BERLIN (kobinet)
Der Herbst 2025 hat begonnen.
Viele Menschen haben schöne Reise-Erinnerungen gesammelt.
Sie haben viele Fotos gemacht.
Sie haben bleibende Eindrücke bekommen.
Viele Reisende fragen sich: Wie geht es weiter?
Es geht um barriere-freies Reisen in Deutschland.
Das bedeutet: Alle Menschen können reisen.
Auch Menschen mit Behinderungen können Hotels besuchen.
Die Hotels haben Rampen und große Türen.
So können alle Menschen Urlaub machen.
In 4 Wochen findet ein wichtiger Gipfel statt.
Es ist der 3. Welt-Gipfel für barriere-freien Tourismus.
Er findet in Turin statt.
Turin ist eine Stadt in Italien.
Viele Menschen denken schon an neue Reisen.
Es gibt das System "Reisen für Alle".
Das System ist in Deutschland.
Es gibt Informationen über barriere-freie Reisen.
Die NatKo ist pleite gegangen.
NatKo bedeutet: Nationale Koordinations-Stelle.
Koordination bedeutet: Verschiedene Aufgaben planen.
Dafür sorgen dass alle zusammen-arbeiten.
Mit verschiedenen Gruppen sprechen.
So läuft alles gut.
Menschen arbeiten weiter daran.
Sie wollen das Informations-System erhalten.
Deutschland hat eine neue Bundes-Regierung gewählt.
Es ist interessant zu erfahren: Welche Ziele hat sie?
Michael Kießling hat unsere Fragen beantwortet.
Er ist Mitglied im Deutschen Bundes-Tag.
Er ist Vorsitzender der AG Tourismus.
AG bedeutet: Arbeits-Gruppe.
Die AG gehört zur CDU/CSU-Bundes-Tags-Fraktion.
Eine Gruppe von Politikern.
Sie haben die gleichen Ziele im Bundestag.
kobinet:
Welche wichtigen Punkte sieht die CDU/CSU-Fraktion?
Es geht um Barriere-Freiheit.
Es geht um Reise-Ziele in Deutschland.
Michael Kießling:
Die CDU/CSU-Fraktion sieht wichtige Punkte.
Der wichtigste Punkt ist die Infrastruktur.
Infrastruktur sind wichtige Dinge für das Leben.
Zum Beispiel Straßen und Strom und Wasser.
Dazu gehören Verkehr und Internet.
Mobilität ist wichtig für Barriere-Freiheit.
Mobilität bedeutet: Sich bewegen können.
Wir wollen Mobilität überall ausbauen.
Etwas gibt es überall in einem Gebiet.
Zum Beispiel gibt es überall Internet.
Oder es gibt überall Busse.
Das nennt man flächen-deckend.
Das gilt besonders für das Land.
Wir wollen wichtige Wege besser vernetzen.
Die Vernetzung soll barriere-frei sein.
Wir wollen schwer erreichbare Orte erschließen.
Das gilt besonders für Züge und Busse.
Der Aufwand für Bauen ist groß.
Es muss ein Umdenken geben.
Das Umdenken muss beim Planen von Städten passieren.
Nur so können alle Menschen die Anlagen nutzen.
Das muss nachhaltig passieren.
Nachhaltigkeit bedeutet: Gut mit der Natur umgehen.
Damit alle Menschen gut leben können.
Diese Entwicklung muss auch digital passieren.
Wir müssen Barrieren bei Internet-Seiten abbauen.
Das gilt besonders für seh-geschädigte Menschen.
Das gilt auch für hör-geschädigte Menschen.
Das muss beim Abbau von Verwaltung wichtig sein.
Eine Verwaltung regelt wichtige Dinge.
Sie sorgt für Ordnung in der Stadt.
kobinet:
Welche wichtigen Punkte sieht die CDU/CSU-Fraktion?
Es geht um Reisen ohne Barrieren.
Es geht um Bahn und Bus.
Es geht um Hotels und Restaurants.
Es geht auch um Kultur-Stätten.
Michael Kießling:
Für den Tourismus ist Verkehr wichtig.
Es geht um die Verbindung zwischen Orten.
Verschiedene Dinge sind mit-einander verbunden.
Zum Beispiel sind Computer mit dem Internet verbunden.
Oder Züge fahren zu verschiedenen Städten.
So können Menschen und Dinge sich bewegen.
Die besten Angebote helfen nicht viel.
Sie helfen nicht wenn sie schwer erreichbar sind.
Bei der Bahn müssen Standards gleich werden.
Das gilt besonders zwischen verschiedenen Ländern.
Etwas geht über die Grenze zu anderen Ländern.
Zum Beispiel arbeiten Deutschland und Frankreich zusammen.
Oder ein Zug fährt von Deutschland nach Polen.
Das geht über die Grenze.
Es gibt Bereiche wo Menschen sich oft treffen.
Menschen treffen sich oft.
Sie sprechen viel miteinander.
Sie arbeiten eng zusammen.
Es gibt viel Kontakt zwischen den Menschen.
Dazu gehören Messen und Ausstellungen.
Dazu gehören besonders Restaurants.
Gastronomie bedeutet: Restaurants und Cafés.
Dort können Menschen essen und trinken.
Wir wollen den Betreibern die Arbeit erleichtern.
Wir wollen weniger Verwaltungs-Arbeit.
Wir wollen weniger unnötige Auflagen.
So können sie sich auf ihr Geschäft konzentrieren.
Das Geschäft ist die Betreuung der Gäste.
Jeder Gast ist besonders.
Individuell bedeutet: besonders für eine Person gemacht.
Ein barriere-freies Konzept ist wichtig.
Aber es muss auch genug Zeit bleiben.
Die Zeit braucht man für die konkrete Arbeit.
Man muss die Konzepte an den Gast bringen.
kobinet:
Gibt es in der CDU/CSU-Fraktion Pläne?
Es geht um Reisen ins Ausland.
Sollen die Bedingungen weiter verbessert werden?
Sollen Barrieren verringert werden?
Michael Kießling:
Barriere-freies Reisen war uns wichtig.
Es war wichtig in unseren Plänen als CDU/CSU-Fraktion.
Wir haben über Geld für die Deutsche Zentrale gesprochen.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus heißt kurz: DZT.
Das Geld ist nun gesichert.
Die DZT gibt bis heute die Daten weiter.
Die Daten sind für das System "Reisen für Alle".
Die Daten sind auch für die Prüfung von Hotels.
Eine Prüfung.
Die Prüfung zeigt: Eine Person kann etwas gut.
Nach der Prüfung bekommt die Person ein Zeugnis.
Das Zeugnis heißt auch Zertifikat.
Die DZT spielt eine wichtige Rolle.
Sie ermöglicht barriere-freie Reise-Angebote.
Sie plant barriere-freie Reise-Angebote.
Das gilt für Reisen ins Ausland.
Der normale Betrieb muss gut laufen.
Reibungslos bedeutet: Etwas läuft ohne Probleme.
Es gibt keine Störungen.
Alles funktioniert gut.
Dann kann man sich auf wichtige Bereiche konzentrieren.
Zu diesen Bereichen gehört die Barriere-Freiheit.
Es gab eine Frage zum Flug-Verkehr.
Die Frage war in der letzten Wahl-Periode.
Wie muss das Angebot angepasst werden?
Es geht um barriere-freie Wege ins Flugzeug.
Es gibt verschiedene Wege zum Ein-steigen.
Das kann in ein Flugzeug sein.
Oder in einen Zug.
Menschen können früh ein-steigen oder spät ein-steigen.
Verschiedene Flug-Gesellschaften haben sich beklagt.
Der Zugang zu besonderen Ein-stieg-Wegen ist ungeprüft.
Der Zugang soll fair für alle sein.
Oft nutzen Menschen ohne Behinderung dieses Angebot.
Sie nutzen es aus Bequemlichkeit.
Damit haben Menschen mit Behinderung weniger Platz.
Es gibt einen wichtigen Punkt:
Wie kommen die Hilfen bei denen an?
Die Hilfen sind für Barriere-Freiheit beim Reisen.
Sie sollen bei denen ankommen die sie brauchen.
Kann der Gesetz-Geber dort helfen?
Das wird noch diskutiert.
kobinet:
Wie wichtig ist der CDU/CSU-Fraktion das System?
Es geht um den Ausbau von "Reisen für Alle".
Das System gibt Informationen und macht Prüfungen.
Michael Kießling:
Wir freuen uns sehr.
Unsere Arbeit war erfolgreich.
Wir sind die CDU/CSU-Fraktion.
Wir haben für den Erhalt gekämpft.
Wir haben für die Modernisierung gekämpft.
Das war in der letzten Wahl-Periode.
Die Bayern Tourist GmbH hat sich gefunden.
Die Bayern Tourist GmbH heißt kurz: BTG.
Sie ist ein guter Koordinator für das Programm.
Sie ist erfahren und verlässlich.
"Reisen für Alle" hat jahrelang Wissen aufgebaut.
Expertise bedeutet: Besonderes Wissen über ein Thema.
Eine Person kennt sich sehr gut aus.
Es hat Kontakte zu Betroffenen-Verbänden.
Es hat einen bekannten Namen.
Das System hat einen hohen Wert für die Branche.
Den Wert wollten wir nicht verlieren.
Wir wissen dass das Anliegen sinnvoll ist.
Wir wissen auch dass dieses Programm sinnvoll ist.
Die BTG hat uns das bestätigt.
Das war vor wenigen Wochen.
Wir hatten um einen Bericht gebeten.
Die BTG beschreibt schon jetzt einen Anstieg.
Der Anstieg ist leicht aber erkennbar.
Die Nachfrage nach barriere-freien Angeboten steigt.
Die Nachfrage kommt von Firmen-Betreibern.
Sie kommt auch von Architekten.
Sie kommt von Barriere-Freiheits-Beauftragten.
Sie kommt von Inklusions-Beauftragten.
Sie kommt von Gästen.
Der Ansatz der BTG ist einfacher.
Er ist wirtschaftlich und kunden-orientiert.
Der Ansatz wird bisher sehr gut angenommen.
Das bestätigt uns als Politik.
Wir wollen diesen Bereich weiter fördern.
Wir wollen ihn zum Standard machen.
Das gilt besonders für städtische Einrichtungen.
kobinet:
Gibt es in der CDU/CSU-Fraktion Pläne?
Soll die Bundes-Initiative Barriere-Freiheit mit-arbeiten?
Sollen Vertreter von Menschen mit-arbeiten?
Diese Menschen sind von Barrieren betroffen.
Michael Kießling:
Das Bundes-Ministerium für Arbeit hat eine Arbeits-Gruppe gemacht.
Das war im Rahmen der Bundes-Initiative Barriere-Freiheit.
Der Arbeits-Gruppe gehört auch der Deutsche Behinderten-Rat an.
Die Arbeits-Gruppe hat die Prüf-Regeln überarbeitet.
Die Regeln sind für "Reisen für Alle".
Sie haben sie analysiert und angepasst.
Die neue Fassung wurde dem Beirat vorgelegt.
Der Beirat gehört zur Bundes-Initiative Barriere-Freiheit.
Er hat die Fassung am 9. April 2025 angenommen.
Nun müssen diese neuen Regeln getestet werden.
Das Testen muss in der Praxis passieren.
Dieser Prozess wird später bewertet.
Evaluation bedeutet: Etwas genau prüfen und bewerten.
Menschen schauen ob etwas gut funktioniert.
Betroffenen-Verbände müssen ihre Erfahrungen einbringen.
Das ist wichtig für die Bewertung.
In der Zwischen-Zeit wird es weitere Möglichkeiten geben.
Das kann bei öffentlichen Anhörungen passieren.
Der Austausch mit Betroffenen-Verbänden kann weiter-gehen.
Der Austausch kann auch mit Gruppen weiter-gehen.
Es gilt auch hier: Das beste Konzept hilft nichts.
Es hilft nicht wenn es die Lebens-Realität nicht kennt.
Es hilft nicht wenn die Maßnahmen nicht ankommen.
Die Maßnahmen müssen bei den Adressaten ankommen.
Es ist uns als CDU/CSU ein wichtiges Anliegen.
Wir verstehen Menschenwürde so:
Mit allen Menschen offen ins Gespräch treten.
Mit allen Menschen wert-schätzend ins Gespräch treten.
Es war 2011 die Initiative unserer Fraktion.
Mit "Reisen für Alle" wollten wir etwas erreichen.
Die Teilhabe an Erholung soll sicher sein.
Die Teilhabe an Kultur soll sicher sein.
Die Teilhabe an neuen Erfahrungen soll sicher sein.
Die Teilhabe an Genuss soll sicher sein.
Das gilt für alle Menschen.
"Reisen für Alle" soll verlässliche Informationen bereit-stellen.
Die Informationen sollen gut sein.
Sie sollen für die Ziel-Gruppe passend sein.
Das soll im ganzen Bundes-Gebiet passieren.
Für die Ziel-Gruppe passend kann es nur sein:
Wenn wir die Ziel-Gruppe kennen.
Wenn wir ihre Anliegen kennen.
Wenn wir ihre Herausforderungen kennen.
Deshalb haben wir immer den Austausch gesucht.
Den Austausch mit Betroffenen-Gruppen und -Verbänden.
Wir haben vor dies fort-zu-führen.
kobinet:
Vielen Dank für die Antworten auf unsere Fragen.
Vielen Dank für Ihr Angebot.
Sie können bei weiteren Fragen angesprochen werden.
Darauf kommen wir gern zurück.

Foto: Thomas Trutschel
BERLIN (kobinet) Mit Beginn des Herbstes 2025 haben sich bereits auch für dieses Jahr viele schöne Erinnerungen an Reisen, viele Fotos und bleibende Eindrücke angesammelt. Bei vielen Reisenden ist das jedoch ebenso mit der Frage verbunden: "Wie wird es nun mit dem barrierefreien Reisen in Deutschland weitergehen ?" Bis zum dritten Weltgipfel des barrierefreien Tourismus, der im italienischen Turin stattfinden wird, sind es nur noch vier Wochen. Mit den Reiseerinnerungen sind häufig ebenso erste Gedanken an weitere Reisen verbunden. Vom bewährten System "Reisen für Alle" in Deutschland war immer wieder einmal zu hören oder zu lesen - darunter aber auch mit der Aussage verbunden: Nach der Insolvenz der NatKo wird weiter am Erhalt dieses Informationssystems gearbeitet. Ja, und dann haben wir inzwischen eine neu gewählte Bundesregierung. So ist es interessant, zu erfahren, welche Ziele sich diese neue Bundesregierung in diesem Thema stellt. Dazu hat uns das Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der AG Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Kießling unsere Fragen beantwortet.
kobinet: Welche Schwerpunkte sieht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die weitere Entwicklung der Barrierefreiheit der Destinationen in Deutschland?
Michael Kiessling: Zentral für die Entwicklung der Barrierefreiheit ist aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vor allem die Zukunft der Infrastruktur, wobei Verkehr und digitale Infrastruktur gleichermaßen gemeint sind. Mobilität ist immer eine Kernfrage der Barrierefreiheit, weshalb wir als Fraktion einen flächendeckenden Ausbau von Mobilitätsträgern deutlich befürworten, gerade auch im ländlichen Raum. Die bessere Vernetzung stark frequentierter Routen nach Kriterien der Barrierefreiheit sowie die bessere Erschließung bisher unzugänglicher Bereiche, muss vorangetrieben werden. Das gilt vor allem für den Schienen- und Busverkehr. Der damit verbundene bauliche Aufwand muss sich auch mit einem grundsätzlichen Umdenken bei der städtebaulichen Planung verbinden lassen. Nur so kann die nachhaltige Nutzbarkeit der Anlagen für die gesamte Bevölkerung auf Dauer gewährleistet werden. Diese materielle Entwicklung muss jedoch auch angemessen auf digitaler Ebene gespiegelt werden. Der effektive Abbau von Barrieren beim Zugriff auf digitale Inhalte, gerade auch für seh- und hörgeschädigte Menschen, muss auch wesentlicher Aspekt der bundesweiten Bemühungen um einen grundlegenden Bürokratieabbau sein.
kobinet: Welche Schwerpunkte sieht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, um das Umfeld für ein Reisen ohne Barrieren in Deutschland (Bahn, ÖPVN, Hotellerie und Gastronomie, Kulturstätten und so weiter) zu fördern?
Michael Kiessling: Auch speziell für den touristischen Sektor muss der Bereich Verkehr in den Fokus gerückt werden, verbunden mit der grundsätzlichen Frage der Konnektivität. Die inhaltlich besten Angebote nützen wenig, wenn sie räumlich nicht erreichbar sind. Hier müssen, insbesondere bei der Bahn, Standards und Normierungen noch konsequenter vereinheitlicht werden, auch hinsichtlich des grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen einzelnen Bundesländern. Mit Blick auf begegnungsintensive Bereiche wie Messen, interaktive Ausstellungen, aber auch ganz zuvorderst die Gastronomie wollen wir den Betreibern jener Branchen die Arbeit dahingehend erleichtern, dass wir sie auch hier gezielt von Bürokratie und unnötigen Auflagen befreien. So können sie sich wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, die individuelle Ansprache und Betreuung ihrer Gäste. Ein barrierefreies Konzept ist immer eine wichtige Grundlage für die konkrete Arbeit, doch es muss auch genug Zeit bleiben, diese Konzepte ganz konkret an den Gast zu bringen.
kobinet: Gibt es in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Überlegungen, die Bedingungen für Reisen ins Ausland weiter zu verbessern und dabei das Verringern von Barrieren für Menschen mit Behinderungen zu unterstützen?
Michael Kiessling: Der Aspekt des barrierefreien Reisens hat auch eine wichtige Rolle in unseren Überlegungen als CDU/CSU-Fraktion gespielt, als wir die – nun erfolgreich gesicherte – haushälterische Ausstattung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) thematisiert haben. Die DZT spielt bis heute die Daten für das Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ aus und spielt insofern auch eine tragende Rolle in der Ermöglichung und Koordination barrierefreier touristischer Angebote im Bereich des Auslandstourismus. Auch hier gilt, dass der Grundbetrieb möglichst reibungslos laufen muss, um sich angemessen auf aufmerksamkeitsintensivere Bereiche wie den der Barrierefreiheit konzentrieren zu können. Etwa mit Blick auf den Flugverkehr wurde in der vergangenen Wahlperiode die Frage behandelt, wie gegebenenfalls in Zukunft das Angebot barrierefreier Boarding-Möglichkeiten angepasst werden müsste. Verschiedene Fluggesellschaften beklagten dabei, dass der auf Vermeidung von Diskriminierung angelegte ungeprüfte Zugang zu gesonderten Boarding-Möglichkeiten oft dazu führe, dass Menschen ohne einschlägige Beeinträchtigungen dieses Angebot aus Bequemlichkeit nutzten. Damit gingen Kapazitäten für die eigentliche Zielgruppe verloren. Der generelle Punkt, wie die Ressourcen für Barrierefreiheit beim Reisen auch direkt bei denen ankommen, die sie wirklich brauchen, und inwiefern der Gesetzgeber dort gegebenenfalls gegensteuern kann, wird aktuell noch diskutiert.
kobinet: In welchem Grad misst die CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem weiteren Ausbau des Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ Bedeutung bei?
Michael Kiessling: Wir freuen uns sehr, dass unsere intensiven Bemühungen als CDU/CSU-Fraktion um den Erhalt und die Modernisierung von „Reisen für Alle“ in der vergangenen Wahlperiode von Erfolg gekrönt waren. Mit der Bayern Tourist GmbH (BTG) hat sich ein kompetenter, erfahrener und verlässlicher Koordinator für das Programm gefunden. „Reisen für Alle“ hat in seiner jahrelang aufgebauten Expertise, seinen Kontakten zu Betroffenenverbänden und in seinem gewachsenen Wiedererkennungswert einen hohen Gesamtwert für die Branche, den es nicht einfach zu verwerfen galt. Wir wissen um die Sinnhaftigkeit des Anliegens und auch speziell um die Sinnhaftigkeit dieses Programms, was uns die BTG auch erst vor wenigen Wochen im Rahmen eines von uns erbetenen Sachstandsberichts bestätigt hat. Die BTG beschreibt zudem bereits jetzt einen leichten, aber durchaus erkennbaren Anstieg in der Nachfrage nach barrierefreien Angeboten, sowohl durch Unternehmensbetreiber selbst, aber auch durch Architekten, Barrierefreiheits- und Inklusionsbeauftragte und nicht zuletzt von Gästen. Der verschlankte, wirtschaftlich-kundenorientierte Ansatz der BTG wird bisher sehr gut angenommen, was uns seitens der Politik umso mehr darin bestätigt, dass wir dieses Segment weiter angemessen fördern und idealerweise zum Standard machen wollen. Letzteres gilt dabei insbesondere für kommunale Einrichtungen.
kobinet: Gibt es in der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen Vorstellungen darüber, die Bundesinitiative Barrierefreiheit und Vertreter jener Menschen, die von Barrieren betroffen sind, in die weitere Arbeit mit einzubinden?
Michael Kiessling: Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Bundesinitiative Barrierefreiheit einberufene Arbeitsgruppe, der auch zum Beispiel der Deutsche Behindertenrat angehört, haben zuletzt die Überarbeitung der Zertifizierungskriterien für „Reisen für Alle“ grundlegend analysiert und angepasst. Die angepasste Fassung wurde anschließend dem Beirat der Bundesinitiative Barrierefreiheit vorgelegt, der sie am 9. April 2025 angenommen hat. Nun gilt es, diese neuen Kriterien zunächst in der Praxis zu erproben. Dieser Prozess wird zu gegebener Zeit evaluiert, wobei natürlich auch Betroffenenverbände unbedingt wieder ihre Erfahrungen mit einbringen müssen, um die Aussagekraft der Evaluation zu gewährleisten. In der Zwischenzeit wird es zudem weitere Gelegenheiten geben, etwa im Rahmen öffentlicher Anhörungen, in denen der Austausch mit Betroffenenverbänden und Gruppen grundlegend fortgeführt werden kann. Wie innerhalb der zuvor getroffenen Ausführungen zu Mobilitätskonzepten gilt auch hier: Das beste Konzept nützt nichts, wenn es die Lebensrealität seiner Adressaten verkennt und deshalb die Maßnahmen nicht bei ihnen ankommen. Es ist uns als CDU/CSU ein zentrales Anliegen, im Rahmen unseres Verständnisses von Menschenwürde mit allen Menschen offen und wertschätzend ins Gespräch zu treten. Es war im Jahr 2011 die Initiative unserer Fraktion, mit der Schaffung von „Reisen für Alle“ die Teilhabe an Erholung, Kultur, Horizonterweiterung und nicht zuletzt Genuss für alle Menschen nicht dem Zufall zu überlassen. Vielmehr soll „Reisen für Alle“ verlässliche, qualitativ hochwertige und adressatengerechte Informationsangebote im ganzen Bundesgebiet bereitstellen. Adressatengerecht kann es aber wiederum nur sein, wenn wir die Adressaten kennen, mit ihren Anliegen und ihren Herausforderungen. Deswegen haben wir in der Vergangenheit immer wieder den Austausch mit Betroffenengruppen und -verbänden gesucht und haben auch vor, dies fortzuführen.
kobinet: Vielen Dank für Antworten auf unsere Fragen sowie für Ihr Angebot, Sie bei weiteren Fragen unserer Leserinnen und Leser wieder dazu anzusprechen. Darauf kommen wir gern zurück.

Foto: Thomas Trutschel
BERLIN (kobinet) Mit Beginn des Herbstes 2025 haben sich bereits auch für dieses Jahr viele schöne Erinnerungen an Reisen, viele Fotos und bleibende Eindrücke angesammelt. Bei vielen Reisenden ist das jedoch ebenso mit der Frage verbunden: "Wie wird es nun mit dem barrierefreien Reisen in Deutschland weitergehen ?" Bis zum dritten Weltgipfel des barrierefreien Tourismus, der im italienischen Turin stattfinden wird, sind es nur noch vier Wochen. Mit den Reiseerinnerungen sind häufig ebenso erste Gedanken an weitere Reisen verbunden. Vom bewährten System "Reisen für Alle" in Deutschland war immer wieder einmal zu hören oder zu lesen - darunter aber auch mit der Aussage verbunden: Nach der Insolvenz der NatKo wird weiter am Erhalt dieses Informationssystems gearbeitet. Ja, und dann haben wir inzwischen eine neu gewählte Bundesregierung. So ist es interessant, zu erfahren, welche Ziele sich diese neue Bundesregierung in diesem Thema stellt. Dazu hat uns das Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender der AG Tourismus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Kießling unsere Fragen beantwortet.
kobinet: Welche Schwerpunkte sieht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die weitere Entwicklung der Barrierefreiheit der Destinationen in Deutschland?
Michael Kiessling: Zentral für die Entwicklung der Barrierefreiheit ist aus Sicht der CDU/CSU-Bundestagsfraktion vor allem die Zukunft der Infrastruktur, wobei Verkehr und digitale Infrastruktur gleichermaßen gemeint sind. Mobilität ist immer eine Kernfrage der Barrierefreiheit, weshalb wir als Fraktion einen flächendeckenden Ausbau von Mobilitätsträgern deutlich befürworten, gerade auch im ländlichen Raum. Die bessere Vernetzung stark frequentierter Routen nach Kriterien der Barrierefreiheit sowie die bessere Erschließung bisher unzugänglicher Bereiche, muss vorangetrieben werden. Das gilt vor allem für den Schienen- und Busverkehr. Der damit verbundene bauliche Aufwand muss sich auch mit einem grundsätzlichen Umdenken bei der städtebaulichen Planung verbinden lassen. Nur so kann die nachhaltige Nutzbarkeit der Anlagen für die gesamte Bevölkerung auf Dauer gewährleistet werden. Diese materielle Entwicklung muss jedoch auch angemessen auf digitaler Ebene gespiegelt werden. Der effektive Abbau von Barrieren beim Zugriff auf digitale Inhalte, gerade auch für seh- und hörgeschädigte Menschen, muss auch wesentlicher Aspekt der bundesweiten Bemühungen um einen grundlegenden Bürokratieabbau sein.
kobinet: Welche Schwerpunkte sieht die CDU/CSU-Bundestagsfraktion, um das Umfeld für ein Reisen ohne Barrieren in Deutschland (Bahn, ÖPVN, Hotellerie und Gastronomie, Kulturstätten und so weiter) zu fördern?
Michael Kiessling: Auch speziell für den touristischen Sektor muss der Bereich Verkehr in den Fokus gerückt werden, verbunden mit der grundsätzlichen Frage der Konnektivität. Die inhaltlich besten Angebote nützen wenig, wenn sie räumlich nicht erreichbar sind. Hier müssen, insbesondere bei der Bahn, Standards und Normierungen noch konsequenter vereinheitlicht werden, auch hinsichtlich des grenzüberschreitenden Verkehrs zwischen einzelnen Bundesländern. Mit Blick auf begegnungsintensive Bereiche wie Messen, interaktive Ausstellungen, aber auch ganz zuvorderst die Gastronomie wollen wir den Betreibern jener Branchen die Arbeit dahingehend erleichtern, dass wir sie auch hier gezielt von Bürokratie und unnötigen Auflagen befreien. So können sie sich wieder mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, die individuelle Ansprache und Betreuung ihrer Gäste. Ein barrierefreies Konzept ist immer eine wichtige Grundlage für die konkrete Arbeit, doch es muss auch genug Zeit bleiben, diese Konzepte ganz konkret an den Gast zu bringen.
kobinet: Gibt es in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Überlegungen, die Bedingungen für Reisen ins Ausland weiter zu verbessern und dabei das Verringern von Barrieren für Menschen mit Behinderungen zu unterstützen?
Michael Kiessling: Der Aspekt des barrierefreien Reisens hat auch eine wichtige Rolle in unseren Überlegungen als CDU/CSU-Fraktion gespielt, als wir die – nun erfolgreich gesicherte – haushälterische Ausstattung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) thematisiert haben. Die DZT spielt bis heute die Daten für das Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ aus und spielt insofern auch eine tragende Rolle in der Ermöglichung und Koordination barrierefreier touristischer Angebote im Bereich des Auslandstourismus. Auch hier gilt, dass der Grundbetrieb möglichst reibungslos laufen muss, um sich angemessen auf aufmerksamkeitsintensivere Bereiche wie den der Barrierefreiheit konzentrieren zu können. Etwa mit Blick auf den Flugverkehr wurde in der vergangenen Wahlperiode die Frage behandelt, wie gegebenenfalls in Zukunft das Angebot barrierefreier Boarding-Möglichkeiten angepasst werden müsste. Verschiedene Fluggesellschaften beklagten dabei, dass der auf Vermeidung von Diskriminierung angelegte ungeprüfte Zugang zu gesonderten Boarding-Möglichkeiten oft dazu führe, dass Menschen ohne einschlägige Beeinträchtigungen dieses Angebot aus Bequemlichkeit nutzten. Damit gingen Kapazitäten für die eigentliche Zielgruppe verloren. Der generelle Punkt, wie die Ressourcen für Barrierefreiheit beim Reisen auch direkt bei denen ankommen, die sie wirklich brauchen, und inwiefern der Gesetzgeber dort gegebenenfalls gegensteuern kann, wird aktuell noch diskutiert.
kobinet: In welchem Grad misst die CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem weiteren Ausbau des Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ Bedeutung bei?
Michael Kiessling: Wir freuen uns sehr, dass unsere intensiven Bemühungen als CDU/CSU-Fraktion um den Erhalt und die Modernisierung von „Reisen für Alle“ in der vergangenen Wahlperiode von Erfolg gekrönt waren. Mit der Bayern Tourist GmbH (BTG) hat sich ein kompetenter, erfahrener und verlässlicher Koordinator für das Programm gefunden. „Reisen für Alle“ hat in seiner jahrelang aufgebauten Expertise, seinen Kontakten zu Betroffenenverbänden und in seinem gewachsenen Wiedererkennungswert einen hohen Gesamtwert für die Branche, den es nicht einfach zu verwerfen galt. Wir wissen um die Sinnhaftigkeit des Anliegens und auch speziell um die Sinnhaftigkeit dieses Programms, was uns die BTG auch erst vor wenigen Wochen im Rahmen eines von uns erbetenen Sachstandsberichts bestätigt hat. Die BTG beschreibt zudem bereits jetzt einen leichten, aber durchaus erkennbaren Anstieg in der Nachfrage nach barrierefreien Angeboten, sowohl durch Unternehmensbetreiber selbst, aber auch durch Architekten, Barrierefreiheits- und Inklusionsbeauftragte und nicht zuletzt von Gästen. Der verschlankte, wirtschaftlich-kundenorientierte Ansatz der BTG wird bisher sehr gut angenommen, was uns seitens der Politik umso mehr darin bestätigt, dass wir dieses Segment weiter angemessen fördern und idealerweise zum Standard machen wollen. Letzteres gilt dabei insbesondere für kommunale Einrichtungen.
kobinet: Gibt es in der CDU/CSU-Bundestagsfraktionen Vorstellungen darüber, die Bundesinitiative Barrierefreiheit und Vertreter jener Menschen, die von Barrieren betroffen sind, in die weitere Arbeit mit einzubinden?
Michael Kiessling: Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Rahmen der Bundesinitiative Barrierefreiheit einberufene Arbeitsgruppe, der auch zum Beispiel der Deutsche Behindertenrat angehört, haben zuletzt die Überarbeitung der Zertifizierungskriterien für „Reisen für Alle“ grundlegend analysiert und angepasst. Die angepasste Fassung wurde anschließend dem Beirat der Bundesinitiative Barrierefreiheit vorgelegt, der sie am 9. April 2025 angenommen hat. Nun gilt es, diese neuen Kriterien zunächst in der Praxis zu erproben. Dieser Prozess wird zu gegebener Zeit evaluiert, wobei natürlich auch Betroffenenverbände unbedingt wieder ihre Erfahrungen mit einbringen müssen, um die Aussagekraft der Evaluation zu gewährleisten. In der Zwischenzeit wird es zudem weitere Gelegenheiten geben, etwa im Rahmen öffentlicher Anhörungen, in denen der Austausch mit Betroffenenverbänden und Gruppen grundlegend fortgeführt werden kann. Wie innerhalb der zuvor getroffenen Ausführungen zu Mobilitätskonzepten gilt auch hier: Das beste Konzept nützt nichts, wenn es die Lebensrealität seiner Adressaten verkennt und deshalb die Maßnahmen nicht bei ihnen ankommen. Es ist uns als CDU/CSU ein zentrales Anliegen, im Rahmen unseres Verständnisses von Menschenwürde mit allen Menschen offen und wertschätzend ins Gespräch zu treten. Es war im Jahr 2011 die Initiative unserer Fraktion, mit der Schaffung von „Reisen für Alle“ die Teilhabe an Erholung, Kultur, Horizonterweiterung und nicht zuletzt Genuss für alle Menschen nicht dem Zufall zu überlassen. Vielmehr soll „Reisen für Alle“ verlässliche, qualitativ hochwertige und adressatengerechte Informationsangebote im ganzen Bundesgebiet bereitstellen. Adressatengerecht kann es aber wiederum nur sein, wenn wir die Adressaten kennen, mit ihren Anliegen und ihren Herausforderungen. Deswegen haben wir in der Vergangenheit immer wieder den Austausch mit Betroffenengruppen und -verbänden gesucht und haben auch vor, dies fortzuführen.
kobinet: Vielen Dank für Antworten auf unsere Fragen sowie für Ihr Angebot, Sie bei weiteren Fragen unserer Leserinnen und Leser wieder dazu anzusprechen. Darauf kommen wir gern zurück.





Ich habe die interessanten Fragen gelesen.
Auch Antworten und gar Lösungsansätze aus der Politik wären interessant. Das, was als Sichtweise der Fraktion eingefügt wurde, ist wenig ergiebig, verrät aber, in welchem Umfang mit Verbesserungen zu rechnen ist.