Urleben (kobinet)
Der VITT macht einen Rat-Geber.
VITT bedeutet: Verband für Inklusion und Teil-Habe Thüringen.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Niemand wird ausgeschlossen oder vergessen.
Teil-Habe bedeutet: bei etwas mit-machen.
Man kann mit-bestimmen.
Der Rat-Geber ist über das Persönliche Budget.
Das Persönliche Budget ist für Menschen mit Behinderungen.
Eine Behinderung macht Dinge schwierig.
Man kann nicht alles so machen wie andere Menschen.
Susanne Hüttenrauch arbeitet bei dem Rat-Geber mit.
Susanne wohnt in Urleben.
Urleben ist in Thüringen.
Susanne möchte: Mehr Menschen sollen über das Persönliche Budget wissen.
Susanne sagt: In Deutschland muss man oft kämpfen.
Man muss für seine Rechte kämpfen.
Aber: Seit 2008 gibt es ein Recht.
Menschen mit Behinderungen haben Recht auf Persönliches Budget.
Persönliches Budget ist Geld vom Amt.
Man kann damit einen Helfer bezahlen.
Man kann selbst entscheiden.
Das ist wichtig für ein selbst-bestimmtes Leben.
Selbst-bestimmt bedeutet: Du entscheidest selbst über dein Leben.
Du sagst selbst: Das will ich machen.
Aber der Weg ist schwer.
Susanne hat seit ihrer Geburt eine Quer-schnitts-Lähmung.
Quer-schnitts-Lähmung bedeutet: Das Rücken-Mark ist verletzt.
Man kann Arme oder Beine nicht bewegen.
Seit 2021 hat Susanne ein Persönliches Budget.
Susannes Leben ist jetzt viel besser.
Susanne sagt: Roll-stuhl-gerechte Wohnungen kosten zu viel Geld.
Roll-stuhl-gerecht bedeutet: Menschen im Roll-stuhl können dort gut rein-kommen.
Es gibt keine Treppen.
Die Türen sind breit genug.
Es gibt zu wenige Roll-stuhl-gerechte Wohnungen.
Ohne Persönliches Budget wäre Susanne ins Heim gekommen.
Susannes 88 Jahre alte Mutter auch.
Im Heim hätte Susanne keinen eigenen Garten gehabt.
Susanne hätte keine Haus-Tiere haben können.
Susanne hätte vielleicht um 18:30 Uhr ins Bett gemusst.
Das hätten andere Menschen bestimmt.
Früher war Susanne nicht immer zufrieden mit der Pflege.
Aber Susanne sagt: Die Pflege-Kräfte können nichts dafür.
Viele Pflege-Kräfte engagieren sich sehr.
Sich engagieren bedeutet: Sich für etwas einsetzen.
Man macht sich Mühe für andere Menschen.
Die Pflege-Kräfte denken an die Menschen.
Aber: Pflege-Kräfte haben wenig Zeit.
Das Gesetz sagt den Pflege-Kräften: So viel Zeit habt ihr.
Das ist zu wenig Zeit.
Das ist ein Problem vom System.
System bedeutet: Viele Teile arbeiten zusammen.
Die Teile haben feste Regeln.
Zum Beispiel: Das Verkehrs-System mit Ampeln und Straßen.
Jetzt hat Susanne persönliche Assistenz.
Eine Assistenz hilft einem Menschen.
Sie hilft bei Sachen im Alltag.
Susanne kann jederzeit um Hilfe bitten.
Zum Beispiel: beim Gang zur Toilette.
Mit Persönlichem Budget lebt es sich besser.
Man kann selbst bestimmen.
Schwer war für Susanne: Susanne musste Formulare ausfüllen.
Die Formulare heißen ITP.
ITP bedeutet: Integrierter Teil-Habe-Plan.
Integriert bedeutet: Etwas gehört dazu.
Es ist ein Teil von einem Ganzen.
Es ist mit-eingebaut.
Die Formulare sind sehr schwer.
In Thüringen braucht man diese Formulare.
Nur mit den Formularen kann man Persönliches Budget beantragen.
Beantragen bedeutet: Du willst etwas von einem Amt.
Du schreibst einen Brief oder füllst ein Formular aus.
Susanne sagt: Die Formulare müssen einfacher werden.
Susanne möchte den Rat-Geber mit-machen.
Menschen mit Behinderungen sollen den Rat-Geber schreiben.
Menschen mit Behinderungen sind Experten für sich selbst.
Menschen mit Behinderungen wissen am besten: Was brauchen sie?
Foto: Verband für Inklusion und Teilhabe Thüringen (VITT)
URLEBEN (kobinet) Der Verband für Inklusion und Teilhabe Thüringen (VITT) erarbeitet einen Ratgeber zum Persönlichen Budget für Menschen mit Beeinträchtigungen. Mitglied des aus Peer-Personen bestehenden Redaktionsteams ist auch Susanne Hüttenrauch. Die junge Frau aus Urleben im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis wünscht sich, dass das Thema Persönliches Budget mehr in die Öffentlichkeit kommt. "Ohne Kampf zu seinem Recht kommt man in Deutschland zu selten", sagt sie und fährt fort: "Aber immerhin gilt seit 2008 der Rechtsanspruch auf ein persönliches Budget. Menschen mit Behinderungen erhalten dann Geld statt Sachleistungen und können selbst entscheiden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben." Doch der Weg dahin ist steinig. Aber es lohnt sich, weiß auch Susanne Hüttenrauch aus Urleben, die seit ihrer Geburt mit einer inkompletten Querschnittslähmung lebt.
Seit 2021 hat Susannne Hüttenrauch ein Persönliches Budget. Ihre Lebensqualität hat sich damit erheblich verbessert, nicht nur was die Schlafenszeit betrifft. „Wohnungen, die rollstuhlgerecht und bezahlbar sind, gibt es nicht“, weiß Susanne Hüttenrauch. Ohne persönliches Budget wären sie und ihre 88-Jährige Mutter im Heim gelandet: Nichts mehr mit eigenem Garten, Haustieren und Besuch zu empfangen. Sie müssten dann vielleicht, weil es ein Arbeitsablauf oder jemand so bestimmt, um 18.30 Uhr ins Bett.
Nicht immer war sie mit der Pflege so ganz zufrieden, aber: „Der Pflegedienst kann da aber nichts dafür“, betont Susanne Hüttenrauch und lobt das persönliche Engagement vieler Pflegekräfte, „Da steht wirklich der Mensch in Vordergrund. Aber Pflegekräfte sind an gesetzliche Zeitvorgaben gebunden und haben bei mir oft genug beide Augen zugedrückt.“ Der Fehler liegt eindeutig im System. Dafür kann weder Pflegedienst noch die Behörden im Unstrut-Hainich-Kreis was“, so die Analyse der ausgebildeten Bürokauffrau. Strukturelles Defizit, nennt man dieses Phänomen in der Wissenschaft. Jetzt, mit persönlicher Assistenz, ist vieles für Susanne Hüttenrauch besser geworden: „Ich kann jederzeit auf Hilfe zurückgreifen, vor allem bei scheinbar banalen Sachen, wie dem Gang zu Toilette“. Kurzum: Mit persönlichem Budget und persönlicher Assistenz lebt es sicher besser und vor allem selbstbestimmter.
Ein besonders dicker Brocken auf dem Weg zum persönlichen Budget war für Susanne Hüttenrauch das Ausfüllen des ITP, des Integrierten Teilhabeplans samt Ergänzungsbögen. Der ist in Thüringen aber die zentrale Grundlage, um persönliches Budget beantragen zu können. „Das muss dringend einfacher gestaltet werden“, fordert Susanne Hüttenrauch. Keine leichte Aufgabe, aber mit Kämpferinnen wie Susanne Hüttenrauch und einem Optimus des Tuns, absolut möglich.
Eben aus dieser Erfahrung heraus möchte Susanne Hüttenrauch diesen Ratgeber und Praxisleitfaden für das persönliche Budget mit erarbeiten: Von und für Menschen mit Behinderungen. „Schließlich sind sie die besten Expertinnen und Experten in eigener Sache.“ stellt sie abschließend fest.
Foto: Verband für Inklusion und Teilhabe Thüringen (VITT)
URLEBEN (kobinet) Der Verband für Inklusion und Teilhabe Thüringen (VITT) erarbeitet einen Ratgeber zum Persönlichen Budget für Menschen mit Beeinträchtigungen. Mitglied des aus Peer-Personen bestehenden Redaktionsteams ist auch Susanne Hüttenrauch. Die junge Frau aus Urleben im thüringischen Unstrut-Hainich-Kreis wünscht sich, dass das Thema Persönliches Budget mehr in die Öffentlichkeit kommt. "Ohne Kampf zu seinem Recht kommt man in Deutschland zu selten", sagt sie und fährt fort: "Aber immerhin gilt seit 2008 der Rechtsanspruch auf ein persönliches Budget. Menschen mit Behinderungen erhalten dann Geld statt Sachleistungen und können selbst entscheiden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben." Doch der Weg dahin ist steinig. Aber es lohnt sich, weiß auch Susanne Hüttenrauch aus Urleben, die seit ihrer Geburt mit einer inkompletten Querschnittslähmung lebt.
Seit 2021 hat Susannne Hüttenrauch ein Persönliches Budget. Ihre Lebensqualität hat sich damit erheblich verbessert, nicht nur was die Schlafenszeit betrifft. „Wohnungen, die rollstuhlgerecht und bezahlbar sind, gibt es nicht“, weiß Susanne Hüttenrauch. Ohne persönliches Budget wären sie und ihre 88-Jährige Mutter im Heim gelandet: Nichts mehr mit eigenem Garten, Haustieren und Besuch zu empfangen. Sie müssten dann vielleicht, weil es ein Arbeitsablauf oder jemand so bestimmt, um 18.30 Uhr ins Bett.
Nicht immer war sie mit der Pflege so ganz zufrieden, aber: „Der Pflegedienst kann da aber nichts dafür“, betont Susanne Hüttenrauch und lobt das persönliche Engagement vieler Pflegekräfte, „Da steht wirklich der Mensch in Vordergrund. Aber Pflegekräfte sind an gesetzliche Zeitvorgaben gebunden und haben bei mir oft genug beide Augen zugedrückt.“ Der Fehler liegt eindeutig im System. Dafür kann weder Pflegedienst noch die Behörden im Unstrut-Hainich-Kreis was“, so die Analyse der ausgebildeten Bürokauffrau. Strukturelles Defizit, nennt man dieses Phänomen in der Wissenschaft. Jetzt, mit persönlicher Assistenz, ist vieles für Susanne Hüttenrauch besser geworden: „Ich kann jederzeit auf Hilfe zurückgreifen, vor allem bei scheinbar banalen Sachen, wie dem Gang zu Toilette“. Kurzum: Mit persönlichem Budget und persönlicher Assistenz lebt es sicher besser und vor allem selbstbestimmter.
Ein besonders dicker Brocken auf dem Weg zum persönlichen Budget war für Susanne Hüttenrauch das Ausfüllen des ITP, des Integrierten Teilhabeplans samt Ergänzungsbögen. Der ist in Thüringen aber die zentrale Grundlage, um persönliches Budget beantragen zu können. „Das muss dringend einfacher gestaltet werden“, fordert Susanne Hüttenrauch. Keine leichte Aufgabe, aber mit Kämpferinnen wie Susanne Hüttenrauch und einem Optimus des Tuns, absolut möglich.
Eben aus dieser Erfahrung heraus möchte Susanne Hüttenrauch diesen Ratgeber und Praxisleitfaden für das persönliche Budget mit erarbeiten: Von und für Menschen mit Behinderungen. „Schließlich sind sie die besten Expertinnen und Experten in eigener Sache.“ stellt sie abschließend fest.




