Mainz / Wien (kobinet)
Heute ist der 18. November 2025.
An diesem Tag gibt es 2 Trauer-Feiern.
Die Feiern sind für 2 Frauen.
Die beiden Frauen sind gestorben.
Beide haben sich für Menschen mit Behinderung eingesetzt.
Die Frauen sind im Oktober 2025 gestorben.
Marita Boos-Waidosch
Um 14:30 Uhr ist eine Gedenk-Feier.
Gedenk-Feier bedeutet: Menschen kommen zusammen.
Sie denken an eine verstorbene Person.
Sie ehren diese Person.
Die Feier ist im Glas-Haus.
Das Glas-Haus gehört zum Mainzer Staats-Theater.
Staats-Theater bedeutet: Das ist ein großes Theater.
Das Land bezahlt das Theater.
Die Feier ist für Marita Boos-Waidosch.
Sie wurde am 1. Oktober 1953 geboren.
Sie ist am 1. Oktober 2025 gestorben.
Das war an ihrem 72. Geburts-Tag.
Marita Boos-Waidosch hat in Mainz gelebt.
Sie hat die Stadt mit-gestaltet.
Mit-gestalten bedeutet: Man bringt eigene Ideen ein.
Man macht aktiv mit.
Man verändert Dinge zum Besseren.
Sie setzte sich für Barriere-Freiheit ein.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können alles benutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Auch Menschen mit Behinderung können überall hin.
Marita Boos-Waidosch saß im Roll-Stuhl.
Sie war 25 Jahre Behinderten-Beauftragte von Mainz.
Behinderten-Beauftragte bedeutet: Diese Person hilft Menschen mit Behinderung.
Sie arbeitet für die Stadt.
Marita Boos-Waidosch setzte sich für ihre Rechte ein.
In den 1980er Jahren war sie in den USA.
Dort lernte sie viel über Selbst-Bestimmung.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Man entscheidet für sich selbst.
Niemand entscheidet für einen.
Sie brachte neue Ideen nach Mainz.
Sie half jungen Menschen mit Behinderung.
Sie ermutigte sie zum Mit-Machen.
In den 1990er Jahren gab es einen Erfolg.
Die Busse wurden barriere-frei.
Die Straßen-Bahnen wurden barriere-frei.
Marita Boos-Waidosch hat dabei mit-geholfen.
Sie half auch beim Staats-Theater.
Der Haupt-Eingang wurde barriere-frei gemacht.
Sie war im Behinderten-Beirat aktiv.
Behinderten-Beirat bedeutet: Das ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen beraten die Politik.
Sie setzen sich für Menschen mit Behinderungen ein.
Sie war kurze Zeit Landes-Behinderten-Beauftragte.
Landes-Behinderten-Beauftragte bedeutet: Diese Person arbeitet für das Bundes-Land.
Sie setzt sich für Menschen mit Behinderungen ein.
Das war für Rheinland-Pfalz.
Später war sie im Stadt-Rat.
Marita Boos-Waidosch kannte viele Menschen.
Sie half Menschen mit Behinderung.
Sie gab Tipps.
Sie öffnete Türen für sie.
Sie trug oft rote Kleidung.
Sie war bei vielen Veranstaltungen dabei.
Sie liebte Kultur.
Kultur bedeutet: Das ist alles was Menschen machen.
Zum Beispiel Theater, Musik und Kunst.
Im Stadt-Rat war das ihr Schwer-Punkt.
Sie setzte sich für barriere-freie Kultur ein.
Marita Boos-Waidosch konnte sich auf-regen.
Dann wenn Barriere-Freiheit vergessen wurde.
Oder wenn Menschen ungerecht behandelt wurden.
Sie gab nicht auf.
Sie kämpfte für Gerechtigkeit.
Das war gut so.
In den 1990er Jahren half sie beim ZSL.
ZSL bedeutet: Zentrum für selbst-bestimmtes Leben.
Das ZSL ist in Mainz.
Sie brachte Experten aus den USA.
Sie machte Schulungen für Menschen mit Behinderung.
Sie kümmerte sich um einzelne Menschen.
Sie hörte zu.
Sie interessierte sich für andere.
Sie war warm-herzig.
Marita Boos-Waidosch wurde am 7. November 2025 bei-gesetzt.
Roswitha Schachinger
Um 16:00 Uhr ist eine Abschieds-Feier.
Die Feier ist im Albert Schweitzer Haus.
Das Haus ist in Wien.
Die Adresse ist: Garnison-Gasse 14 bis 16.
Die Feier ist für Roswitha Schachinger.
Roswitha Schachinger wurde am 21. November 1968 geboren.
Sie ist am 18. Oktober 2025 gestorben.
Sie wurde 56 Jahre alt.
Sie war lange Zeit krank.
Roswitha Schachinger lebte in Österreich.
Sie setzte sich für Menschen mit Behinderung ein.
Sie kämpfte für Selbst-Bestimmung.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Jeder Mensch entscheidet selbst.
Jeder entscheidet über sein eigenes Leben.
Sie stellte sich nicht gern in den Vorder-Grund.
Aber sie war sehr wichtig.
Sie half bei der Gründung vom ZSL Wien.
Das war im Jahr 1994.
ZSL bedeutet: Zentrum für selbst-bestimmtes Leben.
Sie hatte wichtige Ämter:
Sie war Vize-Präsidentin vom Österreichischen Behinderten-Rat.
Vize-Präsidentin bedeutet: Das ist die Stell-Vertreterin.
Sie hilft der Präsidentin bei der Arbeit.
Wenn die Präsidentin nicht da ist: Sie macht ihre Aufgaben.
Sie war Vorständin der WAG.
Vorständin bedeutet: Diese Person leitet eine Organisation.
Sie trifft wichtige Entscheidungen.
WAG bedeutet: Wiener Assistenz-Genossenschaft.
Die WAG hilft Menschen mit Behinderung.
Im November 2024 bekam sie einen Preis.
Der Preis heißt: Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig-Preis.
Der Preis ist für selbst-bestimmtes Leben.
Sie bekam den Preis für ihr Engagement.
Engagement bedeutet: Man setzt sich für etwas ein.
Man macht etwas mit viel Kraft.
Man will etwas Gutes erreichen.
Roswitha Schachinger lebte mit Persönlicher Assistenz.
Persönliche Assistenz bedeutet: Menschen helfen im Alltag.
Sie setzte sich dafür ein.
Sie wollte: Alle sollen Assistenz bekommen können.
Alle Menschen, die sie brauchen.
Ihr Leit-Satz war:
Selbst-Bestimmung ist ein Menschen-Recht.
Es ist kein Privileg.
Privileg bedeutet: Etwas Besonderes für wenige Menschen.
Nur diese wenigen haben es.
Roswitha Schachinger war klar und warm-herzig.
Sie sprach Probleme offen an.
Sie gab Menschen Hoffnung.
Sie ermutigte andere.
Viele Menschen haben von ihr gelernt.
Sie glaubte fest an Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Alle Menschen können mit-machen.
Niemand wird aus-geschlossen.
Ihr Einsatz wird vielen Menschen fehlen.
Mehr Informationen gibt es bei BIZEPS.
BIZEPS ist ein Nachrichten-Dienst aus Österreich.
Dort gibt es einen Beitrag über Roswitha Schachinger.
Der Beitrag erzählt von ihrem Leben.
Der Beitrag erzählt von ihrer Arbeit.
Artikel über den Preis für Roswitha Schachinger

Foto: ISL
Mainz / Wien (kobinet) Fast zeitgleich nehmen heute, am 18. November 2025, viele Weggefährt*innen von zwei langjährig engagierten behinderten Frauen Abschied, die im Oktober 2025 gestorben sind. Um 14:30 Uhr findet im Glashaus des Mainzer Staatstheaters eine Gedenkveranstaltung für Marita Boos-Waidosch statt, die am 1. Oktober 2025 an ihrem 72. Geburtstag gestorben ist. Um 16:00 Uhr findet im Albert Schweitzer Haus in der Garnisongasse 14–16 in 1090 Wien eine Abschiedfeier für Roswitha Schachinger statt, die am 18. Oktober 2025 gestorben ist.
Marita Boos-Waidosch
Diejenigen, die schon einmal die schöne Stadt Mainz besucht haben oder die Gelegenheit dafür bekommen, wandeln dort an vielen Stellen auf den Spuren des langjährigen Engagements vieler behinderter Menschen für mehr Barrierefreiheit und Inklusion. Die am 1. Oktober 1953 geborene Marita Boos-Waidosch, die an ihrem 72. Geburtstag gestorben ist, war eine prägende Person, die das Stadtbild von Mainz entscheidend mitgeprägt hat. Beschwingt durch erste Erfolge und ihre Erfahrungen, die sie in den frühen 80er Jahren in den USA sammeln konnte, wirkte die Rollstuhlnutzerin u.a. 25 Jahre lang als Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Mainz. Marita Boos-Waidosch war eine herzenswarme Menschenfängerin und hatte es vor allem auf junge behinderte Menschen abgesehen, die sie besonders zum Engagement ermunterte. Sie war maßgeblich beteiligt, als in den 90er Jahren der Umschwung für barrierefreie Busse und Straßenbahnen in Mainz geschafft werden konnte. Sie hat mit anderen nach einer Lösung gesucht, um den Haupteingang des Staatstheaters barrierefrei zugänglich zu machen. Sie hat das Wirken des Mainzer Behindertenbeirats beflügelt und war für kurze Zeit Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz und viele Jahre lang im Landesbehindertenbeirat aktiv.
Ihr Netzwerk war enorm weit gespannt und so konnte sie immer wieder Impulse und Tipps geben, die behinderten Menschen so manche Türen öffneten. Mit ihrer meist roten Kleidung war Marita Boos-Waidosch ein fester Bestandteil des Mainzer Stadtbildes. Denn, wo was los war, da war sie dabei. Und ihr Interesse an der Kultur war unermüdlich. Während den letzten Jahren, als sie im Stadtrat für die Grünen aktiv war, war daher auch die Kulturpolitik einer ihrer Schwerpunkte. Dabei ging es natürlich auch um barrierefreie Teilhabe. Und Marita Boos-Waidosch konnte sich aufregen. Aufregen darüber, wenn die Barrierefreiheit nicht berücksichtigt wurde, aufregen darüber, wenn behinderte Menschen ungerecht behandelt wurden. Und meist löste es etwas aus, wenn sie sich aufregte, denn sie ließ nicht locker – und das war auch gut so!
Natürlich war Marita Boos-Waidosch an der Gründung des Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (Zsl) Mainz in den frühen 90er Jahren maßgeblich beteiligt. Sie brachte immer wieder Referent*innen aus der US-amerikanischen Independent Living Bewegung und damit neue Impulse nach Mainz und Deutschland. Und wenn Empowerment-Schulungen in Mainz stattfanden, Marita Boos-Waidosch war immer für eine Stadtführung oder einen input zu haben. Denn sie war nicht nur eine Menschenfängerin und eine Strippenzieherin, sondern den einzelnen Menschen sehr zugewandt. Sie hatte viel zu erzählen, interessierte sich aber immer, wie es anderen geht. Marita Boos-Waidosch wurde am 7. November 2025 beigesetzt. Heute, am 18. November 2025, findet um 14:30 Uhr im Glashaus des Mainzer Staatstheater eine Gedenkveranstaltung für sie und ihr Wirken statt.
Roswitha Schachinger
Ebenfalls am Nachmittag des heutigen 18. November 2025 wird um 16:00 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung Abschied von Roswitha Schachinger im Albert Schweitzer Haus in Wien genommen. Das Leben und Wirken von Roswitha Schachinger war von ihrem Engagement für die Selbstbestimmung und für die Rechte behinderter Menschen geprägt. Auch wenn sie sich ungern in die erste Reihe stellte, prägte sie über Jahrzehnte hinweg entscheidend die Aktivitäten der österreichischen Behindertenbewegung. Sie mischte bereits 1994 bei der Gründung des Wiener Zentrums für selbstbestimmtes Leben entscheidend mit. Die Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, geschäftsführende Vorständin der in Wien ansässigen Assistenzgenossenschaft WAG und Preisträgerin des Dr.-Elisabeth-Wundsam-Hartig-Preises für selbstbestimmtes Leben, die am 21. November 1968 geboren wurde, verstarb am 18. Oktober 2025. Die Trauer über diesen Verlust einer liebevollen und engagierten Person reicht weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
„Mit tiefer Betroffenheit und großem Respekt nehmen wir Abschied von Roswitha Schachinger, die nach langer, schwerer Krankheit am 18. Oktober 2025 im Alter von 56 Jahren verstorben ist. Bis zuletzt hat sie sich mit ganzer Kraft und unerschütterlicher Hingabe für die Anliegen und Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Roswitha Schachinger wurde in Niederösterreich geboren und war in Wien zu Hause. Sie lebte mit Persönlicher Assistenz und setzte sich bis zuletzt u. a. dafür ein, dass alle Menschen, die Persönliche Assistenz benötigen, diese auch bekommen“, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienstes BIZEPS. Ihr Leitsatz war: „Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht – kein Privileg.“
Erst im November 2024 wurde Roswitha Schachinger, die auch Gründungsmitglied der Wiener Assistenzgenossenschaft (WAG) war, der Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig-Preis für selbstbestimmtes Leben in der Kategorie „außergewöhnlicher persönlicher Einsatz zur Förderung der Selbstbestimmung behinderter Menschen“ verliehen. „Diese Auszeichnung würdigt ihr lebenslanges Engagement, mit dem sie unermüdlich für die Rechte, die Teilhabe und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen eingetreten ist. Roswitha verband Klarheit mit Wärme. Sie konnte Missstände unerschrocken benennen und zugleich Hoffnung schenken. Viele Menschen haben durch sie gelernt, mit Haltung, Herz und Mut für ihre Überzeugungen einzustehen. Ihre Beharrlichkeit und ihr unerschütterlicher Glaube an Inklusion werden uns fehlen“, heißt es weiter im BIZEPS-Beitrag mit weiteren Informationen zum Leben und Wirken von Roswitha Schachinger.
Link zum BIZEPS-Hinweis auf die Abschiedsfeier für Roswitha Schachinger

Foto: ISL
Mainz / Wien (kobinet) Fast zeitgleich nehmen heute, am 18. November 2025, viele Weggefährt*innen von zwei langjährig engagierten behinderten Frauen Abschied, die im Oktober 2025 gestorben sind. Um 14:30 Uhr findet im Glashaus des Mainzer Staatstheaters eine Gedenkveranstaltung für Marita Boos-Waidosch statt, die am 1. Oktober 2025 an ihrem 72. Geburtstag gestorben ist. Um 16:00 Uhr findet im Albert Schweitzer Haus in der Garnisongasse 14–16 in 1090 Wien eine Abschiedfeier für Roswitha Schachinger statt, die am 18. Oktober 2025 gestorben ist.
Marita Boos-Waidosch
Diejenigen, die schon einmal die schöne Stadt Mainz besucht haben oder die Gelegenheit dafür bekommen, wandeln dort an vielen Stellen auf den Spuren des langjährigen Engagements vieler behinderter Menschen für mehr Barrierefreiheit und Inklusion. Die am 1. Oktober 1953 geborene Marita Boos-Waidosch, die an ihrem 72. Geburtstag gestorben ist, war eine prägende Person, die das Stadtbild von Mainz entscheidend mitgeprägt hat. Beschwingt durch erste Erfolge und ihre Erfahrungen, die sie in den frühen 80er Jahren in den USA sammeln konnte, wirkte die Rollstuhlnutzerin u.a. 25 Jahre lang als Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Mainz. Marita Boos-Waidosch war eine herzenswarme Menschenfängerin und hatte es vor allem auf junge behinderte Menschen abgesehen, die sie besonders zum Engagement ermunterte. Sie war maßgeblich beteiligt, als in den 90er Jahren der Umschwung für barrierefreie Busse und Straßenbahnen in Mainz geschafft werden konnte. Sie hat mit anderen nach einer Lösung gesucht, um den Haupteingang des Staatstheaters barrierefrei zugänglich zu machen. Sie hat das Wirken des Mainzer Behindertenbeirats beflügelt und war für kurze Zeit Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz und viele Jahre lang im Landesbehindertenbeirat aktiv.
Ihr Netzwerk war enorm weit gespannt und so konnte sie immer wieder Impulse und Tipps geben, die behinderten Menschen so manche Türen öffneten. Mit ihrer meist roten Kleidung war Marita Boos-Waidosch ein fester Bestandteil des Mainzer Stadtbildes. Denn, wo was los war, da war sie dabei. Und ihr Interesse an der Kultur war unermüdlich. Während den letzten Jahren, als sie im Stadtrat für die Grünen aktiv war, war daher auch die Kulturpolitik einer ihrer Schwerpunkte. Dabei ging es natürlich auch um barrierefreie Teilhabe. Und Marita Boos-Waidosch konnte sich aufregen. Aufregen darüber, wenn die Barrierefreiheit nicht berücksichtigt wurde, aufregen darüber, wenn behinderte Menschen ungerecht behandelt wurden. Und meist löste es etwas aus, wenn sie sich aufregte, denn sie ließ nicht locker – und das war auch gut so!
Natürlich war Marita Boos-Waidosch an der Gründung des Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (Zsl) Mainz in den frühen 90er Jahren maßgeblich beteiligt. Sie brachte immer wieder Referent*innen aus der US-amerikanischen Independent Living Bewegung und damit neue Impulse nach Mainz und Deutschland. Und wenn Empowerment-Schulungen in Mainz stattfanden, Marita Boos-Waidosch war immer für eine Stadtführung oder einen input zu haben. Denn sie war nicht nur eine Menschenfängerin und eine Strippenzieherin, sondern den einzelnen Menschen sehr zugewandt. Sie hatte viel zu erzählen, interessierte sich aber immer, wie es anderen geht. Marita Boos-Waidosch wurde am 7. November 2025 beigesetzt. Heute, am 18. November 2025, findet um 14:30 Uhr im Glashaus des Mainzer Staatstheater eine Gedenkveranstaltung für sie und ihr Wirken statt.
Roswitha Schachinger
Ebenfalls am Nachmittag des heutigen 18. November 2025 wird um 16:00 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung Abschied von Roswitha Schachinger im Albert Schweitzer Haus in Wien genommen. Das Leben und Wirken von Roswitha Schachinger war von ihrem Engagement für die Selbstbestimmung und für die Rechte behinderter Menschen geprägt. Auch wenn sie sich ungern in die erste Reihe stellte, prägte sie über Jahrzehnte hinweg entscheidend die Aktivitäten der österreichischen Behindertenbewegung. Sie mischte bereits 1994 bei der Gründung des Wiener Zentrums für selbstbestimmtes Leben entscheidend mit. Die Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, geschäftsführende Vorständin der in Wien ansässigen Assistenzgenossenschaft WAG und Preisträgerin des Dr.-Elisabeth-Wundsam-Hartig-Preises für selbstbestimmtes Leben, die am 21. November 1968 geboren wurde, verstarb am 18. Oktober 2025. Die Trauer über diesen Verlust einer liebevollen und engagierten Person reicht weit über die Grenzen Österreichs hinaus.
„Mit tiefer Betroffenheit und großem Respekt nehmen wir Abschied von Roswitha Schachinger, die nach langer, schwerer Krankheit am 18. Oktober 2025 im Alter von 56 Jahren verstorben ist. Bis zuletzt hat sie sich mit ganzer Kraft und unerschütterlicher Hingabe für die Anliegen und Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Roswitha Schachinger wurde in Niederösterreich geboren und war in Wien zu Hause. Sie lebte mit Persönlicher Assistenz und setzte sich bis zuletzt u. a. dafür ein, dass alle Menschen, die Persönliche Assistenz benötigen, diese auch bekommen“, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienstes BIZEPS. Ihr Leitsatz war: „Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht – kein Privileg.“
Erst im November 2024 wurde Roswitha Schachinger, die auch Gründungsmitglied der Wiener Assistenzgenossenschaft (WAG) war, der Dr. Elisabeth Wundsam-Hartig-Preis für selbstbestimmtes Leben in der Kategorie „außergewöhnlicher persönlicher Einsatz zur Förderung der Selbstbestimmung behinderter Menschen“ verliehen. „Diese Auszeichnung würdigt ihr lebenslanges Engagement, mit dem sie unermüdlich für die Rechte, die Teilhabe und die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen eingetreten ist. Roswitha verband Klarheit mit Wärme. Sie konnte Missstände unerschrocken benennen und zugleich Hoffnung schenken. Viele Menschen haben durch sie gelernt, mit Haltung, Herz und Mut für ihre Überzeugungen einzustehen. Ihre Beharrlichkeit und ihr unerschütterlicher Glaube an Inklusion werden uns fehlen“, heißt es weiter im BIZEPS-Beitrag mit weiteren Informationen zum Leben und Wirken von Roswitha Schachinger.
Link zum BIZEPS-Hinweis auf die Abschiedsfeier für Roswitha Schachinger





Sowohl die Beisetzung von Marita am 7. November in einem Friedwald oberhalb der Mosel (Valvigerberg – Marita hat jetzt einen Ausblick auf ihr Heimatdorf Ellenz) als auch die gestrige Gedenkfeier waren sehr würdevoll, für die Teilnehmenden aber zugleich bedrückend. Auf dem Monitor in der Glashalle des Mainzer Staatstheaters sah man, wie Marita mit ihrem Rolle ins Theater kam und wie sie selbst bei einem Stück dort mitspielte. Marita war damit sehr präsent. Das Mainzer Staatstheater war der richtige Ort für die Gedenkfeier, denn, wie der Intendant Markus Müller sagte, Marita war in den letzten zehn Jahren in etwa 1.000 Vorstellungen. Etwa 150 bis 200 Teilnehmende hörten berührende und Marita ehrende Reden von Markus Müller, dem Mainzer OB Nino Haase, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Mainzer Stadtrat Daniel Köbler, Maritas Tochter Larissa (ihr Enkel Matthis spielte auf dem Klavier, der rheinland-pfälzischen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen Ellen Kubica, ihrem Vorgänger Matthias Rösch, einer Freundin und einem Freund von Marita.
Alle brachten Maritas unermüdliches, forderndes, zumeist freundlich vorgetragenes Engagement für Barrierefreiheit zum Ausdruck. Ebenso ihre Haare im Wind, wenn sie mit ihrem Rolli durch die Straßen zum nächsten Termin raste. Wie oft haben wir uns gesorgt, dass ihr eines Tages dabei etwas passieren könnte.
Von allen wird Marita sehr vermisst.
Ich hatte mit Marita jemanden in meinem Freundeskreis, die sich (fast) so gut wie ich über politische Machenschaften aufregen konnte – eine Schwester im Geiste.
Du fehlst, Marita.
Klaus Peter