Menu Close

Momentaufnahme 405

Ein Innenhof mit Kollonen und Arken, in einer kleinen Stadt in Italien
Italien
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Alles trifft im Leben ein, sogar das, was man sich wünscht.

Bernard le Bovier de Fontenelle

Bernard le Bovier de Fontenelle (1657–1757) war ein französischer Schriftsteller, Philosoph und einer der bedeutendsten Popularisierer der Wissenschaften seiner Zeit. Als Neffe des berühmten Dramatikers Pierre Corneille wuchs er in einem literarisch geprägten Umfeld auf.

Fontenelle machte sich besonders durch seine Fähigkeit einen Namen, komplexe wissenschaftliche Theorien für ein breiteres Publikum verständlich zu machen. Sein berühmtestes Werk „Entretiens sur la pluralité des mondes“ (Gespräche über die Vielheit der Welten) von 1686 war ein Meilenstein der wissenschaftlichen Popularisierung. In Form eleganter Dialoge zwischen einem Philosophen und einer wissbegierigen Marquise erklärte er die kopernikanische Weltsicht und spekulierte über außerirdisches Leben.

Der langlebige Fontenelle – er wurde fast 100 Jahre alt – erlebte den Übergang vom Zeitalter Ludwigs XIV. zur Aufklärung mit. Als langjähriger Sekretär der Académie des Sciences verfasste er „Éloges des Académiciens“ (Lobreden auf die Akademiemitglieder), die als Meisterwerke der biografischen Literatur gelten. Diese Texte zeichnen sich durch ihre elegante Prosa und ihren aufklärerischen Geist aus.

Fontenelles Bedeutung liegt in seiner Vermittlerrolle zwischen der gelehrten Welt und der gebildeten Gesellschaft. Er trug maßgeblich dazu bei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nicht mehr nur in Gelehrtenkreisen diskutiert wurden, sondern auch in den Salons der gehobenen Gesellschaft Eingang fanden. Seine klare, elegante Sprache und sein pädagogisches Geschick machten ihn zu einem Wegbereiter der modernen Wissenschaftskommunikation.