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HÜRTH (kobinet) Anlässlich des heutigen Internationalen Tags des Ehrenamtes würdigt die Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen die unverzichtbare Rolle der Ehrenamtlichen in den Lebenshilfe-Räten und hebt die bedeutende Arbeit von Eltern und Angehörige hervor. Diese engagierten Personen tragen maßgeblich dazu bei, die Selbstbestimmung und Lebensqualität von Menschen mit Behinderung zu verbessern und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.
Die Lebenshilfe-Räte in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind ein zentrales Element der Selbstvertretung und Mitbestimmung. Sie ermöglichen Menschen mit Behinderung, aktiv an Entscheidungsprozessen teilzunehmen und ihre Anliegen direkt zu artikulieren. „Ehrenamtliches Engagement in den Lebenshilfe-Räten ist ein wesentlicher Pfeiler unserer Arbeit“, betont Axel Bormer, Projektkoordinator zur Stärkung der Lebenshilfe-Räte bei der Lebenshilfe NRW. „Mit den im Frühjahr erstmals gewählten vier Regionalsprecher:innen in NRW wurde die Vernetzung der Lebenshilfe-Räte mit dem Lebenshilfe-Rat des Landesverbandes nochmals gestärkt. Gleichzeitig wollen diese vier Selbstvertreter:innen, die regionalen Lebenshilfen Räte vernetzen.“
In der Arbeit der Lebenshilfe-Räte sind Eltern und Angehörige von Menschen mit Behinderungen wichtige Partner in der Arbeit der Lebenshilfe in Nordrhein-Westfalen. Durch ihr unermüdliches Engagement tragen sie maßgeblich zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Angehörigen bei. Sie leisten individuelle Unterstützung, die auf die speziellen Bedürfnisse und Fähigkeiten ihrer Familienmitglieder abgestimmt ist. Als Fürsprecher setzen sie sich aktiv für die Rechte und Interessen von Menschen mit Behinderungen ein und fordern deren gesellschaftliche Inklusion. Ihr Engagement und ihr unermüdlicher Kampf gegen die Bürokratie für die Rechte ihrer (erwachsenen) Kinder wird gesellschaftlich nach wie vor viel zu wenig gewürdigt.
Darüber hinaus schaffen sie wertvolle Netzwerke, die den Austausch von Informationen und Erfahrungen ermöglichen, und leisten Bildungs- und Aufklärungsarbeit, um Vorurteile abzubauen und das Bewusstsein in der Gesellschaft zu schärfen.
Einen weiteren wichtigen Aspekt des ehrenamtlichen Engagements sieht die Lebenshilfe in der Vernetzung mit lokalen Strukturen. Die Lebenshilfe NRW setzt sich dafür ein, dass Ehrenamtliche in bestehenden Netzwerken zunehmend eingebunden werden, um ihr Engagement inklusiver, wirkungsvoller und nachhaltiger zu machen.





Dass Eltern sich für Ihre Kinder mit Beeinträchtigungen in Sondereinrichtungen einsetzen, würde ich nicht als Ehrenamt bezeichnen. In der Regel liegt es in der Natur der Sache, dass Eltern sich für das Wohl ihrer Kinder einsetzen. Genauso sollte es in der Natur der Sache liegen, dass solches Engagement entsprechend unterstützt und nicht mit einer Ehrennadel zum 25. jährigen Jubiläum abgetan wird. Der Prozess, sein Kind in einer solchen Einrichtung zu übergeben, erfordert Mut und Überwindung. Alleine der Respekt vor dieser Entscheidung macht eine professionelle Einbeziehung der Angehörigen in die Behindertenhilfe unumgänglich.
Ich möchte gerne dazu sagen, dass von Ehrenamtlichen sehr viel erwartet wird. Vielleicht auch in Zeiten des Fachkräftemangels wird in Ehrenamtlichen eine Problemlösung gesehen. Die heute engagierten Eltern von Erwachsenen Behinderten sind oft selbst schon älter und am Limit durch ihren jahrelangen Einsatz für ihre Kinder.
Ehrenamt ist ein wichtiger Baustein für Teilhabe, aber keineswegs der Schlüssel. Teilhabe erfordert umfassendere gesellschaftliche, politische und strukturelle Veränderungen. Ehrenamt kann unterstützen, ersetzt jedoch keine barrierefreien Rahmenbedingungen, gesetzlichen Regelungen oder eine inklusive Grundhaltung in der Gesellschaft.
Doch die Lebenshilfe behauptet im Artikel keineswegs das, was der Titel suggeriert – ein weiteres Beispiel für die Diskrepanz zwischen Überschrift und Inhalt. Der Titel „Ehrenamt als Schlüssel zur Teilhabe“ weckt den Eindruck, dass das Ehrenamt eine Lösung oder ein zentraler Faktor für gesellschaftliche Teilhabe sei. Diese Aussage wird jedoch im Artikel weder direkt gemacht noch durch Argumente gestützt.
Tatsächlich beschreibt der Artikel die wichtige Rolle des Ehrenamts innerhalb der Lebenshilfe und hebt insbesondere die Arbeit von Eltern und Angehörigen hervor. Diese Tätigkeit ist zweifelsohne wertvoll und trägt zur Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen bei, bleibt aber ein spezifischer Aspekt. Der Titel hingegen führt die Lesenden auf eine falsche Fährte, da er eine universelle Gültigkeit suggeriert, die der Artikel nicht hergibt.
Die Lebenshilfe selbst hebt die Bedeutung des Ehrenamts im Kontext ihrer Arbeit hervor, ohne jedoch den Anspruch zu erheben, dass Ehrenamt ein „Schlüssel zur Teilhabe“ sei. Diese Fehleinschätzung entsteht durch die Wahl des Titels, der die Diskussion über Teilhabe in einen zu engen Rahmen drängt und wichtige Aspekte wie Barrierefreiheit, gesetzliche Maßnahmen oder strukturelle Veränderungen außen vor lässt.
Eine präzisere Überschrift wie „Ehrenamt: Ein Beitrag zur Teilhabe in der Lebenshilfe“ hätte dem Inhalt des Artikels besser entsprochen und die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt, ohne den Anspruch einer umfassenden Lösung zu erheben. So bleibt der Eindruck, dass der Titel die tatsächlichen Aussagen des Artikels verfälscht und eine Behauptung in den Raum stellt, die von der Lebenshilfe selbst nicht getroffen wurde.
Dass ich nun gerade die Lebenshilfe mal in „Schutz“ nehmen muss, hätte ich mir nicht träumen lassen.