Berlin (kobinet)
Die Präsidentin vom Sozial-Verband VdK heißt Verena Bentele.
Sie hat etwas Wichtiges gesagt.
Es gibt eine neue Studie über das Bürger-Geld.
Die Studie hat der Verein Sanktions-frei gemacht.
Die Studie wurde am 23. Juni 2025 veröffentlicht.
Wenn etwas veröffentlicht ist, können alle Menschen es sehen oder lesen.
Man stellt Texte, Bilder oder Videos für alle bereit.
Verena Bentele sagt:
Die Studie zeigt wichtige Ergebnisse.
74 von 100 Menschen mit Bürger-Geld wollen arbeiten.
Sie wollen schnell einen Job finden.
Sie wollen genug Geld zum Leben verdienen.
Aber viele Menschen haben Probleme.
Mehr als die Hälfte ist krank.
Oder sie haben eine Behinderung.
Diese Menschen brauchen mehr Hilfe.
Verena Bentele sagt:
Viele ältere Menschen finden keine Arbeit.
Menschen mit Schwer-Behinderung finden auch keine Arbeit.
Die Arbeit-Geber stellen sie nicht ein.
Der VdK fordert:
Die Job-Center brauchen mehr Mitarbeiter.
Diese Mitarbeiter sollen Menschen mit Behinderung helfen.
Und Menschen bei der Reha helfen.
Wer bekommt Bürger-Geld?
Das sind vor allem:
- Kinder und Jugendliche
- Allein-Erziehende mit kleinen Kindern
- Menschen die Angehörige pflegen
- Menschen die einen Sprach-Kurs machen
- Menschen die eine Ausbildung machen
- Menschen die arbeiten aber zu wenig Geld bekommen
Verena Bentele sagt:
Viele Menschen haben Vor-Urteile.
Sie denken schlecht über Menschen mit Bürger-Geld.
Aber das ist falsch.
Die Studie zeigt auch:
Das Bürger-Geld ist zu wenig.
In der Hälfte der Familien reicht das Geld nicht für Essen.
Die Menschen müssen beim Essen sparen.
Das ist nicht richtig.
Das Grund-Gesetz sagt:
Alle Menschen müssen genug zum Leben haben.
Dazu gehört auch genug Essen.
Der VdK fordert:
Das Bürger-Geld muss höher werden.
Es muss für gesundes Essen reichen.
Man muss neu berechnen wie viel Geld die Menschen brauchen.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Die Präsidentin des Sozialverband VdK, Verena Bentele, hat sich zur am 23. Juni 2025 veröffentlichten Bürgergeld-Studie des Vereins Sanktionsfrei mit einem Statement zu Wort gemeldet: "Die Studie belegt klar, dass eine überwältigende Mehrheit von 74 Prozent möglichst schnell das Bürgergeld verlassen und eine existenzsichernde Arbeit aufnehmen möchte, doch viele stehen vor großen Hürden. Über die Hälfte der Befragten ist gesundheitlich eingeschränkt und benötigt dringend mehr Unterstützung durch die Jobcenter. Neben den Älteren werden vor allem Menschen mit Schwerbehinderung kaum von Arbeitgebern eingestellt. Deshalb fordert der VdK seit Langem gezielt den Ausbau der Reha- und Schwerbehinderten-Teams in den Jobcentern, um diese Menschen besser zu fördern. Darüber hinaus betrifft das Bürgergeld vor allem Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende mit kleinen Kindern, pflegende Angehörige sowie Personen, die einen Sprachkurs, eine Weiterbildung oder Ausbildung absolvieren oder in Arbeit sind, aber ergänzend auf Bürgergeld angewiesen sind, also aufstocken müssen. Diese Fakten stehen in klarem Widerspruch zu den weit verbreiteten Vorurteilen gegen Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger."
Gleichzeitig bestätigten nach Ansicht von Verena Bentele die Ergebnisse, was bereits andere Untersuchungen zeigen: „Die aktuellen Regelsätze reichen nicht aus, um sich ausreichend zu ernähren – in mindestens der Hälfte der befragten Haushalte reicht das Geld nicht für regelmäßiges Essen. Wenn bedürftige Menschen an Essen sparen müssen, verfehlen die Regelsätze ihr Ziel, das verfassungsrechtlich vorgeschriebene Existenzminimum sicherzustellen. Wir brauchen Regelsätze, die eine ausreichende und gesunde Ernährung ermöglichen.“ Der VdK fordert daher eine realistische Neuberechnung und zusätzliche Erhöhung der Regelsätze auf Basis der tatsächlichen Lebenshaltungskosten.

Foto: Susie Knoll
Berlin (kobinet) Die Präsidentin des Sozialverband VdK, Verena Bentele, hat sich zur am 23. Juni 2025 veröffentlichten Bürgergeld-Studie des Vereins Sanktionsfrei mit einem Statement zu Wort gemeldet: "Die Studie belegt klar, dass eine überwältigende Mehrheit von 74 Prozent möglichst schnell das Bürgergeld verlassen und eine existenzsichernde Arbeit aufnehmen möchte, doch viele stehen vor großen Hürden. Über die Hälfte der Befragten ist gesundheitlich eingeschränkt und benötigt dringend mehr Unterstützung durch die Jobcenter. Neben den Älteren werden vor allem Menschen mit Schwerbehinderung kaum von Arbeitgebern eingestellt. Deshalb fordert der VdK seit Langem gezielt den Ausbau der Reha- und Schwerbehinderten-Teams in den Jobcentern, um diese Menschen besser zu fördern. Darüber hinaus betrifft das Bürgergeld vor allem Kinder und Jugendliche, Alleinerziehende mit kleinen Kindern, pflegende Angehörige sowie Personen, die einen Sprachkurs, eine Weiterbildung oder Ausbildung absolvieren oder in Arbeit sind, aber ergänzend auf Bürgergeld angewiesen sind, also aufstocken müssen. Diese Fakten stehen in klarem Widerspruch zu den weit verbreiteten Vorurteilen gegen Bürgergeldempfängerinnen und -empfänger."
Gleichzeitig bestätigten nach Ansicht von Verena Bentele die Ergebnisse, was bereits andere Untersuchungen zeigen: „Die aktuellen Regelsätze reichen nicht aus, um sich ausreichend zu ernähren – in mindestens der Hälfte der befragten Haushalte reicht das Geld nicht für regelmäßiges Essen. Wenn bedürftige Menschen an Essen sparen müssen, verfehlen die Regelsätze ihr Ziel, das verfassungsrechtlich vorgeschriebene Existenzminimum sicherzustellen. Wir brauchen Regelsätze, die eine ausreichende und gesunde Ernährung ermöglichen.“ Der VdK fordert daher eine realistische Neuberechnung und zusätzliche Erhöhung der Regelsätze auf Basis der tatsächlichen Lebenshaltungskosten.





Die Angriffe auf das Bürgergeld und die Eingliederungshilfe laufen parallel und das ist kein Zufall. In beiden Fällen wird die Debatte nicht über reale Bedarfe oder über Menschenrechte geführt, sondern über Kosten, Haushaltsdisziplin und angebliche Fehlanreize. Bürgergeldempfängerinnen und Bürgergeldempfänger gelten plötzlich wieder als zu bequem, Nutzerinnen und Nutzer der Eingliederungshilfe als zu teuer. Es ist das alte Spiel. Wer keine ökonomische Verwertbarkeit vorweisen kann, wird moralisch entwertet. Statt die soziale Infrastruktur an die Realität anzupassen, also an wachsende Armut, demografischen Wandel oder eine gestiegene Lebenserwartung von Menschen mit Behinderung, wird die Realität passend gemacht zur Sparlogik.
Besonders deutlich wird das am Beispiel der Tafeln. Sie müssen einspringen, weil der Staat sich zunehmend zurückzieht. Ursprünglich gedacht als ergänzende Initiative gegen Lebensmittelverschwendung, sind sie heute systemrelevant geworden, aber ohne systemische Absicherung. Woche für Woche versorgen sie bis zu zwei Millionen Menschen mit dem Nötigsten, weil die Regelsätze nicht reichen, weil Menschen trotz Arbeit aufstocken müssen, weil gesellschaftliche Teilhabe im Alltag längst unerschwinglich geworden ist. Das ist keine Notlösung mehr, sondern ein stillschweigender Ersatz für staatliche Grundsicherung. Politisch bequem, gesellschaftlich fatal.
Was als haushaltspolitische Vernunft verkauft wird, ist in Wahrheit eine politische Verschiebung. Es geht weg von echter Teilhabe hin zur konditionierten Unterstützung. Beide Leistungen, das Bürgergeld wie die Eingliederungshilfe, werden gezielt delegitimiert. Das Bürgergeld wird als Einladung zum Müßiggang diffamiert, die Eingliederungshilfe als unkontrollierbares Kostenrisiko dargestellt. Dabei handelt es sich bei beiden nicht um großzügige Geschenke, sondern um rechtsverbriefte soziale Ansprüche. Dass ausgerechnet diese Rechte jetzt öffentlich zur Disposition gestellt werden, zeigt die Richtung der aktuellen Politik. Es ist ein Sozialstaat im Rückzug, der nicht mehr schützt, sondern sortiert.
Wer diese Entwicklung nicht als einheitlich begreift, wird sie nicht stoppen können. Die Debatte über Fehlanreize, moralische Zumutbarkeit oder angeblich explodierende Sozialausgaben ist keine technische Frage, sondern eine ideologische Entscheidung. Sie bereitet den Boden für eine Sozialpolitik, in der nicht mehr der individuelle Bedarf über Leistungen entscheidet, sondern die ökonomische Verwertbarkeit über gesellschaftliche Zugehörigkeit.