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Momentaufnahme 405

Der Umriss eine Menschen vor dem Hintergrund eines Sonnenuntergangs am Meer
Sonnenuntergang
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Man muss freie, einfache Gedanken des Lichtes täglich wiederholen, wie die Sonne täglich aufgeht und die Nacht verscheucht. Berthold Auerbach

Berthold Auerbach – Der Erzähler aus dem Schwarzwald
Berthold Auerbach, eigentlich Moses Baruch Auerbacher, wurde am 28. Februar 1812 im kleinen Ort Nordstetten bei Horb am Neckar geboren. Er wuchs in einer jüdischen Familie auf, die ihn ursprünglich für das Rabbineramt bestimmte. Doch schon früh zog es ihn hinaus in die Welt des Denkens und Schreibens.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Stuttgart studierte er in Tübingen, München und Heidelberg Philosophie, Geschichte und Jura. Besonders die Philosophie von Baruch de Spinoza faszinierte ihn – so sehr, dass er eine Übersetzung und eine Lebensbeschreibung Spinozas veröffentlichte. Diese Arbeiten zeigten, wohin sein Weg führen würde: nicht ins Predigtamt, sondern in die Literatur.
Sein großer Durchbruch gelang 1843 mit den „Schwarzwälder Dorfgeschichten“. In diesen Erzählungen brachte er das einfache Leben der Menschen seiner Heimat in die Literatur. Auerbach schaffte es, das Ländliche mit einer warmen Menschlichkeit und einem klaren Blick für gesellschaftliche Fragen zu verbinden. Damit gilt er als Begründer der deutschen „Dorfgeschichte“ – einer literarischen Form, die später viele Autoren inspirierte.
In den folgenden Jahren erschienen weitere Werke wie „Barfüßele“ (1856) oder der Gesellschaftsroman „Auf der Höhe“ (1865). Seine Bücher wurden weit über Deutschland hinaus gelesen und in viele Sprachen übersetzt. Auerbachs Erfolg machte ihn zu einem der bekanntesten Schriftsteller seiner Zeit.
Sein Leben führte ihn von der kleinen Schwarzwaldgemeinde bis an die Mittelmeerküste. Am 8. Februar 1882 starb er in Cannes, Frankreich. Doch seine Geschichten über das Schwarzwaldleben leben bis heute weiter – als literarisches Fenster in eine vergangene Welt.