lernen fällt schwer.
Die Menschen wohnen im Dorf.
Sie arbeiten auch im Dorf.
Sie bekommen Unterstützung.
Sie leben selbst-bestimmt.
Das bedeutet: Du entscheidest selbst.
Niemand sagt dir: Das musst du tun.
Im Dorf gibt es verschiedene Wohn-Gruppen.
Es gibt verschiedene Arbeits-Plätze.
Zum Beispiel: Eine Kunst-Werkstatt.
Oder: Eine Wäscherei.
Es gibt einen Hühner-Hof.
Dort leben 250 Hühner.
Es gibt auch einen kleinen Laden.
Der Laden heißt: Kiosk.
Im Laden gibt es einen Imbiss.
Dort kann man etwas essen.
Die Menschen im Dorf sind zufrieden.
Das sagen sie in Gesprächen.
Ein Interview ist ein Gespräch.
Eine Person stellt Fragen.
Die andere Person gibt Antworten.
Im Dorf arbeiten viele Betreuer.
Es arbeiten viele Fach-Leute dort.
Andere Menschen kommen nur zu Besuch.
Zum Beispiel: Beim Sommer-Fest.
Oder beim Weihnachts-Markt.
Dann kommen viele Tausend Besucher.
Das Dorf gibt es schon sehr lange.
Das Dorf ist 150 Jahre alt.
Eine evangelische Stiftung leitet das Dorf.
Eine Stiftung hilft Menschen.
Die Stiftung hat Geld für gute Zwecke.
Die Stiftung gehört zur Diakonie.
Die Diakonie ist eine Hilfs-Organisation.
Sie gehört zur evangelischen Kirche.
Die Diakonie hilft Menschen in Not.
Am Ende stellt sich eine Frage.
Ist das wirklich Inklusion?
Oder ist das eine Enklave?
Eine Enklave ist ein abgetrennter Ort.
Die Menschen dort leben unter sich.
Das Dorf ist getrennt von anderen Menschen.
Menschen mit Behinderung leben dort zusammen.
Sie leben unter sich.
Ist das richtige Inklusion?
Bei Inklusion sollen alle zusammen leben.
Menschen mit Behinderung und ohne Behinderung.
Alle sollen die gleichen Rechte haben.
Das nennt man: Gleich-berechtigt.
Das bedeutet: Alle haben die gleichen Rechte.
Niemand wird benachteiligt.
Was denkt ihr über das Dorf?
Ist das Inklusion?

Foto: ht
Staufen (kobinet) ist diesmal das "Wochenendjournal" des Deutschlandfunk von Samstag, dem 15. November.
Zum Thema „Inklusion“ am Beispiel des Behindertendorfes Neuerkerode im Landkreis Wolfenbüttel bei Braunschweig. Eingeleitet fürs allgemeine Hörerpublikum des Senders mit den Worten: Dass es um „ganz normale Bürger Deutschlands“ gehe. „Alle in unserer Gesellschaft sollen gleichberechtigt und selbständig mitmachen können. Beim Lernen, beim Arbeiten, in der politischen Teilhabe, das ist das Ziel von Inklusion. Von der Realität wird hier immer wieder über Möglichkeiten und Grenzen davon diskutiert und darüber, ob Inklusion wirklich stattfindet. Das Dorf Neuerkerode in der Nähe von Braunschweig ist ein Ort, wo Inklusion wirklich gelebt wird. Hier leben, wohnen und arbeiten 630 Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, sie bekommen Unterstützung, wo sie es brauchen und leben in einer Struktur, die ihnen hilft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Vorgestellt werden Wohngruppen und Arbeitsstätten, eine Kunstwerkstatt, die Wäscherei, der Geflügelbetrieb mit 250 Hühnern, der dorfeigene Kaufladen mit Imbiss, Kiosk genannt. Die eingespielten O-Töne der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung spiegeln Zufriedenheit und eine positive Stimmung. An nichtbehinderten Menschen auf dem Gelände begegnen ausschließlich Mitarbeitende des Fach- und Betreuungspersonals. Nur beim Sommerfest und dem Weihnachtsmarkt kommen auch Menschen aus der „Normalbevölkerung“ der Umgebung ins Dorf. Dann gleich „zu Tausenden“, heißt es.
Stellt sich am Ende die Frage: Trägt das Behindertendorf Neuerkerode (Träger des seit 150 Jahren bestehenden Projekts ist eine evangelische Stiftung der Diakonie) zurecht das Aushängeschild „Inklusion“? Mir scheint es eher eine Behindertenenklave, zwar inmitten, jedoch getrennt von der der umgebenden „Normalgesellschaft“ nichtbehinderter Menschen. Was ist euer Eindruck?
https://www.deutschlandfunk.de/leben-und-teilhabe-das-inklusive-dorf-neuerkerode-100.html

Foto: ht
Staufen (kobinet) ist diesmal das "Wochenendjournal" des Deutschlandfunk von Samstag, dem 15. November.
Zum Thema „Inklusion“ am Beispiel des Behindertendorfes Neuerkerode im Landkreis Wolfenbüttel bei Braunschweig. Eingeleitet fürs allgemeine Hörerpublikum des Senders mit den Worten: Dass es um „ganz normale Bürger Deutschlands“ gehe. „Alle in unserer Gesellschaft sollen gleichberechtigt und selbständig mitmachen können. Beim Lernen, beim Arbeiten, in der politischen Teilhabe, das ist das Ziel von Inklusion. Von der Realität wird hier immer wieder über Möglichkeiten und Grenzen davon diskutiert und darüber, ob Inklusion wirklich stattfindet. Das Dorf Neuerkerode in der Nähe von Braunschweig ist ein Ort, wo Inklusion wirklich gelebt wird. Hier leben, wohnen und arbeiten 630 Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, sie bekommen Unterstützung, wo sie es brauchen und leben in einer Struktur, die ihnen hilft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Vorgestellt werden Wohngruppen und Arbeitsstätten, eine Kunstwerkstatt, die Wäscherei, der Geflügelbetrieb mit 250 Hühnern, der dorfeigene Kaufladen mit Imbiss, Kiosk genannt. Die eingespielten O-Töne der Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung spiegeln Zufriedenheit und eine positive Stimmung. An nichtbehinderten Menschen auf dem Gelände begegnen ausschließlich Mitarbeitende des Fach- und Betreuungspersonals. Nur beim Sommerfest und dem Weihnachtsmarkt kommen auch Menschen aus der „Normalbevölkerung“ der Umgebung ins Dorf. Dann gleich „zu Tausenden“, heißt es.
Stellt sich am Ende die Frage: Trägt das Behindertendorf Neuerkerode (Träger des seit 150 Jahren bestehenden Projekts ist eine evangelische Stiftung der Diakonie) zurecht das Aushängeschild „Inklusion“? Mir scheint es eher eine Behindertenenklave, zwar inmitten, jedoch getrennt von der der umgebenden „Normalgesellschaft“ nichtbehinderter Menschen. Was ist euer Eindruck?
https://www.deutschlandfunk.de/leben-und-teilhabe-das-inklusive-dorf-neuerkerode-100.html




