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Besserer ÖNV nur mit besseren Arbeitsbedingungen

Regionalzug in einem Bahnhof
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Foto: hpgruesen In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Die Klima-Allianz Deutschland und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben jetzt eine Studie zum Personalbedarf im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) vorgestellt. Im Gegensatz zu Äußerungen mit Stammtischniveau mancher Landespolitiker schafft es die Studie, das Problem wissenschaftlich und seriös zu beleuchten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es einer Verbesserung der bestehenden Arbeitsbedingungen, insgesamt attraktiverer Arbeitsplätze und einer auskömmlichen, planbaren und nachvollziehbaren Finanzierung bedarf.

Kurz gesagt ()

Eine neue Studie von Klima-Allianz Deutschland und Verdi zeigt: Bis 2030 gehen 50 % der über 136.000 ÖPNV-Beschäftigten in Rente, während schon heute Personalmangel zu Fahrtausfällen und eingeschränktem Service führt. Bessere Arbeitsbedingungen, attraktivere Arbeitsplätze und eine auskömmliche Finanzierung sind nach Ansicht des Bahnkunden-Verbandes zwingend nötig, um den ÖPNV als klimafreundliche Alternative zum Auto zu stärken – besonders in ländlichen Regionen, wo öffentliche Infrastruktur auch zur Demokratiestärkung beiträgt.

Der ÖPNV ist heute schon eine wichtige Säule der klimafreundlichen Mobilität und trägt einen Großteil zur Erfüllung der Pariser Klimaziele bei. Hier Abstriche zu machen bedeutet eine Aufgabe der eigenen Verantwortung. Der öffentliche Verkehr braucht, wie die Ergebnisse der Studie belegen, genau die gleiche gesetzgeberische und finanzielle Unterstützung, wie sie der Individualverkehr seit Jahrzehnten mit großer Selbstverständlichkeit erhält.

Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Herstellung gleicher Lebensverhältnisse ist es nach Meinung des Bahnkunden-Verbandes zwingend notwendig, das ÖPNV-Angebot gerade in ländlichen Regionen so weit auszubauen, dass es eine wahrnehmbare und nutzbare Alternative zum eigenen Auto bietet. Neueste Untersuchungen stellen auch einen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein öffentlicher Infrastruktur und der Zufriedenheit der Bevölkerung her – was letztendlich eine Stärkung der Demokratie bedeutet.

Bis zum Jahr 2030 gehen nach dieser Studie 50 Prozent der 2022 über 136.000 Beschäftigten in den Ruhestand. Schon heute sind die Personallücken direkt und indirekt täglich zu spüren. Reguläre Fahrten fallen immer häufiger wegen Krankheit und Urlaub aus. Die indirekten Auswirkungen sind fehlendes Personal in den Werkstätten, bei der Instandhaltung und der Betriebsabwicklung. Diese Probleme lähmen und verhindern schon heute häufig ein attraktives Angebot und führen eher zu einer dauerhaften Einschränkung. Hinzu kommt der Finanzierungs-Dschungel („Spaghetti-Finanzierung“), der zur Intransparenz beiträgt.

Die Kurzstudie zum Personalbedarf im kommunalen ÖPNV bis 2030/35 ist unter diesem Link nachzulesen.