Washington D.C. (kobinet)
Heute ist ein wichtiger Tag.
Heute vor 35 Jahren wurde ein wichtiges Gesetz gemacht.
Das war am 26. Juli 1990.
Der damalige US-Präsident George H.W. Bush hat das Gesetz unterschrieben.
Das Gesetz heißt Americans with Disabilities Act.
Man sagt auch ADA dazu.
In Deutschland kennt man das Gesetz auch.
Hier nennt man es: US-amerikanisches Anti-Diskriminierungs-Gesetz für behinderte Menschen.
Anti-Diskriminierung bedeutet: Niemand darf schlecht behandelt werden.
Diskriminierung bedeutet: Eine Person wird schlechter behandelt als andere.
Das Gesetz ist seit diesem Tag gültig.
Heute gibt es Probleme in den USA.
US-Präsident Donald Trump greift die Rechte von behinderten Menschen an.
Auch die Republikaner machen das.
Die Republikaner sind eine Partei in den USA.
Deshalb müssen behinderte Menschen ihre Rechte verteidigen.
In Deutschland warten behinderte Menschen noch immer.
Sie warten auf Barriere-Freiheit.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Es gibt keine Hindernisse für niemanden.
Private Firmen sollen barriere-frei werden.
Das bedeutet: Geschäfte sollen für alle Menschen zugänglich sein.
Auch Dienst-Leistungen sollen für alle zugänglich sein.
Dienst-Leistungen bedeutet: Hilfen von Ämtern und Firmen.
Zum Beispiel: Beratung oder Unterstützung.
Menschen bekommen diese Hilfen.
Die Hilfen kosten manchmal Geld.
In anderen Ländern ist das schon lange normal.
In Deutschland geht das sehr langsam.
Das kritisiert Prof. Dr. Sigrid Arande.
Sie spricht für die LIGA Selbst-Vertretung.
Selbst-Vertretung bedeutet: Menschen sprechen für sich selbst.
Sie sagen ihre Meinung.
Sie entscheiden selbst über ihr Leben.
Niemand anderes spricht für sie.
LIGA Selbst-Vertretung ist eine Organisation von behinderten Menschen.
Besonders ärgert sie sich über 2 Ministerien.
Das Wirtschafts-Ministerium wird von der CDU geleitet.
Das Innen-Ministerium wird von der CSU geleitet.
Diese 2 Ministerien blockieren ein wichtiges Gesetz.
Das Gesetz heißt Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Man sagt auch BGG dazu.
Eigentlich sollte das Gesetz Anfang August beschlossen werden.
Aber das wurde verhindert.
Das Gesetz soll mehr Barriere-Freiheit bringen.
Ottmar Miles-Paul ist auch von der LIGA Selbst-Vertretung.
Er war Ende der 80er Jahre in den USA.
Dort hat er miterlebt wie das ADA-Gesetz entwickelt wurde.
Er hat sogar vor dem Weißen Haus demonstriert.
Das Weiße Haus ist der Arbeits-Platz des US-Präsidenten.
Ottmar Miles-Paul weiß: Das ADA-Gesetz ist sehr wichtig.
Es hat viel verändert in den USA.
Behinderte Menschen können besser am Leben teilnehmen.
Es gibt mehr Barriere-Freiheit.
In Deutschland geht alles viel langsamer.
Das findet Ottmar Miles-Paul beschämend.
Die Regeln sind auch sehr kompliziert.
Dabei ist die Sache eigentlich einfach.
Alle Menschen sollen gleich-berechtigt am Leben teilnehmen können.
Wenn etwas noch nicht barriere-frei ist: Dann müssen angemessene Vorkehrungen gemacht werden.
Angemessene Vorkehrungen bedeutet: Besondere Hilfen für Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel: Rampen für Roll-Stuhl-Fahrer.
Oder leichte Sprache für Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.
Diese Hilfen machen Teilhabe möglich.
Man muss Hilfen anbieten.
Damit behinderte Menschen trotzdem mitmachen können.
Die LIGA Selbst-Vertretung fordert die Regierung auf: Macht endlich eure Hausaufgaben!
Die Regierung besteht aus CDU, CSU und SPD.
Im Koalitions-Vertrag haben sie versprochen: Wir sorgen für mehr Barriere-Freiheit.
Koalitions-Vertrag bedeutet: Parteien schreiben ihre Pläne auf.
Es ist ein Vertrag zwischen den Parteien die zusammen regieren.
In Deutschland soll es klare Rechte geben.
Diese Rechte sollen einklagbar sein.
Einklagbar bedeutet: Man kann vor Gericht gehen.
Man kann seine Rechte dort durchsetzen.
Das Gericht entscheidet dann.
Menschen haben das Recht dazu.
Die LIGA Selbst-Vertretung gratuliert den Menschen in den USA.
Sie feiern das 35-jährige Jubiläum ihres wichtigen Gesetzes.
Die LIGA bedankt sich für das Engagement.
Engagement bedeutet: Du machst etwas freiwillig.
Du hilfst anderen Menschen gerne.
Du setzt dich für eine gute Sache ein.
In den USA ist es gerade schwer.
Donald Trump macht Politik gegen Vielfalt und Gleichstellung.
Gleichstellung bedeutet: Alle Menschen werden gleich behandelt.
Frauen und Männer haben gleiche Rechte.
Deshalb müssen die Menschen dort besonders kämpfen.
Es gibt einen Podcast über das ADA-Gesetz.
Der Podcast heißt Echt behindert.
Er ist von der Deutschen Welle.
Ottmar Miles-Paul hat dort das Gesetz erklärt.
Das war am 4.9.2020 zum 30-jährigen Bestehen des Gesetzes.

Foto: Christian Bayerlein
Washington, D.C. (kobinet) Heute vor 35 Jahren, am 26. Juli 1990, hat der damalige US-Präsident George H.W. Bush den Americans with Disabilities Act (ADA), der in Deutschland als das US-amerikanische Antidiskriminierungsgesetz für behinderte Menschen bekannt ist, unterzeichnet. Damit konnte das Gesetz in Kraft treten. Während dieser Jahrestag angesichts der massiven Angriffe von US Präsident Donald Trump und den regierenden Republikanern in den USA von der Verteidigung der damals gewonnenen Rechte gepärgt ist, warten behinderte Menschen in Deutschland immer noch darauf, dass private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Barrierefreiheit verpflichtet werden. Denn hierzulande scheint das, was in anderen Ländern schon lange Praxis ist, anscheinend nicht möglich zu sein, kritisierte die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Prof. Dr. Sigrid Arande, das Schneckentempo in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion in Deutschland. Vor allem die aktuelle Blockade der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) durch das CDU-geführte Wirtschaftsministerium und das CSU-geführte Innenministerium erhitzt in Deutschland derzeit die Gemüter. Für Anfang August war ursprünglich der Kabinettsbeschluss für die Reform des BGG für mehr Barrierefreiheit geplant.
„Ich hatte Ende der 80er Jahre das Glück den Prozess der Entwicklung des Americans with Disabilities Act (ADA) während meines USA-Aufenthaltes hautnah miterleben und sogar für das Gesetz vor dem Weißen Haus demonstrieren zu dürfen. Daher weiß ich um die Kraft dieses Gesetzes und welche Veränderungen dieses über die Jahre hinweg in Sachen Barrierefreiheit und Teilhabe behinderter Menschen in den USA gebracht hat. Umso beschämender finde ich es, dass wir in Deutschland nach wie vor nur im Schneckentempo und mit zum Teil mit hochkomplizierten Regelungen in Sachen Barrierefreiheit vorankommen. Dabei ist die Sache ganz einfach: Allen muss die Gelegenheit gegeben werden, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Und wenn etwas noch nicht barrierefrei ist, dann müssen angemessene Vorkehrungen bereitgestellt werden“, erklärte Ottmar Miles-Paul von der LIGA Selbstvertretung.
Die LIGA Selbstvertretung dringt daher darauf, dass die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD möglichst schnell ihre Hausaufgaben macht, die sie sich im Koalitionsvertrag aufgegeben hat, und auch in Deutschland für klare und einklagbare Rechte in Sachen Barrierefreiheit sorgt. Die LIGA Selbstvertretung gratuliert den Aktiven in den USA zu ihrem wichtigen 35jährigen Jubiläum des Gesetzesunterzeichnung und bedankt sich für das menschenrechtliche Engagement der Akteur*innen in den USA, die derzeit unter der Politik von Donald Trump im Kampf für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion besonders gefordert sind.
Im Podcast „Echt behindert“ der Deutschen Welle vom 4.9.2020 hat Ottmar Miles-Paul die Regelungen des Americans With Disabilities Act von 1990 anlässlich des 30jährigen Bestehen des Gesetzes erläutert.

Foto: Christian Bayerlein
Washington, D.C. (kobinet) Heute vor 35 Jahren, am 26. Juli 1990, hat der damalige US-Präsident George H.W. Bush den Americans with Disabilities Act (ADA), der in Deutschland als das US-amerikanische Antidiskriminierungsgesetz für behinderte Menschen bekannt ist, unterzeichnet. Damit konnte das Gesetz in Kraft treten. Während dieser Jahrestag angesichts der massiven Angriffe von US Präsident Donald Trump und den regierenden Republikanern in den USA von der Verteidigung der damals gewonnenen Rechte gepärgt ist, warten behinderte Menschen in Deutschland immer noch darauf, dass private Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Barrierefreiheit verpflichtet werden. Denn hierzulande scheint das, was in anderen Ländern schon lange Praxis ist, anscheinend nicht möglich zu sein, kritisierte die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Prof. Dr. Sigrid Arande, das Schneckentempo in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion in Deutschland. Vor allem die aktuelle Blockade der Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) durch das CDU-geführte Wirtschaftsministerium und das CSU-geführte Innenministerium erhitzt in Deutschland derzeit die Gemüter. Für Anfang August war ursprünglich der Kabinettsbeschluss für die Reform des BGG für mehr Barrierefreiheit geplant.
„Ich hatte Ende der 80er Jahre das Glück den Prozess der Entwicklung des Americans with Disabilities Act (ADA) während meines USA-Aufenthaltes hautnah miterleben und sogar für das Gesetz vor dem Weißen Haus demonstrieren zu dürfen. Daher weiß ich um die Kraft dieses Gesetzes und welche Veränderungen dieses über die Jahre hinweg in Sachen Barrierefreiheit und Teilhabe behinderter Menschen in den USA gebracht hat. Umso beschämender finde ich es, dass wir in Deutschland nach wie vor nur im Schneckentempo und mit zum Teil mit hochkomplizierten Regelungen in Sachen Barrierefreiheit vorankommen. Dabei ist die Sache ganz einfach: Allen muss die Gelegenheit gegeben werden, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Und wenn etwas noch nicht barrierefrei ist, dann müssen angemessene Vorkehrungen bereitgestellt werden“, erklärte Ottmar Miles-Paul von der LIGA Selbstvertretung.
Die LIGA Selbstvertretung dringt daher darauf, dass die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD möglichst schnell ihre Hausaufgaben macht, die sie sich im Koalitionsvertrag aufgegeben hat, und auch in Deutschland für klare und einklagbare Rechte in Sachen Barrierefreiheit sorgt. Die LIGA Selbstvertretung gratuliert den Aktiven in den USA zu ihrem wichtigen 35jährigen Jubiläum des Gesetzesunterzeichnung und bedankt sich für das menschenrechtliche Engagement der Akteur*innen in den USA, die derzeit unter der Politik von Donald Trump im Kampf für Vielfalt, Gleichstellung und Inklusion besonders gefordert sind.
Im Podcast „Echt behindert“ der Deutschen Welle vom 4.9.2020 hat Ottmar Miles-Paul die Regelungen des Americans With Disabilities Act von 1990 anlässlich des 30jährigen Bestehen des Gesetzes erläutert.




